Dax formal im Hausse-Modus
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 10. August 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
heute präsentiere ich Ihnen ein paar einfache Berechnungen. Bitte bleiben Sie dran und glauben Sie mir einfach, dass ich die Grundrechenarten beherrsche. Natürlich können Sie das Folgende auch überprüfen. Wichtig ist aber, dass Sie den Text in einer ruhigen Minute lesen.
Eine Frage will mir nicht aus dem Kopf:
Sind wir in einer Hausse?
Sie wissen, ich wende die Charttechnik als Analyse-Form an. Dabei sträube ich mich aber dagegen, punktgenaue Kurszielberechnungen besonders ernst zu nehmen. Vielmehr ist es wichtig zu wissen, in welchen Bereich ein Kurs vordringen muss, um eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Weiterführung des Trends zu erreichen.
Formal und wirklich ganz einfach berechnet sind wir übrigens tatsächlich in einer Hausse. Denn eine Trend-Bewegung gilt als beendet (oder zumindest in Gefahr), wenn 30% der vorherigen Bewegung wieder aufgeholt wurden.
Werfen wir einen kurzen Blick auf den Dax-Chart.
Chart Dax
Die Baisse von Ende 2007 bis März 2009 brachte den Dax von 8.076 (schwarzer Kreis) auf 3.666 Punkte (roter Kreis). Prozentual ist dies ein Verlust von 54%. Nominal hat der Dax 4.410 Punkte (8076 minus 3666) verloren. Das ist Fakt. Stellen wir uns also folgende Frage:
Ab wann ist dieser Abwärtstrend gebrochen oder in Gefahr oder gar beendet? Wenn wir einen Trend für beendet erklären würden, sobald 30% der vorherigen Abwärtsbewegung abgefrühstückt werden, um wie viel Punkte hätte der Dax dann bislang steigen müssen?
Das können wir ganz einfach ausrechnen:
Der Dax verlor 4.410 Punkte. 30% von 4.410 Punkten sind 1.323 Punkte. Das heißt also der Dax hätte seit dem März-Tief (schwarzer Kreis, 3.666 Punkte) um über 1.323 Punkte ansteigen müssen, um den vorherigen Abwärtstrend zu gefährden / beenden.
Und wie viel Punkte ist der Dax gestiegen? Auch das können wir ganz einfach berechnen:
Vom Tief im März diesen Jahres bei 3.666 Punkten bis letzten Freitag stieg der Deutsche Aktienindex auf 5.458 Punkte. Das sind 48,9 (!) Prozent oder nominal 1.792 Punkte. Das bedeutet:
Der Dax ist sogar schon (weit) über sein Ziel hinausgeschossen! Formal sind wir also in einer Hausse. Netter Nebeneffekt:
Wenn wir genau berechnen, ab welchem Punktestand der Dax in den Hausse-Modus gewechselt hat, kommen wir zu folgendem Ergebnis:
3.666 Punkte plus 1.323 Punkte = 4.989 Punkte
Das Ergebnis an sich ist nicht besonders spektakulär, aber:
30%-Regel und 256-Tage-GD
Die meisten von Ihnen wissen, dass ich dem 256-Tage-GD eine besondere Bedeutung beimesse. Und jetzt dürfen Sie dreimal raten, wo der 256-Tage-GD den Dax nach oben durchbrochen hat.
Es war am 17. Juli bei 4.980 Punkten, ganze 9 Punkte von der bislang mit der 30%-Regel errechneten Punktzahl entfernt. Ist das nicht unglaublich? Damit wird der GD-Durchbruch in meinen Augen, zumindest charttechnisch, doppelt so wichtig.
Das Einzige, was stört...
Das Einzige, was momentan stört, verrate ich Ihnen morgen. Visualisiert sehen Sie die Störung anhand der beiden Rechtecke. By the way: Das letzte Mal, als ich Ihnen eine Erklärung für den nächsten Tag androhte, traf genau diese Überlegung ein (es war die Bärenfalle Anfang Juli).
Wollen wir hoffen, dass die angesprochene Störung sich bis morgen Abend nicht bewahrheitet...
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
