Dax ist nicht gleich Dax
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 16. Dezember 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
normalerweise zeige ich Ihnen im Investors Daily ein wenig Charttechnik und manchmal weise ich darauf hin, wo sich interessante Chartkonstellationen entwickeln. Heute möchte ich Ihnen einmal zeigen, was Sie eher nicht tun sollten.
Nicht kaufen nur um des Kaufens willen
Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass einige Anleger mit besonderer Freude und entsprechend unverhältnismäßig hohem Einsatz im Januar ihre Aktieneinkäufe tätigen. Und dies kann die banalsten Gründe haben, zum Beispiel „weil gerade Zeit ist" oder „weil gerade Geld da ist (13. Monatsgehalt, Weihnachtsgeld...)" oder ganz einfach „weil sich dann die Jahresrendite am Jahresende so schön berechnen lässt".
Sie sollten nicht so verfahren. Zwar bin ich der Ansicht, dass eine Ausstiegsstrategie in vielen Fällen wichtiger ist als eine Einstiegsstrategie. Aber einsteigen, „weil gerade Zeit ist" ist vollkommen inakzeptabel.
Wären Sie zum Beispiel am Jahresanfang zu gleichen Teilen in Infineon, Deutsche Bank, Henkel, BASF und Metro eingestiegen, hätten Sie sogar eine tolle Performance von 110% erzielt. Hätten Sie denselben Kauf zwei Monate später gewagt, am 6. März 2009 (als der Dax auf Rally umschaltete), dann wäre die Performance auf 261% angewachsen... Aber:
Wer A sagt, muss auch B sagen. Genauso gut (wenn Sie ohne Strategie fahren) hätten Sie aber auch zu Jahresbeginn auf VW, Commerzbank, Telekom, Münchner Rück und Merck setzen können. Dann säßen Sie auf einem Minus von über 17%. Nur der Vollständigkeit halber: Hätten Sie diese Werte am 6. März gekauft, dann hätten Sie immerhin ein Plus von 31% erzielt. Weiter unten habe ich Ihnen Liste der Dax-Werte mit den Performances seit Jahresanfang und dem 6. März mitgebracht. Sie erkennen:
Ein Einstieg ohne Strategie entspricht einem Glücksspiel. Sie können Glück haben und in guten Jahren einige Prozentpunkte mitnehmen oder eben auch Pech haben und selbst in einem Dax-Aufwärtsjahr im Minus liegen. Eines ist klar: „Glück" ist an der Börse nur ein sehr kurzlebiger Faktor...
Ausnahme der Regel
Es gibt vielleicht ein bis zwei Strategien, die tatsächlich Sinn machen, wenn Sie ausschließlich zum Jahresanfang in Aktien anlegen. Wenn Sie zum Beispiel bei der Aktienanlage ganz langfristig denken, aber so wenig Zeit wie möglich in die Analyse stecken wollen, dann könnten Sie zum Beispiel immer am ersten Handelstag im neuen Jahr einen frei verfügbaren Betrag in Dax-ETFs oder Index-Zertifikate stecken. Auf lange Sicht basteln Sie sich so Ihren eigenen Fonds-Sparplan - ohne Verwaltungs- oder Erfolgsgebühren zu bezahlen.
Freilich, die Hoffnung bestünde dann darin, dass der Mittelkurs dieser einzelnen Käufe dann in ferner Zukunft unter dem Dax-Stand steht. Nur so machen Sie unterm Strich einen Gewinn und schlagen dann hoffentlich immerhin die Inflation.
Wer mehr will, muss sich etwas öfter mit der Börse auseinandersetzen. Und wie Sie als Investors daily-Leser sicherlich wissen: Es lohnt sich!
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley