Dax-Korrektur zu halbherzig
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 11. März 2010, 18:00 Uhr
ENL5462
wie Sie wissen, sah der Dax von Anfang Januar bis Anfang Februar eine kleine Korrektur. In diesem Zeitraum fiel der deutsche Aktienindex von 6.048 auf 5.434 Zähler, das ist ein Minus von 10,15 Prozent (nachdem der Dax unglaubliche 65 Prozent gewonnen hatte).
Mir persönlich wäre ein Korrektur-Minus von etwa 14 Prozent lieber gewesen.
„Was soll denn das nun schon wieder bedeuten?" höre ich Sie fragen. Lassen Sie es mich erklären. Vergleichen wir hierzu die aktuelle Situation mit dem Kurs-Verlauf im Sommer 2006.
Chart Dax
Betrachten Sie bitte das gestrichelte Rechteck. Damals im Mai / Juni 2006 verlor der Dax auf Schlusskurs-Basis 13,81 Prozent. Wesentlich wichtiger als diese Prozentzahl war aber - meines Erachtens - das ganz kurzfristige Unterbieten der grünen Kurve und der sofortige „Re-Break" (also der erneute Durchbruch nach oben). Wie Sie als eifriger Investors-Daily-Leser wissen, ist diese grüne Kurve der 256-Tage-GD, also ein Gleitender Jahres-Durchschnitt.
Ich habe mal in meinem Archiv gekramt, da ich mich blass erinnerte, dass ich damals nach diesem „Re-Break" im Jahre 2006 für die weitere Entwicklung recht euphorisch war. Damals schrieb ich unter anderem (Deutschland war übrigens mitten im WM-Fieber):
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Handeln Sie jetzt! (Ausgabe vom 22. Juni 2006)
Wie könnten wir jetzt einen Einstieg finden? Um es auf Fußballdeutsch zu sagen: Nach der Korrektur ist vor der Rallye! Ob die Korrektur jetzt vorbei ist, kann Ihnen keiner (ich wiederhole: keiner!) prognostizieren.
Doch genau jetzt würde ich mir die geprügelten Märkte genauer angucken und wieder kleinere (!) Positionen aufbauen. Entscheidend ist, ob der Dax seinen langfristigen Durchschnitt überbieten kann und zurück in seinen Weg zurück in den Aufwärtstrendkanal findet. Auch technische Indikatoren haben auf Kauf gedreht (z.B. der MACD).
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Nun, wie sich herausstellte (der Dax stieg dann von 5.550 auf über 8.000 Punkte...), lag ich mit dieser Einschätzung richtig. Der Rückgewinn einer steigenden 256-Tage-Linie ist eben nun mal ein „gutes" (fast schon sicheres) Zeichen für weiter steigende Kurse.
Machen wir es kurz: Schauen Sie noch einmal auf den Chart; diesmal auf das rechte Rechteck, welches die kürzlich stattgefundene Korrektur einfängt.
Wie Sie sehen, wurde der 256-Tage-GD nicht wirklich gefährdet. Dafür hätte der Dax eben die oben angesprochenen 14 Prozent fallen müssen. Mit anderen, kritischen Worten: Die aktuelle Korrektur verlief einfach halbherzig. Gründe für eine heftigere Korrektur hätte es - gerade im europäischen Raum - genug gegeben. Wir erkennen dadurch zwei Dinge:
1.) Kurse machen Nachrichten (und diese werden eben momentan eher positiv gestaltet)
2.) Die Börse ist kein Wunschkonzert (auch wenn mir eine heftigere Korrektur lieber gewesen wäre)
Unterm Strich: Natürlich bleibe ich meiner Trend-Linie treu. Kauf-Signale finden dann Beachtung, wenn der Kurs über der 256-Tage-Linie liegt (wie aktuell). Allerdings warte ich für die Erhöhung der Investitionsquote eine bullishe Entwarnung ab, mithin auch die mittelfristigen Signale, wie zum Beispiel im Wochen-MACD. Morgen mehr hierzu.
Viel Erfolg an der Börse
Tom Firley
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Obermueller (11.03. 2010 21:14 Uhr):
ich gebe ihnen absolut recht mit ihrer Warnung und sehe dass derzeit einige Fonds den DAx einfach richtugn 6000 schieben wollen, um dann die Kurse fallen lassen zu können. Es gibt derzeit keinen Grund für eine Entwarnung, die Greichenland Krise, die kommende Spanien - Krise, die extrem hohen Arbeitslosenzahlen, die von allen Regierungen geschönt werden, die unfinanzierbaren Budgetdefizite, die immer größer werdende Lohnunterschiede zwischen dem europäischen Raum und Asien, die uns weitere Arbeitslose bescheren werden, etc, etc...warum der DAx so nach oben getrieben wird? Ich versteh es nicht, fundamental ist es keineswegs gerechtfertigt, ganz im Gegenteil, betrachtet man die Gewinnentwicklungen bei den Konzernen, die Arbeitlsosen wäre ein DAX Stand von 4900 bis 5100 gerechtfertigt. Betrachten sie wie der Dax stabil bleibt bei schlechten Nachrichten und nach oben schnellt wenn die Nachrichten weniger schlecht sind; hier wird eine künstilche Blase aufgebaut, die demnächst zum Platzen gebracht wird, ....und was noch trauriger ist, wir haben aus der letzten Krise wieder nichts glernt,....alle Vorsicht wird über Bord geworfen und die Fonds die mit fremden Geldern gespeist werden treiben ihr gleiches Unwesen wie vorher. Gibt uns das nicht zu DENKEN? Hochachtungsvoll Mag. Werner Obermueller
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