DAX: Kurzer Schock-Impuls aus den USA
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 15. Dezember 2008, 08:00 Uhr
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Das Hin und Her um die staatlichen Hilfen für die US-Autobauer erwies sich am Freitagmorgen als kleiner Stolperstein für die Bullen. Mit dramatisch im Minus notierenden US-Futures vor Augen gab der DAX zunächst einmal um 200 Punkte nach um dann, wie von mir erwartet, im Tagesverlauf den größten Teil seiner Verluste wieder aufzuholen. Eine ähnliche Katastrophe wie bei der Lehman-Pleite werden die Amerikaner nicht noch einmal zulassen. Der scheidende US-Präsident Bush erwägt, sicherlich auch um seine persönliche Bilanz bei den Mitbürgern wenigstens noch etwas zu verbessern, den Autokonzernen Soforthilfen aus dem Umweltfondstechnologiefonds der Regierung zur Verfügung zu stellen. Er umfasst 25 Milliarden US-Dollar und würde die schlimmsten Nöte zunächst einmal lindern. Diese gezielt gestreuten Gerüchte leiteten an der Wall Street eine ausgedehnte Erholung ein, die im Hinblick auf den am Freitag stattfindenden großen Terminverfall von Bedeutung sein könnte. Technisch gesehen darf der deutlich über dem Eröffnungskurs liegende Schlusskurs positiv gewertet werden, richtig an Wert gewinnen wird diese Entwicklung aber nur, wenn der DAX nun im nächsten Anlauf über die 4.800 Punkte-Marke steigt. Dies kann nur durch ein Kreuzen des MACD mit der 0-Achse vollzogen werden, die aktuelle Kerzenformation lässt einen deutlichen Kursanstieg bei Hinzufügen einer langen weißen Kerze zu. Nur ein nachhaltiges Unterschreiten des Bereichs 4.450- 4.500 Punkte hebt die konstruktiv positiven Ansätze auf.
Die letzte ernst zunehmende Handelswoche vor der durch Weihnachten und Sylvester unterbrochenen zweiwöchigen, unregelmäßigen Handelszeit steht ganz im Zeichen der Zinsentscheidung durch die US-Notenbank am morgigen Dienstag. Auch die Notenbanker werden vermutlich von den Schwierigkeiten um die US-Autobauer und den 50 Milliarden US-Dollar Betrugsskandal an der Wall Street nicht unbeeindruckt bleiben. Vor dem Hintergrund der bestehenden Probleme im Handel der Banken untereinander wird es vor allem interessant sein, welche Maßnahmen die Federal Reserve ergreifen will, um die massenhaft zur Verfügung gestellte billige Liquidität auch an die Unternehmen durch zuleiten. Die Refinanzierungsschwierigkeiten der noch existierenden Banken verhindern zumindest bisher eine wirksame Versorgung der kleinen und mittelständischen Unternehmen mit ausreichenden Krediten. Von der EZB jedenfalls, die die Schwere der Finanzkrise mit ihren Wirkungen auf das Finanzsystem erst viel zu spät erkannt hat, ist darauf in Kürze keine zufriedenstellende Antwort zu erwarten. Für ein wenig Aufmerksamkeit könnte heute der NY Empire State Index für den Dezember sorgen, der über die wirtschaftliche Aktivität der Industrie im Raum New York Auskunft gibt.
Konjunkturdaten: USA: NY Empire State Index Dezember
Unternehmen: Arcandor, Demag Cranes Bilanz PK
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.511; 4.551; 4.622
Widerstände: 4.668; 4.770; 4.818
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
