DAX setzt sich von der wichtigen Marke von 6.000 Punkten ab
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Dax 30
vom 23. August 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
leider liegt mein etwas verregneter Sommerurlaub nun endgültig hinter mir, und ich akklimatisiere mich langsam wieder an meinem Schreibtisch und in der Arbeitswelt der Börsen, Kurse, Charts, der wenigen wichtigen und der vielen unwichtigen Nachrichten. Das Wichtigste gleich vorweg: Eines der besten und zuverlässigsten Prognose-Systeme" für steigende Kurse hat diesmal versagt und ein glattes Fehlsignal produziert. Wie hier schon mehrfach berichtet, haben es sich die weltweit wichtigsten Indizes zur Gewohnheit gemacht, während meines Urlaubs kräftig zu steigen, aber keinesfalls zu fallen. In Folge des Fehlsignals büßte der DAX z.B. etwa 4,5 Prozent ein und scheiterte abermals an der wichtigen Widerstandszone bei 6.300 Punkten.
Es bleibt beim Patt zwischen Bullen und Bären
Auf der anderen Seite hielt aber auch beim abermaligen Angriff der Bären die vor allem psychologisch wichtige Marke von 6.000 Punkten im deutschen Leitindex. Daher hat sich an der von mir hier vergangenen Donnerstag geäußerten leicht optimistischen Einschätzung nicht viel geändert. Trotz aller Tücken der langen und quälenden Seitwärtsbewegung schätze ich die Chancen des Bullenlager leicht höher ein als die der Bären. Um ganz ehrlich zu sein sehe ich in den meisten der von mir verfolgten Indikatoren keine tollen Kaufgelegenheiten und kein gutes Chance-Risisko-Verhältnis, worauf es im Aktienhandel eigentlich ankommen sollte. Trotzdem aber fällt mir, vor allem durch die die etwas größere und häufig sehr gesunde Entfernung" zu den Märkten nach meinem Urlaub auf, dass sich die Themen in den vergangenen beiden Wochen kaum verändert haben. Die deutschen Makrodaten überraschen nach wie vor mehr als außerordentlich positiv, während sich die US-Daten weiter eintrüben. In den vergangenen Tagen enttäuschten natürlich vor allem der wichtige Index der Einkaufsmanager der Region Philadelphia, der New Yorker Empire State Index und vor allem die Frühindikatoren des privaten Conference-Board. Hier geben speziell die nachlassenden Auftragseingänge Grund zur Sorge. In Anbetracht dieser schwierigen Datenlage und der sehr kritischen Bemerkungen von FED Chef Bernanke zur konjunkturellen Entwicklung halten sich die Indizes meiner Meinung nach mehr als respektabel. Daher rate ich aktuell, sich nicht zu sehr von den andauernden Fehlsignalen der Chart- und Markttechnik ins Boxhorn jagen zu lassen. Sinnvoller ist es nun, sich auf die qualitativ hochwertigen und renditestarken Nebenwerte zu konzentrieren, die Ihnen u.a. im NebenwerteInsider empfohlen werden. Bei aller Vorsicht gegenüber Engagements in unsicheren Marktlagen sollten Sie aber beachten, dass die aktuelle Seitwärtsbewegung der Indizes ein Ausdruck der jetzigen konjunkturellen Unsicherheit ist, der vom Smart-Money" bereits vor mehreren Monaten erkannt und eingepreist wurde. Oder anders ausgedrückt: die Seitwärtsbewegung der Märkte kann ohne Vorwarnung nach der Sommerpause abrupt in einen neuen Auf- oder Abwärtstrend einmünden. Keinesfalls darf man auf einem Auge blind werden. Wegen des anhaltenden leicht freundlichen Inneren Marktes" und des in einer positiven X-Spalte verbleibenden Nyse Bullish Percent Index", bleibe ich aber leicht optimistisch und setze auf ein Verbleiben der Indizes im Seitwärtstrend, was eine baldige Gegenbewegung der Kurse nach oben bedeuten würde.
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