DAX: Höhenflug setzt sich fort
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 20. Oktober 2009, 08:00 Uhr
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Die Kursverluste vom Freitag blieben eine Eintagsfliege. Unabhängig von den Schwierigkeiten der USA, ihr immenses Haushaltsdefizit zu finanzieren und der fortgesetzten Schwäche des US-Dollar kauften Investoren DAX-Papiere was das Zeug hielt. Der Schlusskurs von 5.852 Punkten lag damit auf dem Niveau vom vergangenen Mittwoch, als der DAX mit 5.854 Punkten ein neues Jahresschlusskurshoch erreichte. So kurios es klingen mag, gerade auch die Schwäche des US-Dollars treibt den DAX zumindest kurzfristig zusätzlich an, denn die Hauptinvestoren am deutschen Aktienmarkt sind nach wie vor britische und amerikanische institutionelle Investoren. Allerdings nimmt auch das Interesse aus dem asiatischen und dem arabischen Raum deutlich zu.
Andererseits muss man auch konstatieren, dass der Aktienmarkt sich nun langsam beginnt, von den fundamental gerechtfertigten Bewertungen zu entfernen. Das muss nicht gleich für eine Konsolidierung sorgen, dürfte aber auch nicht lange auf sich warten lassen. Ein Durchmarsch bis 6.100 Punkte, sofern man den Abstand zu diesem Kursziel von fünf Prozent noch so bezeichnen will, ist unter diesen Umständen wahrscheinlicher geworden. Betrachtet man noch dazu die geradezu stürmisch positive Reaktion der Anleger auf die Apple-Zahlen im nachbörslichen Handel, wird es schon schwierig, eine Korrektur in unmittelbarer Nähe zu vermuten.
Autos ganz vorne
Da beginnt diese Woche die Toyota Motor Show und die deutschen Hersteller sind seit langer Zeit komplett abwesend. Den Investoren scheint dies nichts auszumachen, denn bei aller Skepsis über den Verlauf des Jahresauftakts 2010 für die deutsche Autoindustrie sieht die Börse mit Wohlwollen den Erfolg der eingeleiteten Sparmaßnahmen. Die Schwäche des deutschen Automarktes im nächsten Jahr spielt bei der Bewertung weit weniger eine Rolle als die möglichen Erfolge auf den Absatzmärkten in Asien und Südamerika. Auch der steigende Euro/USD-Kurs macht den Herstellern schon lange nicht mehr soviel aus, verfügen sie doch über genügend Produktionsstätten im USD-Raum um eventuelle Nachteile auszugleichen. Im Ausland hat man weit weniger Zweifel an der Qualität Made in Germany als zuhause, dass wird sich wie immer auszahlen.
Von wegen 5.700!!
Eigentlich mag ich schon sehr klare und deutliche Analysen, aber es zeigt sich immer häufiger, dass gerade im kurzfristigen Bereich nur Fakten zählen. Die 5.700 Punkte wären zum Wochenbeginn nur angesagt gewesen, wenn der DAX den unteren Rand des von mir skizzierten Schwankungsbandes zwischen 5.748 und 5.900 Punkten deutlich nach unten verlassen hätte. Er tat es nicht und wendete sich wieder der oberen Begrenzung zu.
Um die wird es heute auch gleich zum Handelsstart gehen. Fegt der DAX den starken Widerstand bei 5.888 Punkten aus dem Weg, steht ihm das Erreichen der 6.000 Punkte-Marke weit offen. Der heutige Schlusskurs muss hierzu aber in jedem Fall über 5.900 Punkten liegen. Fällt der Index hingegen wieder unter 5.800 Punkte zurück, käme ein Rückfall bis 5.700 und danach bis 5.610 Punkte rasch wieder auf die Tagesordnung. Aufgrund der Vielzahl von Konjunktur- und Unternehmensdaten bleibt das Rennen unzweifelhaft spannend.
USA: Baubeginne und Baugenehmigungen
Die Entwicklung des NAHB-Wohnungsmarktindex, der leicht schwächer und damit deutlich unter den Erwartungen ausfiel, berührte den Markt gestern kaum. Ob das auch auf die Baugenehmigungen und Baubeginne im September zutrifft wird sich zeigen. Mit der Misere im Immobilienmarkt haben sich die Anleger fürs erste abgefunden, einen erneuten Rückfall in noch schlechtere Zeiten würden sie aber kaum ignorieren können.
Zumindest die Schätzungen der Analysten versprechen aber eine weitere Verbesserung der Lage, denn beide Kennzahlen sollen im September leicht zugelegt haben. Die möglichen Gründe hatte ich gestern bereits an dieser Stelle genannt. Der schwache US-Dollar könnte zudem bald auch ausländische Investoren in größerem Stil auf den US-Immobilienmarkt locken. Mitte der Achtziger und der Anfang der Neunziger Jahre war eine solche Entwicklung auch schon mal zu beobachten gewesen. Danach stiegen die Preise wieder schneller als so manchem lieb war.
Technologie-Titel mit neuen Zahlen
Nach Google und Apple darf heute auch die zweite Reihe ein wenig von ihren Zahlenwerken des vergangenen Quartals berichten. Im Falle Yahoos dürfte das Überraschungsmomentum weniger eindrucksvoll ausfallen, denn die Kooperation mit Microsoft führte nicht zu neuen Höhenflügen im Aktienkurs. Für SanDisk, dem Speicherspezialisten könnte hingegen die robuste Konjunktur im PC-und Softwarebereich einen Extraschub ausgelöst haben (Stichwort: Netbooks).
wieder Vorkrisenniveau erreicht und befindet sich auf dem besten Wege, dass Allzeithoch bei 198 US-Dollar ins Visier zu nehmen.
Allein die Eindeutigkeit dieses Unterfangens spricht etwas dagegen. Da Apple auch eher zu den zurückhaltenden Unternehmen seiner Zunft in Sachen Prognose zählt, könnte das Gelegenheit für Gewinnmitnahmen bieten. Umsatz- und Ertragszahlen werden die Erwartungen aber wohl, wie fast immer in jüngster Vergangenheit, übertreffen.
Konjunkturdaten: USA: 14.30Uhr: Erzeugerpreise, Baubeginne, Baugenehmigungen September
Unternehmenszahlen: Zahlen (Q3): Coca Cola, Du Pont, Pfizer, SanDisk, STMicroelectronics, Yahoo.
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 5.753; 5.778, 5.844
Widerstände: 5.897; 5.922; 5.953
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
