DAX: Unaufgeregter Terminverfall
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 22. Dezember 2008, 08:00 Uhr
ENL5454
Unverhältnismäßig geringe Schwankungen wies der letzte Terminverfallstag für dieses Jahr aus. Gerade einmal in einer Spanne von 100 Punkten von der Spitze bis zum Tief handelte der DAX, gemessen an den Schwankungen der vergangenen Wochen geradezu vernachlässigbar. Im jüngsten Aufwärtstrendkanal nähert sich der Index nun langsam einem kritischen Bereich an. Deutlich unterhalb von 4.600 Punkten ist der laufende Aufwärtstrend auf Schlusskursbasis beendet. 38- und 50-Tage Linie, die derzeit noch nicht nachhaltig überwunden worden sind, notieren mittlerweile auf einer Ebene. Sicher ist, in den nächsten vier Handelstagen wird es auf breiter Front nicht mehr zu ausgedehnteren Bewegungen kommen. Einzelfälle, wie die durch die vorläufige Qimonda-Rettung angeschobene Infineon, nehmen sich da aus. Für die Jahresabschlussbilanz wird es daher völlig unerheblich sein, ob der DAX bei 4.500 oder 4.800 Punkten enden wird. Die herbe Verlustbilanz steht unter dem Strich für die Branche und viele Anleger so gut wie fest. Der Blick richtet sich demnach auch schon auf die nächste Woche, wenn am Freitag der erste Handelstag des neuen Jahres noch unter der Abwesenheit der meisten professionellen Investoren beginnt. Wiederholt sich der Kursrutsch dieses Jahresauftakts auch im nächsten Jahr?
Kaum anzunehmen. Wir haben zwar in diesem Jahr viel mehr als in den letzten zwanzig Jahren lernen müssen, den Begriff „unmöglich" weniger stark vor uns her zu tragen, die Logik der Anlagealternativen und der getroffenen fundamentalen wirtschaftlichen Gesundungsmaßnahmen spricht aber für einen deutlich besseren Börsenverlauf in 2009 als in diesem Jahr. Die 0-Prozent-Leitzinspolitik der US-Notenbank wird zwar nicht sofort in eine adäquate Politik der EZB münden, die Verzinsung der aktuell so beliebten Staatsanleihen wird auf Dauer die anspruchsvollen Anleger aber nicht zufrieden stellen. Nachdem alle Anlageklassen fast ausnahmslos unter die Räder gekommen sind, wird die Rückkehr in den Aktienmarkt nahezu zwangläufig für eine Erholung der Kurse, wenn auch noch keine neue Hausse, sorgen. Ein gutes Zeichen für eine zögerliche Verringerung des Angstzustandes an den Aktienmärkten ist die sich deutlich zurückbildende Volatilität. Der VDAX-NEW ist mittlerweile bei 40 Prozent angekommen und hat sich von seinen historischen Höchstständen bei 85 Prozent mehr als halbiert. Unterstellt man eine Fortsetzung dieses klaren Trends, sollten sich die Kurse in absehbarer Zeit eher nach oben denn nach unten bewegen. Die Beruhigung an der Devisenfront und der leichte Anstieg beim Ölpreis passen ganz gut in das Szenario eines freundlichen Jahresauftakts.
Konjunkturdaten: ---------------------------
Unternehmen: Salzgitter und Beiersdorf werden für Continental und Hypo Real Estate heute das erste Mal im DAX notiert.
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.551; 4.622; 4.668
Widerstände: 4.770; 4.818, 4.964
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
