DAX: Noch nichts "passiert"!
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 23. Januar 2007 08:30 Uhr
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Im gestrigen Daily hatte ich die Frage gestellt, warum Anleger eigentlich so reaktionsfreudig reagieren, wenn der Dax die untere Begrenzung eines Trendkanals anläuft, aber so verstört wirken, wenn sich der Index der oberen Begrenzungslinie eines Trendkorridors nähert.
Nichts anderes passiert gerade im Dax. Schauen wir uns MDax, SDax und Dax im Wochenchart an.
MDAX: Zu weit – zu steil?
Die im Mai eingeleitete Abwärtskorrektur des MDax führte den Kurs (auf Basis der Wochenschlusskurs) ganz exakt bis auf die im März 2003 gestartete Aufwärtstrendlinie zurück. Von dort aus startete der Kurs eine fulminante Aufholjagd, die das Maihoch im Dezember übertreffen und in einen weiteren Anstieg einmünden konnte.
Die Steilheit dieses Aufwärtstrends wirkt mittlerweile allerdings ein wenig beängstigend. Was die Frage aufwirft, ob es hier nicht bald zu einer (aus charttechnischer Sicht ganz normalen) Gegenbewegung zurück bis auf das Maihoch kommen wird.
Der Haussetrend würde dadurch nicht einmal „angekratzt", die derzeitige Überhitzungsgefahr hingegen abgebaut.
Anleger, die hier in lang laufenden Positionen engagiert sind, sollten nicht vergessen, ihre Gewinne durch Stopps abzusichern.
SDAX: Wie MDax …
Wer den MDax gesehen hat, der hat eigentlich auch schon den SDax gesehen. Denn charttechnisch ergeben sich hier die Unterschiede eigentlich nur im Kursniveau, nicht aber in der Gestaltung des Chartbildes.
Ich erspare Ihnen daher eine Wiederholung meiner Ausführungen. Setzen Sie Stopps – die Wahrscheinlichkeit eines Rückschlages ist gewachsen!
DAX: Noch nichts „passiert"!
Immer wenn der deutsche Aktienindex einmal mehr als ein halbes Prozent verliert, neigen viele Marktkommentatoren neuerdings dazu, irgendwelche Untergangsszenarien zu entwerfen, die „überfällige Korrektur" auszurufen und uns mitzuteilen, warum die Kurse nun unter Druck kommen müssen.
Wenn es dafür Gründe gibt, dann werden sie – Sie wissen es – aus den USA kommen müssen. Denn solange dort die Kurse steigen, werden die deutschen Indizes so gut wie sicher nicht nachgeben.
Umgekehrt können sie sich auch nicht nach oben von der Wall Street abkoppeln. Entwicklungen wie zum vergangenen Wochenausklang sind erfahrungsgemäß Eintagsfliegen.
Sollte die Wall Street jetzt eine Abwärtskorrektur antreten (siehe gestriger Daily), träfe es den Dax exakt zum richtigen Zeitpunkt. Denn der Index hat zum Wochenausklang ganz genau an der oberen Begrenzung seines März 2003-Haussekanals angeklopft. Die charttechnisch unwahrscheinlichste Perspektive (wenn auch nicht ausschließbar) bestünde in einem Durchbrechen dieser Linie nach oben.
Weitaus wahrscheinlicher ist, dass wir von hier aus in eine wie auch immer geartete Korrekturphase eintreten!
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Anleger, die noch auf der Kaufseite engagiert sind, sollten investiert bleiben. Das langfristige Ziel der oberen Begrenzung des März 2003-Aufwärtstrendkanals wurde erreicht. Bestehende Positionen sollten daher jetzt zwingend mit Stopps geschützt werden.
Kurzfristiger ausgerichtete Anleger müssen sich mit dem Aufbau von mehr als „Zockerpositionen" noch gedulden. Denn charttechnisch sind die Trends auf allen Zeitebenen noch intakt. Markttechnisch nehmen die Warnzeichen zwar erkennbar zu.
Kurzfristige Widerstände: obere Begrenzung des März 2003-Haussekanals (aktuell 6.740/.6.760).
Kurzfristige Unterstützungen: 6.600, 6.500, 6.300
Einen guten Wochenstart und bis Morgen!
Axel Retz


