DAX: Täuschungsmanöver der Bullen?
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 12. Januar 2009, 08:00 Uhr
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Arbeitsmarktdaten in den USA hin oder her - die Entwicklung des DAX und der Kursdruck bei den US-Indizes ist ziemlich allein auf die in der nächsten Woche beginnende Bilanzsaison zurückzuführen. Die Angst vor dramatisch schlechten Ergebnissen gibt den Bären eine Chance sich wieder in Erinnerung zu rufen. Wie schon am Freitag beschrieben manifestiert der Rückfall unter das Ausbruchsniveau bei 4.818 Punkten allein noch nicht das Ende der aktuellen, kurzfristigen Aufwärtsbewegung, erst das Unterschreiten der 38-Tage-Linie mit einem deutlichen Abstand von ein bis zwei Prozent bedeutet den Vollzug der Kehrtwende . Im Hinblick auf die Indikatoren hat jedoch noch keine Umkehr stattgefunden. Das Momentum signalisiert keine beschleunigte Abwärtsdynamik und auch der MACD hat noch kein Verkaufssignal auf kurze Sicht geliefert. Um das in den nächsten Tagen zu vermeiden, müssen aber in den kommenden Tagen Anschlusskäufe die laufende Konsolidierung beenden. Bleiben diese aus, droht dem DAX zwar nicht sofort ein Abverkauf mit wesentlich tieferen Kursen, eine Fortsetzung des Handels innerhalb der alten Handelsspanne zwischen 4.500 und 4.800 Punkte würde aber den Bullen erste einmal den Wind aus den Segeln nehmen. Schließt der DAX heute deutlich über 4.900 Punkten, wird es in den nächsten Tagen auf jeden Fall zu einem Test des bisherigen Januar-Hochs bei 5.111 Punkten kommen.
Mit Alcoa und Intel werden in dieser Woche genau jene Unternehmen den Auftakt zur Quartalsberichtssaison geben, die durch die Verkündung des Abbaus von Arbeitsplätzen in der vergangenen Woche von sich Reden gemacht haben. Wie so häufig im derzeitigen Marktumfeld sollte nach den direkten Verlusten infolge der Nachrichten die Veröffentlichung der eigentlichen Zahlen eine Gegenreaktion auslösen. Ohnehin werden in dieser Woche die Karten wieder neu gemischt, denn mit der Eröffnung der Detroit-Auto-Show am gestrigen Sonntag rückt die aktuelle Situation der US-Autohersteller wieder in den Mittelpunkt des Geschehens. Im engen Zusammenhang damit steht das von der Regierung Obama geplante große Konjunkturpaket, über dessen Details weiter spekuliert werden dürfte. Die Schwankungen an den Aktienmärkten dürften deshalb wieder etwas zunehmen, die Unsicherheit zunächst weiter ein Begleiter der Marktteilnehmer sein. Vermutlich wird die ökonomische Erholung aber früher einsetzen, als das momentan unterstellt wird, denn noch nie wurde ein Wirtschaftssystem von geldpolitischer Seite so stark stimuliert wie das die Zentralbanken augenblicklich tun.
Konjunkturdaten: -------------------------------------
Unternehmen: Q4 Zahlen: Alcoa
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.622; 4.668; 4.770
Widerstände: 4.818; 5.111; 5.149
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
