DAX-PROFITS: Keine Entwarnung an der Börse
Henrik Voigt in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 26. Mai 2009, 18:00 Uhr
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in der vergangenen Woche lugte der DAX zum ersten Mal seit seinem Absturz im Januar wieder über die runde 5000-Punkte-Marke und signalisierte damit scheinbar, dass die Welt wieder einigermaßen in Ordnung sei. Aber ist sie das wirklich?
Immer mehr Großunternehmen benötigen Staatshilfen
In letzter Zeit häufen sich hierzulande die Hilferufe einstmals großer Unternehmen, die anscheinend nur noch mit staatlicher Nothilfe überleben können. Nach Hypo Real Estate und GM bittet nun auch der Einzelhandelskonzern Arcandor (besitzt u.a. Karstadt) in einem dramatischen Aufruf um Staatsbürgschaften für dringend benötigte Kredite. Über 50000 Arbeitsplätze seien bei einer Insolvenz des Konzerns direkt gefährdet. Ob das gesamtwirtschaftlich betrachtet immer Sinn macht, möchte ich an dieser Stelle nicht thematisieren. Allein die staatliche Stützung der Hypo Real Estate beispielsweise hat jeden Einwohner der Bundesrepublik bisher über 1200,- € gekostet. Aber es zeigt doch, dass die Lage nicht ganz so rosig sein kann, wie es vielleicht insbesondere angesichts der anstehenden Wahlen wünschenswert wäre.
Der Staat selbst könnte aber auch zunehmend Probleme bekommen
Aber auch der Staat selbst könnte immer mehr in Schwierigkeiten geraten. Einerseits drohen durch die Rezession massive Steuerausfälle, andererseits müssen teure staatliche Rettungspakete irgendwie finanziert werden. Inzwischen droht Medienberichten zu Folge den USA und Großbritannien eine Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen. Möglicherweise haben diese sich mit ihren Rettungsmaßnahmen auf Pump etwas übernommen. Damit dürften deren Währungen abwerten und die Aufnahme neuer Schulden deutlich teurer werden, weil die Zinsen (als Prämie gegen das Risiko eines Rückzahlungausfalles) steigen.
Jüngste Wirtschaftsdaten geben keine Entwarnung
Aber auch die jüngsten Wirtschaftsdaten geben keine Entwarnung. So gab es beispielsweise einen dramatischen Einbruch bei den US-Baubeginnen, was die Theorie eines sich stabilisierenden Immobilienmarktes konterkarieren würde. Das muss auf jeden Fall genau beobachtet werden, denn der Immobilienmarkt ist neben den Banken einer der Schlüsselfaktoren für eine durchgreifende Erholung.
Apropos Banken: Auch da sieht es nicht wirklich nach Entspannung aus. Man kann zwar mit den neuen, meiner Meinung nach absurden Bilanzierungsrichtlinien (Sie wissen schon: Abkehr von der mark-to-market-Methode) alles optisch ein bisschen aufwerten, aber Insolvenzen lassen sich damit nicht verhindern. Jüngstes trauriges Beispiel war die Bank United, mit 12,8 Milliarden Dollar Bilanzsumme immerhin der größte Insolvenzfall in diesem Jahr und insgesamt die 62.(!) Bankenpleite in den USA seit Beginn der Finanzkrise.
Seltsam nur, dass solche Nachrichten in letzter Zeit völlig untergehen. Anscheinend sind wieder Leichtsinn und Übermut an die Börsen zurückgekehrt. Nicht so bei uns in DAX Profits. Deshalb habe ich in dieser Ausgabe einmal die Banken und den Immobilienmarkt aus charttechnischer Sicht genauer unter die Lupe genommen. Sie werden erstaunt sein, was sich da gerade tut.
Ihr
Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits
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