DAX: Je nach Windrichtung...
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 2. Juli 2009, 11:11 Uhr
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Im Mittelpunkt: der US-Arbeitsmarktbericht Juni
Die gestrigen Zahlen des ADP-Arbeitsmarktberichts sorgten gestern für eine Enttäuschung an den Aktienmärkten. Die Zahl der abgebauten Arbeitsplätze belief sich auf 473.000 und lag damit deutlich über der Prognose von 375.000. Wie ich schon gestern bemerkte, muss diese Tendenz nicht für den heutigen Arbeitsmarktbericht fortgeschrieben werden, aber der Anstieg der Arbeitslosigkeit dürfte sich auch in Juni unter dem Strich fortgesetzt haben. Die Konsensprognose geht von einem Anstieg von 9,4 auf 9,6 Prozent aus. Eine Wendepunkt am US-Arbeitsmarkt würde damit langsam näher rücken, wie ich aber schon im Januar in einem Beitrag hier bemerkte, dürfte sich erst im Bereich zwischen 10,5 und 11 Prozent eine Kehrtwende einstellen. Vermutlich wird diese Trendumkehr im Zeitraum zwischen Oktober 2009 und Januar 2010 stattfinden. Die US-Notenbank würde eine solche Entwicklung mit höchster Aufmerksamkeit begleiten, denn eine Wende bei den US-Arbeitsmarktzahlen gilt als Voraussetzung für das Ende der lockeren Geldpolitik. Steigt die Arbeitslosenquote deutlich stärker an als erwartet, könnte das kurzfristig zu einer stärkeren Belastung an den Aktienmärkten führen. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte nach der fundamentalen Entwicklung im Juni fast auszuschließen sein.
Auftragseingänge in der Industrie wieder leicht rückläufig
Das Ringen um den Erhalt der US-Autobauer dürfte die Vergabefreudigkeit bei den Auftragseingängen in den USA deutlich gebremst haben. Der Konsens der Analysten erwartet einen Rückgang des Anstiegs von 0,7 Prozent im April auf 0,4 Prozent im Mai. Da die Schätzungen aber nur sehr grob vorgenommen werden können, steckt in der tatsächlich veröffentlichten Zahl immer viel Überraschungspotential. Ein Anstieg um mehr als ein Prozent ist diesem Zusammenhang genauso denkbar wie ein Rückgang um denselben Wert. Ein leichter Einfluss der staatlichen Ausgabenprogramme sollte bereits spürbar sein, richtig deutlich wird sich dieser Impuls aber erst im Herbst dieses Jahres entfalten. Über den Sommer dürfte der Auftragseingang eher stagnieren oder leicht rückläufig sein.
Konjunkturdaten: USA: 14.30 Uhr: Arbeitsmarktbericht Juni, 16.00 Uhr: Auftragseingänge Industrie Mai.
Unternehmenszahlen: -------------
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.753; 4.770; 4.818
Widerstände: 4.919; 4.954; 4.989
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf