DAX - Fast identische Wellenmuster im Jahr 2006 und im Jahr 2008
Rüdiger Maaß in Wave Daily zum Thema Dax 30
vom 26. Mai 2008 13:00 Uhr
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Lieber Wave Daily Leser,
heute möchte ich Sie auf eine Wellenformation aufmerksam machen, die im Jahre 2006 stattgefunden hat und sich im Jahr 2008 wiederholt hat.
Studieren Sie bitte im Vorfeld das umgekehrte Dreieck, dass ich als Skizze für Sie vorbereitet habe.
Merkmale:
1. Das umgekehrte Dreieck besteht aus fünf Wellen, die steigende Hochpunkte und fallende Tiefpunkte bilden. Die Hoch- und Tiefpunkte lassen sich mit einer Begrenzungslinie verbinden.
2. Die fünf Wellen müssen aus dreigliedrigen Mustern bestehen.
3. Das umgekehrte Dreieck bildet sich nur in einer vierten Welle. In wenigen Fällen ist es in einer Welle b zu entdecken.
4. Nach einem umgekehrten Dreieck bildet sich eine letzte steigende Fünfer-Welle im Trend.
5. Nach der letzten steigenden Trendwelle entsteht häufig ein Trendwechsel.
Das praktische Beispiel aus dem Jahr 2006 soll Ihnen einen Eindruck von der Aussagekraft dieses Musters vermitteln. Nach dem umgekehrten Dreieck setzten stark fallende Kurse ein.
Der 15 Minuten Chart vom DAX Future zeigt ein umgekehrtes Dreieck.
Bitte vergleichen Sie die Wellen a bis e in der Welle (iv). Es haben sich tatsächlich fünf dreigliedrige Wellen gebildet, die ein umgekehrtes Dreieck gebildet haben. Nach Abschluss der Welle e hat sich eine letzte steigende Fünfer Welle gebildet (Welle i bis v).
Nach der letzten Trendwelle setzte ein Trendwechsel ein. Es folgten schnell und stark fallende Kurse.
Der Chart vom DAX-Future endete am 23.05.2008.
Im linken Chartbereich hat sich wiederum ein umgekehrtes Dreieck gebildet. Es folgte eine letzte steigende Fünfer-Welle. Im Anschluss an die letzte Welle im Trend entstanden stark fallende Kurse.
Bitte vergleichen Sie den Kursverlauf vom DAX Future aus dem Jahr 2006 mit dem Chart aus dem Jahr 2008.
Es gibt nicht Neues unter der Sonne.
Niemand kann im Voraus wissen, welche Nachrichten nach einem umgekehrten Dreieck zu steigenden Kursen führen. Welche News sollten bestimmen, dass sich ausgerechnet steigende Kurse entwickeln, die den Regeln einer Trendwelle folgen?
Irgendetwas muss die Händler dazu geführt haben, nach einer abgeschlossenen Trendwelle panikartig zu verkaufen.
Sicherlich lassen sich die Kursbewegungen im Nachhinein mit wirtschaftlichen Daten erklären. Es gibt immer irgendwelche News, die man den Kursbewegungen zuordnen kann. Die Frage ist nur, ob die News im Voraus so bewertet werden können, dass man den Kursverlauf prognostizieren kann.
Fakt ist, dass Elliott das umgekehrte Dreieck entdeckt hat und die anschließenden Kursbewegungen klar definiert hat. Fakt ist auch, dass dieses Wellenmuster im Jahr 2006 und im Jahr 2008 auf verschiedenen Gründen und auf einer unterschiedlichen Zeitebene stattgefunden hat.
Wie soll man die fast identischen Kursverläufe erklären, wenn man nicht die Regeln vom Elliott Wave Prinzip anwendet?
Das Geheimnis gesteht also nicht darin die Wirtschaftsdaten im Voraus richtig einzuschätzen, sondern die menschliche Reaktion richtig zu bewerten. Der Mensch und sein Verhalten stehen trotz Computerzeitalter weiterhin im Mittelpunkt. Die Elliottwellen zeigen, dass das menschliche Verhalten an der Börse einem Gesetz unterliegt, dass Bestand hat, seit dem Börsenkurse aufgezeichnet wurden.
Die Nachrichtenlage ist für die Prognose von Aktienmärkten mit dem Elliott Wellen überflüssig. Aus den bereits entstandenen Wellenmustern, lässt sich bei richtiger Anwendung, eine zutreffende Prognose erstellen.
Die Beispiele aus der Praxis haben Ihnen sicherlich deutlich gemacht, dass an der Börse ein Gesetz und nicht der Zufall regiert.


