DAX: Ohne US-Märkte ohne Esprit
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 17. Februar 2009, 08:00 Uhr
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Ob neben dem US-Feiertag auch die winterlichen Wetterverhältnisse für die müde Vorstellung des DAX zum Wochenauftakt verantwortlich waren, bleibt dahin gestellt. In jedem Fall plätscherte der Handel bis zum Nachmittag ohne nennenswerte Bewegungen so vor sich hin. Die Mitteilung des DIW, einem Konjunkturforschungsinstituts, es erwarte mit einem Minus von 3 Prozent den größten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit 1945 quittierten die Marktteilnehmer mit hemmungsloser Gleichgültigkeit. Erst zum Handelsende hin suchten die Bären ihre Chance und drückten den DAX unter die bisher gültige, kurzfristige Aufwärtstrendlinie. Inwiefern dadurch tatsächlich ein Verkaufssignal für den heutigen Handelstag ausgelöst wurde, bleibt zunächst offen. Denn die äußerst geringen Umsätze lassen an einem tatsächlichen Erfolg der Bären noch zweifeln. Schaffen die Bullen es demgegenüber heute aber nicht, den deutschen Leitindex wieder über 4.400 Punkte zu befördern, steht der Test des Unterstützungszone zwischen 4.244 und 4.310 Punkten auf der Tagesordnung. Von Indikatoren-Seite bleibt das drohende Verkaufssignal beim MACD zu beachten. Die bisher nur geringe Abwärtsdynamik spricht hingegen in Einheit mit dem kurzfristig überverkauften Markt nicht für einen größeren, bevorstehenden Kursrutsch. Möglicherweise tauchen die Bullen schneller aus der vermeintlichen Versenkung auf als angenommen. Der leichte Abwärtsdruck ist vor allem hausgemacht, denn die anhaltende Unsicherheit über das weitere Verfahren im Fall Hypo Real Estate durch die Bundesregierung nagt an der Marktpsyche. Gelingt der Bundesregierung aber bei der HRE ein Lösungsansatz, der die Marktmechanismen nur geringfügig beeinflusst, dass Institut aber vor einem Zusammenbruch schützt, dürfte es für die Bären wieder schwieriger werden, ihren Willen durchzusetzen.
ZEW und Daimler als Highlights
Nach der Pause im US-Handel geht es heute wieder richtig zur Sache. Die Veröffentlichung des ZEW-Konjunkturindex heute Vormittag haben wir in der gestrigen Ausgabe schon abgehandelt. Einen übermäßig positiven Impuls wird es für die Märkte wohl nicht geben. Von Interesse dürfte auch die EU-Handelsbilanz für den Dezember sein. Der schwächelnde Export Deutschlands könnte sich schon deutlich negativ in dem Zahlenwerk niederschlagen. Alles in allem achten die europäischen Märkte nun aber verstärkt auf Belebungssignale der Wirtschaft in den USA. Neues zu diesem Thema gibt es erst Morgen, aus diesem Grund rückt der Ausblick des Automobilherstellers Daimler auf das Geschäftsjahr 2009 heute in den Vordergrund. Insbesondere die in Wirtschaftskreisen bereits diskutierte Kooperation mit dem Wettbewerber BMW auf dem Gebiet der effizienten Motorenentwicklung und in Sachen Zulieferung wird Gegenstand der Spekulationen sein. Zudem werden die Anteilseigner wissen wollen, ob die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Stützung der deutschen Automobilindustrie bereits Wirkung zeigen.
In den USA berichtet die größte Supermarktkette Wal Mart über den Verlauf des vierten Quartals. Der Kursverlauf zum Wochenschluss der vergangenen Woche war nicht gerade ein Vertrauensbeweis für positive Nachrichten. Allerdings bleibt so noch genügend Raum für angenehme Überraschungen, zudem der Einzelhandelsriese mit frühzeitigen Rabattaktionen auf die Krise reagiert und so mehr Kunden an sich gebunden hat. Darüber hinaus könnte die Prognose trotz des schwierigen Umfeldes wieder etwas zuversichtlicher ausfallen. Denn auch Wal Mart sollte von den Konjunkturprogrammen der Regierung und den sinkenden Rohstoffpreisen durch leicht ausgabenfreudigere Kunden profitieren. Wenn es einen sensiblen Seismographen für das Verbraucherverhalten in den USA gibt, dann ist es Wal Mart.
Konjunkturdaten: DE: ZEW-Konjunkturindikator ( 11.00 Uhr), EU: Handelsbilanz Euroraum (Dezember)
Unternehmen: Jahreszahlen: Daimler AG, Gerresheimer Glas, Clariant; Q4-Zahlen: Wal- Mart
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.244; 4.310; 4.359
Widerstände: 4.401; 4.460; 4.550
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
