Dax Linien-Chart und Candlestick-Chart
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 19. Januar 2011, 18:00 Uhr
ENL5454
heute knüpfen wir nahtlos an meinen Montagsbeitrag „Am Anfang war der Chart" an. In diesem Beitrag habe ich am Beispiel des Deutschen Aktienindex einen langfristigen Chart mit einem 256-Tage-GD (=Gleitender Jahres-Durchschnitt) und einen mittelfristigen Chart mit einem 60-Tage-GD (=Gleitender Quartals-Durchschnitt, in etwa) dargestellt. Schauen wir uns also abschließend einen kurzfristigen Dax-Chart an.
Dax Linien-Chart kurzfristig
Sie sehen den 6-Monatschart im Dax mit einem 20-Tage-GD; unschwer zu erkennen: Je kürzer der GD, umso häufiger werden Signale generiert (ist ja logisch: ein 20-Tage-Durchschnitt kreuzt in der Regel öfter den Kurs als ein 30- oder 50- oder 60-Tage-Durchschnitt).
Gleich an dieser Stelle möchte ich Sie auf folgendes hinweisen. Im Linien-Chart (wie oben) sieht die Sachlage relativ klar aus. Sie sehen klare Kauf-Signale und klare Verkauf-Signale. Und die Sache sieht in der Tat recht übersichtlich aus, da der Linien-Chart nur die Schlusskurse berücksichtigt.
Wenn der Gleitende Durchnitt intraday überboten wird
Der kurzfristige Trader wird aber sicherlich den Tagesverlauf beobachten und sich vielleicht zum Beispiel um 12.27 Uhr fragen: „Der gestrige 20-Tage-GD wurde überboten, soll ich jetzt einsteigen (oder „long gehen")?" Das ist natürlich die Gretchenfrage. Denn natürlich kann und wird es in vielen Fällen passieren, dass genau dieser 20-Tage-GD im Laufe des Tages wieder unterboten wird, um ggf. „dann doch" wieder überboten wird. Folgender Candlestick-Chart mit denselben Einstellungen wie der obere Linienchart verdeutlicht dies:
Dax Candlestick Chart kurzfristig
Natürlich, ein Day-Trader im Dax-Future oder ein kurzfristig orientierter Trader wird sich nicht nur einen GD anschauen. Insbesondere für das Day-Trading wird er noch wesentlich kürzere GDs zu Rate ziehen (zum Beispiel 5-Tage-GD oder auch 60-MINUTEN-GDs... die gibt es natürlich auch).
Aber Sie sehen bereits an diesem 20-Tage-GD-Beispiel, dass der Day-Trader an manchen (oder eher an vielen) Tagen einem Nerven aufreibenden Wechselbad der Kurs-Gefühle ausgeliefert ist. Wenn Sie nicht ganz so kurzfristig agieren, hier ein kleiner Tipp:
Angenommen, Sie orientieren sich für Ihre spekulativen Einstiege an einem kürzerfristigen GD als Signalgeber und weiter angenommen „Ihr" GD (bzw. der GD-Kurs vom Vortag) wird im Laufe des Tages überboten. Dann haben Sie meines Erachtens zwei sinnvolle Möglichkeiten:
1.) Abwarten bis kurz vor Handelsende und beobachten, was die anderen Märkte (insb. die Wall Street) so treiben. Sind noch Turbulenzen zu erwarten, kann die Entscheidung vertagt werden. Gehen die Kurse weiter in Ihre Richtung, können Sie einsteigen.
2.) Sie warten die Eröffnung des Folgetages ab und steigen ggf. dann ein.
Ich persönlich favorisiere in den meisten Fällen Variante 2; sowohl für Kauf, als auch für Verkauf-Überlegungen (falls ein GD an den Verkauf gekoppelt ist...). Dies kann bei Verkäufen zu etwas größer als geplanten Verlusten führen, wenn der Wert mit einem Gap down eröffnet (also wenn der erste Kurs tiefer ist als der Schlusskurs vom Vortag). Andererseits kann so auch eine (vorschnelle) Verkauf-Entscheidung „vertagt" werden.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley

