Dax: Exportwerte im Sog des Euro
Andreas Wolf in Investors Daily Update
vom 12. Dezember 2008, 10:30 Uhr
Da Herr Tom Firley den "Tag seiner Tage" feiert, lesen Sie heute bitte einen Gastbeitrag von Andreas Wolf aus dem Dax Daily.
Liebe Leser,
Eigentlich war der Handelstag gestern dazu prädestiniert um den DAX der Marke von 5.000 Punkten ein Stück näher zu bringen. Doch die düstere Prognose des ifo-Instituts für die weitere Wirtschaftsentwicklung und der erstarkende Euro bremsten die Bullen aus.
Gerade hatten sich die Marktteilnehmer an schlechte Nachrichten soweit gewöhnt, dass ihnen die kurzfristig fallenden Konjunkturindikatoren nicht mehr viel ausmachen schienen, da prescht das ifo-Institut mit der Prognose vor, es würde in der näheren Zukunft mit rückläufigen Wachstumsraten rechnen. Schaut man sich allerdings die Entwicklung des DAX im abgelaufenen Jahr an, kommen die Ökonomen mit ihrer Prognose doch recht spät, denn den wirtschaftlichen Absturz Deutschlands haben die Marktteilnehmer erst einmal eingepreist. Zyklische Prognosen werden deshalb weniger beachtet.
Mehr lastete die Aussage von Bundesbankpräsident Weber auf dem Index, dass eine Leitzinssenkung der EZB unter 2 Prozent in naher Zukunft nicht zu empfehlen sei. Dies ermöglichte dem Euro eine Rallye von mehr als drei Cent gegenüber dem US-Dollar. Die ohnehin gebeutelten Exportwerte mussten demgegenüber deutlich Tribut zollen und verhinderten so, dass der DAX den wichtigen Bereich um 4.800 Punkte nachhaltig überwinden konnte. Zu einem deutlicheren Rückschlag reichte es aber im Sinne der Bären noch nicht, so dass sich aktuell eine Pattsituation zwischen beiden Lagern ergibt. Dem schwachen Handelsbeginn sollten die Bären mit Vorsicht begegnen .
Neben der Entwicklung am Devisenmarkt werden die Marktteilnehmer ihre Augen heute auf die Daten zur EU-Industrieproduktion im Oktober sowie auf den US-Erzeugerpreisindex im November und die Verbraucherstimmung, aufgenommen durch die Uni Michigan im Dezember, richten. Möglicherweise wird es zu einer deutlicheren Verbesserung der Verbraucherstimmung gekommen. Die vielen Hilfsaktionen für die Wirtschaft sollten ihren Eindruck auch bei den Bürgern hinterlassen haben, zudem stützt der Beginn der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts die Stimmungslage.
Der Amtsantritt des neuen Präsidenten Obama könnte die positive Stimmung nicht nur bei den Verbrauchern verlängern, sondern dürfte auch den Aktienmärkten zunächst noch ein wenig für Schwung sorgen. Allerdings müssen dann auch politische Entscheidungen, wie die Hilfen für die Autobauer, problemlos getroffen werden. Die Ablehnung des Hilfspakets durch den alten Senat bringt zwar heute morgen die Märkte etwas aus der Fassung, die Verwerfungen sind aber mit jenen bei der Ablehnung des Hilfspakets für die Banken nicht zu vergleichen. Eine Erholung über die Marke von 4.600 Punkten sollte deshalb rasch erfolgen.
Konjunkturdaten: USA: Erzeugerpreisindex November, Verbraucherstimmun Uni Michigan Dezember, EU: Industrieproduktion Oktober
Unternehmen: --------------------------
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.622; 4.668; 4.770
Widerstände: 4.818; 4.964; 5.085
Viel Glück, Erfolg und ein schönes Wochenende!

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