DAX: Normalität kehrt ein
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 8. Januar 2009, 08:00 Uhr
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Nach fünf insgesamt positiven Handelstagen erschien es den ersten kurzfristig orientierten Anlegern gestern einfach mal opportun, ihre ersten Gewinne einzufahren. Sowohl der Umfang der Konsolidierungskerze als auch die Dynamik der Abwärtsbewegung liegen im Rahmen einer normalen Gegenbewegung. Im Vorlauf der am kommenden Freitag anstehenden neuen US-Arbeitsmarktdaten könnte die Zurückhaltung der Investoren auch heute noch anhalten. Im Extremfall wird sogar noch einmal die Ausbruchsmarke bei 4.818 Punkten kurzzeitig abgetestet. Ein Hinweis auf ein generelles Ende der Erholungsbewegung ist dem gestrigen Handelstag aber nicht zu entnehmen. Allein schon der Blick auf die Umsätze spricht wenig für die Bären. Allerdings bleibt noch abzuwarten, ob die gesunde Entwicklung des steigenden Umsatzvolumens bei steigenden Kursen sich auch noch in den nächsten Tagen fortsetzt. Ein Abbau des durch die überreizte Stochastik bestehenden überkauften Zustandes hat der gestrige Verlusttag zumindest eingeleitet. Der bevorstehende Start in die US-Berichtssaison in der nächsten Woche dürfte die Volatilität der Indizes vorübergehend wieder etwas erhöhen und zudem zeigen, ob die Märkte ihre eingeleitete Immunisierung gegen schlechte Unternehmensnachrichten weiter verteidigen können. Eine Fortsetzung der jüngsten Aufwärtsbewegung steht erst mit einem Überschreiten des Verlaufshoch vom Dienstag bei 5.111 Punkten an, alle Schlusskurse darunter sind noch der Konsolidierung zuzurechnen.
Nachdem gestern Alcoa und Intel bereits weitere Sparmaßnahmen wegen starken Nachfrageeinbrüchen angekündigt und damit die Märkte belastet haben, werden Spekulationen über Anpassungen bei Wettbewerbern noch für etwas Belastung sorgen. Von Interesse wird auch sein, wie stark die britische Notenbank heute die Zinsen im Königreich weiter senken wird. Erwartet wird ein Zinsschritt von der Dimension, dem der der US-Notenbank von vor drei Wochen nahe kommt. Damit richtet sich der Blick dann schon ein wenig eine Woche voraus, wenn die EZB zu seiner zinspolitischen Sitzung zusammenkommt. Der kurze Anstieg des Ölpreises infolge des neuen Nahostkonflikts und des Gaslieferungsstreits zwischen Russland und der Ukraine ist bereits schon wieder abgebremst worden. Gemessen an der Summe der Belastungsfaktoren, die auch die Arbeitsmarktzahlen am Freitag nochmals darstellen könnten, ist die aktuelle technische Reaktion der Indizes als moderat einzustufen. Stimmungstechnisch ergibt sich hingegen noch keine große Veränderung. Bis zur Amtseinführung des gewählten US-Präsidenten Barrack Obama dürfte der positive Schwung des neuen Jahres noch trage, danach wird die neue Regierung mit Sicherheit sehr bald ernsten Belastungstests unterzogen. Die Börse wird genau hinsehen.
Konjunkturdaten: Zinsentscheid der britischen Notenbank
Unternehmen: Chevron, Q4-Zahlen
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.668; 4.770; 4.818
Widerstände: 5.111; 5.149; 5.244
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf