Dax Kurs-Korrektur
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 7. Januar 2010, 18:00 Uhr
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vorgestern skizzierte ich Ihnen eine MÖGLICHE Dax-Entwicklung für 2010. Hier ging ich davon aus, dass zum Beispiel der Dax sein „Vor-Lehman-Niveau" (zwischen 6.150 und 6.500 Punkten) erreichen wird und dann eine Korrektur ins Haus stünde.
Allerdings können wir die Verhaltensweisen von Miss Börse nicht vorhersehen. Es kann natürlich auch ganz anders kommen. Daher sollten wir uns jetzt auch darüber Gedanken machen, was passiert, wenn eine solche Korrektur bereits vorher einsetzt. Schauen wir auf den Chart:
Dax Chart
Fallende Umsätze
Zunächst zum unteren Chartteil. Hier sehen Sie das Volumen (also die Umsätze). Dieses Volumen habe ich mit einem 256-Tage-GD (also etwa Jahresdurchschnitt) angereichert. Sie erkennen, dass der GD fällt, mithin das Volumen stetig abnimmt. Und dies wiederum ist eigentlich kein gesunder Nährboden für eine gesunde Hausse.
Andererseits können wir aber auch nicht wissen, wann sich das (viele) Geld an der Seitenlinie wieder verstärkt für Aktien-Engagements interessieren wird. Und wir wissen ebenso wenig, wann Geld aus Anleihen abgezogen und in Aktien gesteckt wird. Daher würde ich die dünnen Umsätze nicht unbedingt als hinreichendes Kriterium für bald fallende Kurse sehen.
Mögliche Dax-Korrektur: Wie weit darf sie gehen?
Es ist eigentlich ganz einfach. Aber ich möchte Sie bereits jetzt darauf hinweisen, bevor Ihnen dann die Crash-Auguren in einer möglichen Korrektur das Ende der Börsen-Welt prophezeien...
Betrachten Sie bitte die beiden schwarzen Kreise im Chart. Sie sehen hier visualisiert den Beginn der zweiten Rally-Welle (hat nichts mit Elliott zu tun...) und den aktuellen Stand. Den Beginn der Rally habe ich mit dem Ende der Juni / Juli-Rally aus dem Vorjahr manifestiert.
Eine einfache Regel
Eine ganz einfache Chartregel besagt, dass eine Bewegung (aufwärts oder abwärts) ohne weiteres 30% korrigieren kann, ohne dass der Trend (bzw. die Bewegung selbst) in Gefahr gerät. Konkret:
Der Dax stieg von Anfang Juli 2008 von 4.572 Punkten auf aktuell etwa 6.000 Punkte (oder 6.019 Punkte für heute, um genau zu sein...). Das sind insgesamt 1.447 Punkte. 30 Prozent hiervon sind etwa 500 Punkte. Das bedeutet, dass der Dax etwa bis auf 5.500 Punkte fallen kann, ohne dass die Aufwärtsbewegung „in Gefahr" gerät.
Absicherung
Natürlich wäre es nicht unklug, aktuell genau über dieses Szenario nachzudenken und sich ggf. über Short-Engagements abzusichern. Allerdings denke ich erst wirklich ernsthaft darüber nach, sobald der 20-Tage-GD (grüne Kurve im Chart) und / oder der grüne Aufwärtstrend unterboten werden. Ich gebe Ihnen rechtzeitig Bescheid.
Und logischerweise macht eine Absicherung nur dann Sinn, wenn Sie ein verhältnismäßig volles Depot haben, dass es eben abzusichern gilt.
Viel Erfolg an der Börse
Tom Firley
PS: Haben Sie eine Frage zum Beispiel zu „Short-Engagements". Nutzen Sie einfach den Link „diesen Beitrag kommentieren".
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Reinhard Remmert (07.01. 2010 19:10 Uhr):
Hallo Herr Firley, wie würden Sie den EuroStoxx 50 shorten? Danke für kurzes Email
Antworten - Kommentar von helm willysson (07.01. 2010 19:16 Uhr):
hallo, zwecks depotabsicherung könnte ich mir einen short etf auf den dax vorstellen. gibts sowas? bitte info frdl. grüße helm willysson
Antworten - Kommentar von ursula georgi (07.01. 2010 19:30 Uhr):
, lieber herr firley, danke für die fragemöglichkeit zum einen technisch: wie gehe ich short und dann was ist ein gutes setup für den einstieg, um short zu gehen und was ist ein gutes set up für den ausstieg aus dem shorten? danke ursula georgi
Antworten - Kommentar von rigo lehm (07.01. 2010 19:55 Uhr):
Hallo Herr Firley, zuerst mal wünsche ich ihnen und ihrer Familie alles gute für 2010! Sie schreiben heute im "Daily"absichern mit short-Positionen,doch wie findet man am besten,im "dichten Dschungel"der Zertifikatewelt das richtige zum Absichern.Viele grüsse Rigo Lehm
Antworten - Kommentar von Wolfgang Rautner (07.01. 2010 23:04 Uhr):
Hallo herr firley. Vielen dank für ihre immer treffenden beiträge! Welches short derivativ auf den dax würden sie empfehlen? Danke und LG
Antworten
- Kommentar von Herbert Allgeier (07.01. 2010 23:25 Uhr):
Sehr geehrter Herr Firley, Absicherungsstrategien sind leider ein wenig behandeltes Thema. Bei einem größeren Depot ist wohl ein Index-Shortzertifikat (auf Dax z.B.) die einfachste Lösung. Wann und in welchem Umfang einsteigen? Bemessung immer an der Depotgröße? Nach welchen Kriterien berechnet sich die günstigste Lösung? Bieten sich Zertifikate auf bestimmte Indizes besonders an? Schöne Grüße Herbert Allgeier Glottertal
Antworten - Kommentar von Fritz Gsell (08.01. 2010 01:25 Uhr):
Sehr geehrter Herr Firley, erst einmal herzlichen Dank für Ihre gute anlytische (querdenkende) Betrachtungsweise der Börse ! Ich wäre Ihnen dankbar für einen Hinweis für eine gute Shortposition ?! Mit freundlichen Grüßen F. Gsell
Antworten - Kommentar von Maren Stemmer (17.09. 2010 19:12 Uhr):
Guten Tag! Ich habe eine Frage! Wissen sie zufällig wann der DAX 2009 seinen absoluten Tiefstand erreichte? Vielen Dank,mit freundlichen Grüßen
Antworten - Kommentar von Wilhelm Kusterer (11.01. 2011 12:47 Uhr):
hallo, würden Sie eher ein Hebelzertifikat oder einen Optionsschein zur Depotabsiche- rung nehmen und wenn OS, wo (am, im Geld) ? Übrigens, Sie haben einmal einen Abstand zw. 256-GD und Dax genannt, ab dem es kritisch wird! Wie groß ist er?
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