Dax: Geschichte und Gewinner
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 4. März 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
schauen wir uns heute einmal ein paar Aktien an, die in den letzten Abwärts-Monaten aus der Reihe tanzten. Betrachten wir zur Orientierung zunächst den Dax:
Dax Chart
Im Chart sehen Sie das Kurs-Trauerspiel in seiner ganzen epischen Breite. Das Rechteck markiert die fehlgeschlagenen Versuche im Jahre 2007 das Dax-Allzeithoch nachhaltig zu überwinden. Der damals noch etwas sorglosere, heutige Investors-Daily-Redakteur schrieb etwas über ein mögliches Doppel-Topp mit einem möglichen Kursziel von 6.435 Punkten.
Der 256-Tage-GD kündigte es an
Leichtes Ungemach kündigte dann der rot markierte Kreis an. An dieser Stelle durchbrach der Dax seinen 256-Tage-GD nach unten. Interessanterweise fand dies übrigens zwei Tage vor dem eigentlichen Januar-Crash (18. Januar 2008) statt. Aber gut, der Bruch durch einen langfristigen GD muss nicht gleich den Untergang der Börsenwelt andeuten.
Auch damals im Frühjahr 2008 berappelten sich die Kurse zunächst wieder. Zahlreiche Analysten sahen bereits das Ende der Immobilien-Krise und deren Auswirkungen auf die Börse. Wie Sie wissen kam alles ganz anders.
Bei 6.400 war die Welt noch halbwegs in Ordnung
Anhand der schwarzen Linien im Chart erkennen Sie einen eindeutigen Abwärtstrend (fallende Hochpunkte) und das mehrfache Unterbieten (jeweils schwarz eingekreist) einer wichtiger Unterstützungslinie.
Diese Linie lag bei etwa 6.400 Punkten; vom Allzeithoch bei 8.151 Punkten ist der Dax-Kurs bis zu einem Stand von 6.400 also etwa 1.700 bzw. 20% gefallen. Ein Kursverfall von 20% oder 1.600 Punkten - angesichts einer Aufwärtsbewegung von etwa 2.200 Punkten auf 8.000 in den Jahren 2003 bis 2007 - kann eigentlich noch als notwendige Korrektur bezeichnet werden.
Das eindeutige Zeichen: Dax fällt unter 6.000
Ende September kündigte es sich aber bereits in den Charts an: Am 26. September schloss der Dax das letzte Mal oberhalb der 6.000er Marke. Danach folgte weltweit einer der schlimmsten Börsenabstürze der Geschichte...
Soweit also die Historie. Interessant wäre doch nun eine Betrachtung jener Aktien, die seit dem 26. September nicht oder nur wenig gefallen sind. Gibt es da im Dax überhaupt welche?
Die Entwicklung der Dax-Einzelwerte
Um es gleich vorweg zu nehmen: Seit dem 26. 9. 2008 liegt jede einzelne Aktie aus dem Dax im Minus (siehe Liste im nächsten Abschnitt). Die drei Aktien, die am wenigsten stark gesunken sind:
Fresenius Medical Care: minus 8,63%
Deutsche Telekom (wer hätte das gedacht?): minus 13,77%
Münchener Rück: minus 18,34%
Werfen wir einen Blick auf den „Spitzenreiter" Fresenius Medical Care. Hier im Vergleich mit dem Dax:
Chart Dax contra FMC
Der Dax verliert seit dem 26.September mehr als 39%. Die Fresenius Medical Care-Aktie dagegen steht mit einem Minus von nur 8,63% fast wie ein Musterschüler da.
Nicht, dass Sie jetzt denken, Sie müssten einfach nur die Aktien aus den jeweiligen Indizes auswählen, die seit dem 26. September am wenigsten stark gefallen oder sogar gestiegen sind. So einfach ist die Sachlage leider nicht. Aber es ist meines Erachtens doch ein interessanter Ansatz. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie Morgen (ich habe die Chartschau zehn interessanter Werte nicht vergessen... aber ich habe mich etwas zu lange mit der Dax-Historie aufgehalten...)
Dax heute über 5% im Plus
Der Dax und damit logischerweise auch die Einzelwerte sind heute stark gestiegen. Salzgitter plus 11,08%, MAN steigen 10,94%, Thyssen plus 10,17 usw. Laut Medien hofft die weltweite Börsen-Gemeinde auf eine Erholung der chinesischen Wirtschaft (und damit auf eine Ankurbelung der Weltwirtschaft).
Falls Sie Einstiegs-Gedanken hegen: Warten Sie ab, ob der Dax in den nächsten Tagen die 4.000er Marke schafft.
Ironie des heutigen Tages: Kein Dax-Wert schließt heute im Minus, außer dem oben dargestellten charttechnischen Musterschüler Fresenius Medical Care...
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
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