Dax folgt den US-Börsen ins Minus
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 11. November 2008, 18:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
das sieht heute mal wieder gar nicht gut aus. Die US-Börsen (Dow und S&P 500 etwa minus 3%) kommen ins Straucheln und reißen den Dax (mehr als 5% minus!) gleich richtig mit in die Tiefe.
Begründet wird dieser Kursverfall mit wieder aufkeimenden Sorgen zur Weltwirtschaft. Ich würde es ein wenig anders begründen:
Die Investoren haben einfach Angst, die Kursgewinne der letzten Tage wieder schwinden zu sehen und steigen wieder aus. Schauen wir uns hierzu den kurzfristigen Dax an:
Wie Sie erkennen, bewegt sich der Dax aktuell inmitten der beiden Begrenzungen von 4.295 und 5.278 Punkten. Wie gestern bereits erwähnt, konnte der Dax vom 24.Oktober bis zum 4. November von 4.295 auf 5.278 Punkte ansteigen - ein Kursgewinn von fast 23%. Dabei verhielt er sich fast spiegelbildlich zum Dow Jones, dieser gewann in derselben Zeit etwa 18%. Sicherlich haben viele Glücksritter und Schnäppchenjäger diesen Anstieg für erste Einkäufe bei einzelnen Dax-Werten genutzt.
Zittrige Hände, zittrige Börsen
Heute steht der Dax bei etwa bei 4.750 Punkten, also gut 10% unter dem Zwischen-Hoch vom 4. November. Zittrige Hände (die der vermeintlichen Glücksritter) nehmen jetzt also wieder ihre kargen Gewinne mit, da sie dem ganzen Börsenbraten nicht trauen. Und zittrige Hände wiederum sorgen für zittrige Börsen.
Gute Nachrichten, fallende Kurse
Da ist es egal, dass RWE heute den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. Nun gut, das ist keine so bahnbrechend gute Neuigkeit. Schlussendlich wird einfach bestätigt, was angepeilt wurde. Aber es ist auch keine schlechte Nachricht, die für Kursverluste sorgen sollte. RWE-Akien fallen trotzdem um 2%...
Für Trader, die sich in einer engen Kurs-Range wohl fühlen, mag das ein El Dorado sein. Mittelfristige Anleger erleben so ein tägliches Wechselbad der Gefühle. Der Vorteil: Schauen wir uns hierzu den etwas längerfristigen Dax an:
Rechts im Kursverlauf sehen Sie das Kursgeplänkel der letzten Wochen. Einmal hin, einmal her. Der Vorteil ist, dass genau diese Zitterbörsen für eine Bodenbildung und weiterhin für Entscheidungsmarken sorgen. Diese Marken sind zunächst ganz klar durch die beiden oben genannten Begrenzungen festgezurrt. Oben die 5.278, unten die 4.295.
Falls Sie übrigens bei Einzelwerten nicht warten wollen, bis der Dax die obere Begrenzung durchstoßen wird, dann schauen Sie sich schon jetzt einige Werte (übrigens auch aus den US-Indizes) etwas genauer an. Zum Beispiel die Aktien, die nach positiven Nachrichten dem Gesamtmarkt nicht trotzen können und dennoch fallen (wie oben angesprochen RWE; oder auch Procter & Gamble, die heute ihre Gewinnprognose erhöhten; die Aktie fällt trotzdem ...)
Auf diese Art und Weise bekommen Sie einen ersten kleinen Fuß in die Börsentür. Und sollten sich die Weltbörsen doch dazu entschließen, dass wir noch etwas weiter fallen und die letzten Tiefs unterschreiten müssen, dann haben Sie auch sinnvolle Stoppmarken parat.
Das ist in meinen Augen der große Vorteil, wenn sich die Indizes im Fegefeuer befinden. Sie kaufen nicht zu günstig ein, aber auch nicht zu teuer und Sie haben klare Stoppmarken vor Augen, die logischerweise etwas unter die letzten Tiefs gelegt werden sollten.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley

