DAX: Kommt eine Konsolidierung?
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 10. Februar 2009, 08:00 Uhr
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Sechs Tage nacheinander hat der deutsche Standardwerteindex nun schon zulegen können. Mit jedem weiteren positiven Handelstag steigt die Gefahr eines kräftigen Rückschlages deutlich an. Die Zahlen der Barclays Bank sorgten unter den Marktteilnehmern für so viel Optimismus, dass der Finanzsektor dem DAX noch einmal einen Aufschlag verschaffte. Mit dem Tageshoch bei 4.688 Punkten näherte sich der Index aber dem aktuellen mittelfristigen Abwärtstrend, der bei rund 4.713 Punkten verläuft. Technisch gesehen besteht für den Index heute die Möglichkeit, diesen Trend nach oben zu durchbrechen und somit die eingeleitete Bodenbildung auszuweiten. Kurse von 5.000 Punkten und darüber wären bei einem Bruch des Abwärtstrends mittelfristig möglich. Sehr wahrscheinlich werden die Bullen aber im letzten Augenblick von den Bären gestoppt werden. Die überaus wichtige Stellungnahme von US-Finanzminister Geithner zur künftigen Regulierung des US-Bankensystems sowie eine Anhörung von US-Notenbankchef Ben Bernanke zu demselben Thema heute Abend werden zumindest die europäischen Märkte in Wartestellung verbringen. Nur ein außerordentliches Ereignis, z.B. eine überraschende Übernahme, würde wahrscheinlich den entscheidenden Schub auslösen. Kommt es hingegen, wie erwartet, heute zu einer Konsolidierung, sollten die Abschläge nicht über die Marke von 4.533 Punkten hinaus gehen. Darunter würde sich das kurzfristige, immer noch sehr positive Chartbild etwas neutralisieren. Aber Vorsicht: Es ist nicht gesagt, dass es noch zu einer Konsolidierung kommt, denn das entspricht aktuell der Mehrheitsmeinung des Marktes und stimmt deshalb auch etwas nachdenklich.
Douglas fühlt den Einzelhandelspuls
Bis auf die schon erwähnten Stellungnahmen von US-Finanzminister Geithner und US-Notenbankchef Bernanke wird es keinerlei neue Konjunkturdaten geben. Die Märkte müssen sich also auf wenige Unternehmensdaten konzentrieren. Von Interesse sind insbesondere die Zahlen der Schweizer Großbank UBS, die bereits ein ordentliches Stück staatlicher Hilfe eingeheimst hat. Investoren fragen sich vor allem, ob diese Bilanz noch von weiteren unvorhergesehenen Abschreibungen belastet ist oder ob sich schon eine Besserung abzeichnet. Darüber hinaus berichtet die deutsche Kosmetikkette Douglas über den Verlauf des ersten Quartals des eignen Geschäftsjahres. Der Aktienkurs hat sich in jüngster Zeit trotz Konjunkturkrise ganz gut gehalten. Bisher war der Vorstand zudem ganz optimistisch, dass das Unternehmen aufgrund seiner breiten Produktpalette nicht so stark von der Krise getroffen werden wird. Finden sich in den heutigen Zahlen dafür auch stichhaltige Belege, dürfte das die Schnäppchenjäger auf den Plan rufen. Zu guter letzt veröffentlicht der Verband Deutscher Anlagen-und Maschinenbauer eine neue Prognose zur Auftragslage. Das könnte für die entsprechenden DAX-Werte etwas unangenehm werden.
Konjunkturdaten: ----------------
Unternehmen: Jahresbilanz: Ciba, UBS Q1-Zahlen: Demag Cranes, Douglas
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.460; 4.550; 4.622
Widerstände: 4.698; 4.729; 4.818
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
