DAX knackt die magische Marke
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Dax 30
vom 7. Dezember 2010, 17:00 Uhr
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wer hätte das vor wenigen Monaten gedacht und darauf zu wetten gewagt. Trotz Eurokrise und Abwertungskampf der Währungen hat der DAX heute das Kunststück vollbracht und die magische Marke von 7.000 Punkten geknackt. Damit hat sich wieder einmal die Anziehungskraft der runden Zahlen bestätigt, die schon von der Tradinglegende Jesse Livermore in seinem Klassiker das Spiel der Spiele" beschrieben wurde. In der Tat scheint dieser Magnetismus nicht nur für Aktien, sondern auch für Indizes zu gelten. Jedenfalls scheint der deutsche Index sich auch in dieser Woche nicht an die Prognosen der Marktbeobachter halten zu wollen, die doch eigentlich mehrheitlich für eine Verschnaufpause votiert haben. Nach einer kurzen Orientierungsphase zu Handelsbeginn zog der Index heute nach Norden davon und gegen 10 Uhr am Vormittag sprang die Anzeigetafel in Frankfurt auf die ersehnte Marke von 7.000 Punkten. Damit wurde übrigens der höchste Stand seit Juni 2008 erreicht. Eigentlich finde ich diese Vergleiche nicht besonders originell, da sich ja die Indexzusammensetzung verändert hat, viele Anleger vergleichen aber gerne die Zeiträume vor und nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers.
Trotz oder wegen der Schuldenkrise?
Häufig frage ich mich, ob die Märkte so stark sind, dass sie die europäische Schuldenkrise fast völlig ignorieren, oder ob die Flucht aus Anleihen in Sachwerte größer ist als die diffuse Angst vor Aktien? Ich bin der Meinung, dass beide Gründe zutreffend sind. Denn immerhin sind Aktien auch nach Kurssteigerungen von teils 100 Prozent nicht generell als überteuert zu bezeichnen. Sicherlich wird die Luft nun ganz allmählich dünner und die Gefahr von heftigen Gewinnmitnahmen erhöht sich speziell für deutsche Werte. Diese wurden bekanntlich durch die bemerkenswerten Exporterfolge der deutschen Industrie in die Wachstumsmärkte befeuert. Sollte sich aber in den sogenannten Schwellenländern das Wachstum wieder abkühlen, würden sich diese Vorzeichen genau umkehren und deutschen Aktien würde eine heftige Korrektur drohen. Diese wäre um so stärker, falls das Wachstumstempo der Schwellenländer nachlassen würde, bevor sich die europäischen und die US-Verbraucher wieder genügend von der Krise erholt hätten. Trotzdem mache ich mir aber keine besonderen Sorgen, so lange auf dem Kurszettel hochwertige Aktien stehen, deren Dividendenrendite mit sechs bis sieben Prozent die Rendite von angezählten Staaten verblassen lassen.