Dax und US-Arbeitsmarktdaten
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 8. Juli 2011, 18:00 Uhr
ENL5454
was für ein Hin und Her an der Börse. Gestern noch konnte der Dax die laufende Rally fortsetzen. Allerdings über den Umweg und die Unterstützung der US-Arbeitsmarktdaten der privaten Arbeitsagentur ADP. Laut deren Berechnungen habe die Privatwirtschaft (außer Landwirtschaft) wesentlich mehr Stellen geschaffen als von Experten prognostiziert (157.000 statt 60.000). Daneben konnten die Anträge auf Arbeitslosenhilfe als moderat bezeichnet werden (418.000 statt prognostizierter 420.000).
Heute kam dann die offizielle kalte Dusche. Zum einen wurden außerhalb der Landwirtschaft nur 18.000 neue Stellen geschaffen, zum anderen ist die Arbeitslosenrate im Juni gestiegen, auf 9,2 Prozent. Der Dax verlor dann unterm Strich 0,92 Prozent...
Zählen wir zwei und zwei zusammen:
1.) Schlechte Arbeitsmarktdaten drücken erstmal auf die Wall Street, respektive auf Dow Jones, S&P 500 und Co.
2.) Fällt der Dow, dann fällt auch der Dax (in den allermeisten Fällen).
Nüchtern betrachtet, könnten wir das so stehen lassen.
Unsicherheit im Markt
Etwas anders beleuchtet (trotzdem bleibe ich nüchtern), zeigen diese Fakten aber auch die Unsicherheit im Markt. Arbeitsmarktdaten sind natürlich wichtige Zahlen. Okay. Aber eigentlich sollten diese Zahlen nicht an zwei Tagen in Folge für Kurs-Kapriolen sorgen.
Daran erkennen wir, dass es wohl noch sehr lange dauern wird, bis (etwas) Ruhe an den Börsen einkehren wird.... und eben insbesondere Dax nicht mehr der Spielball der nervösen Nachrichten-Trader sein wird. Falls das überhaupt jemals wieder der Fall sein kann, angesichts Euroland-Bewertungskrisen und US-Schulden-Desaster.
Zumindest für den Sommer bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass der Dax nicht nennenswerte Überraschungen nach oben liefern wird - selbst wenn nach ein paar Aufwärtstagen „natürlich" die Allzeithochs (laut einigen Medien) geknackt werden sollen.
Ich schrieb Ihnen ja bereits vor einiger Zeit: Je schlimmer die Untergangs-Szenarien werden, umso eher ist mit einer bald folgenden Rally zu rechnen. Je schöngefärbter das mögliche Erreichen der Allzeithochs (z.B. im Dax) beschrieben wird, umso eher ist mit einer Korrektur nach unten zu rechnen.
Lassen Sie sich nicht beirren.
In solchen Börsenzeiten würde ich eher kleine Brötchen backen, die Stopps bei meinen auch langfristigen Investitionen genau beachten und - so seltsam das klingt - über einige Zocks nachdenken.
Zum Beispiel hat es kürzlich die MDax-Werte Praktiker, Celesio und heute Vossloh nach Gewinnwarnungen böse erwischt. Freilich sollen Sie nicht in ein fallendes Messer greifen. Aber schätzungsweise wird sich in den nächsten Tagen herausstellen, welcher dieser Werte zu Recht in dieser Kurs-Vehemenz abgestraft wurde und welche Werte sich wieder erholen können. Celesio zum Beispiel konnte seit dem letzten Tief etwa wieder 10 Prozent aufsatteln...
Chart Celesio mit 20-Tage-GD und Money Flow Index
Es wäre sicherlich nicht das Ungeschickteste abzuwarten, ob das Gap bei 14,8 Euro auf (Schlusskurs-)Basis geschlossen wird... falls Sie den 20-Tage-GD noch nicht als Signalgeber genutzt haben. Und wer Zocker-Gedanken für abwegig hält, lese bitte den nächsten Beitrag von Brian Hunt... dort finden Sie einen „Evergreen".
Viel Erfolg an der Börse und ein schönes Wochenende
Ihr
Tom Firley
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von troloc (11.07. 2011 10:48 Uhr):
Apple als Evergreen-Aktie ? Dann habe ich die Kriterien wohl nicht richtig verstanden. Vor gar nicht all zu langer Zeit, als Steve Jobs noch mit Next beschäftigt war, haben viele gedacht das war's mit Apple. Der Aufstieg ist Phantastisch, aber ist Apple in 10 Jahren immer noch der Platzhirsch ? Was passiert wenn Steve Jobs nicht mehr mitmacht ?
Antworten
