DAX-Stimmung
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 21. Dezember 2009, 08:30 Uhr
ENL5454
weit ist die Jahresendrallye bis jetzt nicht vorangekommen. Bisher sahen wir ein knappes neues Jahreshoch, welches direkt wieder verkauft wurde. Summa summarum läuft der DAX seit November seitwärts. Daran änderten auch die Last-Minute-Käufe der vergangenen Woche und das tapfere Ignorieren schlechter Nachrichten (eingetrübte Konjunkturdaten, Griechenlands gewaltiger Schuldenberg, düstere Aussichten für die Bonitätseinstufung Spaniens oder die Komplettverstaatlichung eines österreichischen Bankenschwergewichts) nichts.
In vier Tagen ist Weihnachten. In der nächsten Woche haben wir zwischen den Feiertagen ebenfalls noch vier Handelstage (mit teilweise verkürztem Handel). Die eh schon geringen Umsätze werden noch dünner. Die meisten Anleger dürften sich so langsam in den Weihnachtsurlaub verabschieden. Es wird also langsam eng für die Jahrsendrallye.
Sollte der DAX allerdings das jetzige Niveau ungefähr halten, hätten die Fonds einen guten Jahresabschluss vorzuweisen. Denn bei der seit März laufenden Erholungsrallye hatten viele Institutionelle lange tatenlos zugeschaut und den Markt davonlaufen sehen. Seit September sprangen diese jedoch auf den fahrenden Zug auf und liegen damit ein paar Hundert DAX-Punkte im Plus. Auch ohne deutliche Jahrsendrallye.
Für das kommende Jahr erhoffen sich die meisten Großanleger weitere moderate Kursgewinne, wie Umfragen ergaben. Erst für die zweite Jahreshälfte 2010 wird ein etwas schwierigeres Umfeld erwartet. Etwa weil Wirtschaft und Finanzmärkte bald ohne staatliche Krücken auskommen müssen und die Zentralbanken den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik in Angriff nehmen werden.
Das Problem ist inzwischen allerdings, dass die Stimmungsindikatoren erneut einen großen Anteil an Optimisten ausweisen. Der cognitrend Bull/Bear-Index notiert mit einem Bullenanteil von 58% wieder in der Nähe seiner Jahreshochs. Damit dürften weitere Kurszuwächse beim DAX sehr schwierig werden, da zu viel Optimismus ein zuverlässiger Kontraindikator ist. Eine Korrektur noch zum Jahresende oder direkt zu Jahresbeginn ist daher sehr viel wahrscheinlicher. Eine solche Korrektur dürften die wenigsten Anleger auf der Rechnung haben. Sie könnte genau aus diesem Grund umso heftiger ausfallen. Die Leser in meinem Börsendienst DAX Profits (siehe Link am Ende meines zweiten Beitrages) sind auf alles vorbereitet. Sind Sie es auch?
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