DAX geht beschwingt ins Wochenende
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Dax 30
vom 21. Oktober 2011, 14:30 Uhr
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Der deutsche Aktienmarkt ist heute ebenfalls in Feierlaune. Doch mit Gadaffi hat das nichts zu tun, sondern mit Fitch. Die Ratingagentur ist für den Rückenwind von DAX & Co. verantwortlich. Diese hat nämlich angekündigt, dass sie keine Rating-Änderungen vornehmen wird, obwohl der heiß ersehnte EU-Gipfel für das Wochenende anberaumt ist und bislang die Fronten zwischen den beiden großen Nachbarn Deutschland und Frankreich als verhärtet angesehen werden können.
Frankreichs Präsident Sarkozy, dessen Banken ja weitaus deutlicher angeschlagen sind als die deutschen Kollegen, will bei dem Gipfel erreichen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) offiziell dazu angehalten wird weiterhin Staatsanleihen aufzukaufen, um die Liquiditätsprobleme in der Euro-Zone zu lösen. Angela Merkel und Finanzminister Schäuble wollen das nicht. Und so streiten die beiden Staatsoberhäupter noch eine Weile um die Ausgestaltung des erweiterten EFSF. Eine Lösung scheint in weite Ferne gerückt. Und Frankreich macht sich Sorgen um sein Rating. Muss es aber nicht, denn Fitch ist gnädig.
"Die Veränderungen am Rettungsmechanismus EFSF würden das Rating von Frankreich nicht gefährden", sagte der Leiter der Abteilung Staatsanleihen, David Riley, am Freitag am Rande einer Konferenz in Brüssel. Zudem würde eine starke EU-Lösung Italien und Spanien vor einer Herabstufung schützen.
Obwohl zuletzt Rating-Abstufungen an den hiesigen Aktienmärkten kaum noch zu Ausschlägen führten, macht sich heute ob dieser angekündigten Zurückhaltung" doch Erleichterung bei den Börsenakteuren breit. Zuletzt legte der DAX um 2,0% auf 5.884,53 Punkte zu, nachdem er den Vormittag über eher moderate Gewinne verzeichnet hatte. Kollege MDAX zog ebenfalls etwas an, und der Technologierwerteindex TecDAX drehte nach leichten Verlusten zurück ins Plus.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (22.10. 2011 15:07 Uhr):
Hallo Frau Bach, ob Fitch eine Rating-Änderung für Frankreich vornimmt oder nicht, ist fast schon egal. Sie haben ja gesehen in letzter Zeit, dass der Markt kaum noch reagiert hat. Weil die Agenturen mit der Zeit auch unglaubwürdig werden in ihrer politischen Neutralität. Warum glauben Sie, macht Fitch jetzt plötzlich einen Rückzieher, nachdem es vor einigen Tagen noch geheissen habe, dass Frankreich demnächst auf der "Änderungs-Liste" stehen würde. Aber mit ernsthafter Wirtschafts- und Finanzpolitik hat das Ganze spätestens seit 2007 ohnehin nichts mehr zu tun. Man sieht doch jetzt wieder an diesem Wochenende die Uneinigkeit zwischen Herrn Sarkozy und Frau Merkel in der Entscheidungsfindung einer klaren strategischen Vorgehensweise. Dabei wird der sinnlose Versuch unternommen, mit Unsummen (wohlgemerkt die nicht vorhanden sind!!) die ach so armen Banken zu retten, die sich nach den Schrottanleihen im Immobiliensektor nun mit Anleihen von Pleitestaaten zwar zunächst "prächtig verdient", aber letztendlich doch verzockt haben. Und, hat sich etwa nach den steuer- und schuldenfinanzierten Geschenken an die großen Geldhäuser etwas geändert. Nicht das Geringste. Sehen Sie sich doch beispielsweise die ohnehin schon ausgebombten Papiere der Commerzbank an. Der Schusskurs lag bei 1,59 Euro. Im Mai 2007 kostete die Aktie in der Spitze an die 38 Euro. Bezogen auf den Schlusskurs vom Donnerstag beträgt der Kursverlust fast 96 Prozent. Wahrlich, ein historischer Zusammenbruch. Die Welt, die wir bisher kannten und halbwegs vertrauten, existiert nicht mehr. Mit ein Kernproblem der europäischen Banken ist doch auch, dass das Verhältnis von Krediten zu Einlagen im Schnitt bei 115 Prozent liegt. Konkret: Die Kundeneinlagen reichen nicht zur Refinanzierung der Kredite aus. Wenig verwunderlich war daher auch der Untergang der Dexia; hier lag das Verhältnis von Krediten zu Einlagen bei unglaublich hohen 250 Prozent. Zu guter letzt wird es wohl oder übel zu einer massiven Schrupfung der Kreditvolumina bei den Banken kommen müssen. Aufgrund der zusammengebrochenen Aktienkurse dürfte es aber sehr schwierig werden, die Vorgabe der Regierung - eine Kernkapitalquote von 9 Prozent zu erreichen - mittels Kapitalerhöhungen zu stemmen. Und natürlich mit einhergehenden ernsten deflationären Folgen für die Realwirtschaft. DieUmsätze gehen dann zurück, die Kaufkraft wird immer kleiner und dadurch kommt es zum ruinösen Wettbewerb, weil sich alle um die Brotkrumen streiten. Die Pleitewellen steigen immer schneller an, die Firmen können den Belastungen und schwindenden Erträgen nichts mehr entgegensetzen und gehen bankrott. Und in einer Deflation ist jeder Betrieb früher oder später vom Bankrott bedroht, da diese jede wirtschaftliche Tätigkeit abwürgt. Jede Art von Arbeitseinkommen gerät unter Druck, in gleichem Maße, wie der Wert des Geldes zunimmt. Wir müssen also im schlimmsten Falle damit rechnen, dass Ähnliches wie in der Zeit der Weltwirtschaftskrise damals in den 1920/1930igern wieder passieren kann. Insbesondere dann, wenn unsere "Politelite" den Rettungsschirm noch weiter bzw. immer wieder weiter erhöhen, indem man beispielsweise den zehnfachen Hebel ansetzt, indem man anstatt 20% nur noch 10% der Summe "absichert", oder den 20fachen........ . Bei Geld, das man sowieso nicht hat, ist es doch auch egal, wie groß die Luftbuchungen werden!!! Zusammengefasst: Mit sozialer Marktwirtschaft hat das alles nichts mehr zu tun, wenn ein kleiner elitärer Kreis den Rest der Gesellschaft aussaugt über unvorstellbar riesige Zahlungsströme, die aus Zinszahlungen für Kredite einerseits und Rettungspaketgeschenken andererseits bestehen. Aber, da wir ja proaktiv und positiv denken, freue ich mich, Ihnen und Ihrer lieben Familie ein besonders schönes WE zu wünschen. Gruß, Ihr aufmerksamer Leser Albert Karl
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