DAX und Konjunkturdaten
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 17. November 2009, 09:30 Uhr
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Die gestrigen Konjunkturdaten aus den USA fielen alles andere als positiv aus. Zwar stiegen die Einzelhandelsumsätze im Oktober gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent (Erwartung: +0,9%). Rechnet man aber die durch die dortige Abwrackprämie künstlich aufgeblähten Autoumsätze heraus, verbleibt lediglich ein Plus von mageren 0,2% (Erwartung: +0,4%).
Noch wesentlich schlechter fiel der Empire State-Index aus, der die Aktivität des produzierenden Gewerbes im Großraum New York misst. Er brach von seinem im Vormonat erreichten 5-Jahreshoch bei 34,6 Punkten auf nur noch 23,5 Punkte regelrecht ein. Erwartet wurde hier lediglich ein moderater Rücksetzer auf 30 Punkte.
Bei der Reaktion des Marktes auf diese negativen Überraschungen musste ich mich mehrmals am Kopf kratzen: Die Kurse stiegen kräftig an. Grundtenor: Hurra, die Wirtschaft bricht ein, da bleiben wenigstens die Zinsen niedrig. Was diese niedrigen Zinsen denn Positives bringen sollen, wenn die Wirtschaft dennoch nicht nachhaltig auf die Füße kommt, interessierte in dem Moment niemanden. Daran sehen Sie sehr gut, wie unlogisch Börse sein kann. Wirtschaftsdaten sind für sich genommen für das Kursgeschehen kaum von Bedeutung. Was zählt, ist die Reaktion des Marktes darauf, also reine Psychologie. Wenn der Markt euphorisch ist, dann kann er auch trotz schlechter Daten steigen. Und umgekehrt trotz guter Daten fallen, so wie zuletzt im Oktober. Die Stimmung kann auch von einem Extrem ins andere kippen.
DAX im Tageschart
Nächste Widerstände: 5890 Punkte
Nächste Unterstützungen: 5750, 5550 Punkte
Inzwischen hat es der DAX dank guter Vorgaben aus den USA geschafft, über den wichtigen Widerstand bei 5750 Punkten anzusteigen. Der Weg bis zum alten Jahreshoch bei knapp 5890 Punkten ist demnach frei. Dennoch notiert er weiter unterhalb seiner gebrochenen Aufwärtstrendlinie und zeigt weiter relative Schwäche im Vergleich zu den großen amerikanischen Indizes, die mehrheitlich auf neuen Jahreshochs notieren. Das stimmt mich nachdenklich. Möglich wäre jetzt ein weiteres „Aufwärtshangeln", ohne dass der Chart dadurch bullischer wird. Spannend wird in jedem Fall das Verhalten im Bereich des letzten Jahreshochs (falls es erreicht wird). Gelingt hier ein Ausbruch? Entscheiden wird das sicherlich die Reaktion auf die nächsten Konjunkturdaten, von denen heute Nachmittag wieder einige wichtige anstehen.
Herzliche Grüße und viel Erfolg,
Ihr Henrik Voigt
Wichtige Termine und Wirtschaftsdaten Dienstag, den 17.11.2009:
Deutschland: -
USA: 14:30 Uhr Erzeugerpreise Oktober
Prognose: 0,5 Zuletzt: -0,6
15:15 Uhr Industrieproduktion Oktober m/m
Prognose: 0,4 Zuletzt: 0,7
19:00 Uhr US: NAHB/WF Hausmarktindex November
Prognose: 19 Zuletzt: 18
23:00 Uhr ABC Verbrauchervertrauen
