DAX: Leichte Entspannungssignale
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 20. Februar 2009, 08:00 Uhr
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Weder die Zahlen von Hewlett-Packard noch der Philadelphia-Fed-Index konnte man gestern als wahre Unterstützungsfaktoren für den DAX bezeichnen. Dennoch schaffte es der Index im Hoch bis auf 4.275 Punkte. Das es sich dabei um nicht mehr als eine technische Erholung handeln würde, war im Vornherein klar. Heute muss sich also zeigen, was diese Zwischenerholung wert war. Die Psyche des Marktes verlangt eigentlich, dass im aktuellen Zyklus die Verlaufstiefs der Baisse bei 4.064 und 4.014 Punkten getestet werden. Der aktuell seit 9. Februar gültige kurzfristige Abwärtstrendkanal lässt für heute ein Erreichen eines Kursniveaus unterhalb von 4.100 Punkten zu. Auch die maßgeblichen Indikatoren wie MACD und Stochastik legen diesem Vorhaben keine Steine in den Weg. Für die Bären gilt in dieser Phase aber natürlich das gleiche wie für die Bullen: Nutzen sie ihre Chance auf wesentlich tiefere Kurse nicht umgehend in den nächsten zwei bis drei Handelstagen, wird es schon wieder sehr eng. Im Verlaufe dieser Baisse haben sowohl der DAX als auch der Dow Jones an entscheidenden charttechnischen Punkten den offenkundig zwangsläufigen Schritt vermieden und wieder in die Gegenrichtung abgedreht. Viele Marktteilnehmer sind ob dieser Erfahrung gebrannte Kinder und halten sich an den kritischen Punkten lieber ganz aus dem Markt heraus als sich unnötig weit aus dem Fenster zu lehnen. Es wäre gar nicht so ungewöhnlich wenn der DAX anstatt in eine Richtung deutlich auszubrechen zunächst einmal für einige Wochen weiter in seinem Bollinger Band zwischen 4.100 und 4.600 Punkten hin und her schwanken würde. Zudem scheint es so, als dass die Bilanzzahlen der deutschen Unternehmen eher stützenden Charakter haben. Insofern könnte es in der nächsten Woche wieder ein Stück aufwärts gehen, da zahlreiche DAX-Titel ihre Q4-Zahlen veröffentlichen.
Votum der EU-Einkaufsmanager interessant
Die Konzentration der Marktteilnehmer gilt heute voll und ganz den Konjunkturdaten aus Europa und den USA. Die nächste Welle von Unternehmensdaten steht erst in der nächsten Woche an. Lediglich der französische Baukonzern Lafarge gibt seinen Geschäftsbericht für das vergangene Jahr ab. Interessant dürfte aber, wie so häufig, eher der Ausblick sein. Trotz Konjunkturpaketen ist aber nicht davon auszugehen, dass das Management sich sehr optimistisch äußern wird. Der bereits arg gebeutelte Aktienkurs wird deshalb kaum zu neuen Höhenflügen ansetzen, die Tendenz ist deutlich nach unten gerichtet. Für wenig gute Laune wird zudem der EU-Einkaufsmanagerindex aus dem Februar sorgen. Im Januar gab es zwar eine leichte Verbesserung auf 34,4 Punkte, dies aber noch meilenweit von einer Erholung dem entscheidenden Wert von 50 Punkten entfernt. Erst über 50 Punkte signalisiert der Index wieder eine expandierende Wirtschaft. Es ist aufgrund der realwirtschaftlichen Prognosen nicht davon auszugehen, dass sich eine nachhaltige Verbesserung im Februar eingestellt hat. Die leichte Entspannung bei der Orderlage in China wird allenfalls eine Stagnation des Index ermöglichen. Am Nachmittag gibt es dann neue Signale zur Entwicklung der Verbraucherpreise in den USA. Nach einem Rückgang um 0,7 Prozent im Vormonat, der die Deflationssorgen der Ökonomen verstärkt hat, rechnen die durchschnittliche Marktmeinung mit einer Verlangsamung des Preisrückgangs im Januar auf -0,3 Prozent. Der rapide Anstieg der Arbeitslosigkeit wird die Inflationsrate aber in den nächsten Monaten weiterhin sehr niedrig halten. Bevor sich kein zunehmender Optimismus unter den Einkaufsmanagern zeigt, dürfe an der Preisfront vorläufig Ruhe herrschen.
Konjunkturdaten: EU: 11.00 Uhr Einkaufsmanagerindizes Industrie und Dienstleistungen (Februar) USA: 14.30 Uhr MEZ: Verbraucherpreise (Januar)
Unternehmen: Jahreszahlen: Lafarge
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.014; 4.064; 4.127
Widerstände: 4.244; 4.310; 4.359
Viel Glück, Erfolg und ein schönes Wochenende!
Andreas Wolf
