DAX: Kein weiterer Bärentanz
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 12. Februar 2009, 08:00 Uhr
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Mit einem Abstand von einem Tag haben auch die Börsenteilnehmer in New York ihre unwirsche Reaktion auf das geplante Lösungspaket für die Bankenkrise von US-Finanzminister Geithner etwas relativiert. Die Erholung der US-Indizes blieb aber wie des DAX sehr moderat. Positiv hervorzuheben bleibt, dass es dem deutschen Standardwerteindex gelang, die Unterstützungslinie bei 4.460 Punkten erfolgreich zu verteidigen sowie oberhalb der Zone um 4.500 Punkte zu schließen. Um den in der vergangenen Woche gestarteten Aufwärtsimpuls jedoch fortzuführen, bedarf es recht bald eines neuen Signals der Bullen. Tolerabel wäre heute nochmals ein geringer Abschlag oder eine Seitwärtsbewegung, spätestens morgen muss der DAX aber deutlich oberhalb von 4.600 Punkten schließen. Gelingt dieser Zugewinn nicht, werden sich die meisten Investoren wieder auf die Unterseite der aktuellen Handelsspanne orientieren. Hierbei kämen die besagte Unterstützung um 4.460 Punkte und der junge Aufwärtstrend seit Mitte Januar um 4.400 Punkte wieder ins Visier der Bären. Auffällig bleiben die Schwierigkeiten des Index die kurzlaufende 38-Tage-Linie nachhaltig hinter sich zu lassen. Ohne außerordentliche Impulse wird es dem DAX wahrscheinlich nicht gelingen, den noch immer gültigen mittelfristigen Abwärtstrend zu überwinden. Der Blick auf die Entwicklung des Automobil-und Bankensektors, die beide in jüngster Vergangenheit durch negative Nachrichten für klare Marktbewegungen gesorgt haben, bleibt deshalb unabdingbar. General Motors wird im Laufe des Tages Auskunft über die Quartalsentwicklung geben. Es wird interessant sein zu erfahren, wie die US-Regierung nach dem Bankenrettungsplan gedenkt, den Automobilbauern Luft zu verschaffen. Viel Zeit für einen Lösungsplan bleibt nicht, weshalb sehr drastische Maßnahmen zunehmend wahrscheinlich werden. Auf marktgerechte Lösungen könnten die Investoren diesmal eine andere Reaktion zeigen als noch vor einige Wochen, ein Aufwärtsimpuls wäre denkbar.
Überraschung bei Einzelhandelsumsätzen?
Ein Bild der Traurigkeit gibt die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in den USA in den vergangenen Monaten ab. Großes erwarten die Analysten heute auch nicht von den aktuellen Zahlen für Januar. Sie könnten aber vermutlich etwas daneben liegen, denn die Amtseinführung von Präsident Obama hat die trübe Stimmung für einen Zeitraum von knapp zwei Wochen verscheucht. Zwar wird es mit Sicherheit nicht zu einem neuen Kauf-Boom infolge des Regierungswechsels gekommen sein, die starke Zurückhaltung der Verbraucher in den letzten Monaten der Bush-Regierung sollte sich etwas abgebaut haben. Nur der kleinste Hauch einer Belebung bei dieser Kennzahl würde die Märkte insbesondere in den USA ins Verzücken versetzen. Neben General Motors berichtet auch der Getränkekonzern Coca-Cola über den Verlauf des vergangenen Quartals. Nachdem gestern bereits Danone dargelegt hat, dass auch Konsumgüterhersteller von der Wirtschaftskrise erfasst worden sind, dürfte auch Coca-Cola von ähnlichem berichten. Zudem gibt die EZB einen Überblick über den Verlauf der Konjunktur in der Eurozone. Hoffnungsschimmer auf etwaige Belebungssignale werden in der Berichterstattung kaum zu finden sein. Die Talsohle der Tränen dürfte aber bald erreicht werden. Zinsspekulationen werden in heute in jedem Fall folgen.
Konjunkturdaten: USA: Einzelhandelsumsätze (Januar),EZB: Konjunktureller Monatsbericht
Unternehmen: Q4-Zahlen: EDF, Renault; HV: Infineon
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.379; 4.401; 4.460
Widerstände: 4.550; 4.622; 4.698
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
