DAX: Es bleibt volatil
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 2. Februar 2009, 08:00 Uhr
ENL5454
Kurzfristiger Abwärtstrend seit Jahresbeginn beendet, ebenso der jüngste Aufwärtstrend vom Wochenbeginn- Volatilität und Unsicherheit sind wieder die dominierenden Konstanten im DAX. Konnte das nicht ganz so schwach wie erwartetet Bruttoinlandsprodukt der USA den Märkten am Freitag noch etwas Leben einhauchen, sorgten das Verbrauchervertrauen und die steigenden Arbeitslosenzahlen für Enttäuschung. Am Ende setzte sich die am Donnerstag begonnene Konsolidierung fort. Damit bleibt der DAX weiter in der Tradingzone zwischen 4.014 und 4.550 Punkten gefangen. Der heutige Wochenauftakt wird darüber entscheiden, ob es zu einem erneuten raschen Test der wichtigen Unterstützung bei 4.014 Punkten kommt oder ein erneuter Anlauf auf den Widerstand um 4.500 Punkte erfolgt. Technisch gesehen sind weiterhin die Bären im Vorteil, denn die Erholung führte noch nicht zu einer nachhaltigen Entspannung beim MACD. Der Blick auf die Umsätze und die Marktbreite bleibt gemischt. Der leichte Umsatzanstieg am zweiten Konsolidierungstag in Folge muss nicht als Zeichen von erhöhter Nachfrage gewertet werden, bedeutet aber auch nicht, dass verstärkter Abgabedruck aufgekommen wäre. Um allerdings mit mehr Dynamik Nachfrage zu erzeugen, muss in der nächsten Erholungswelle eine deutlich höhere Marktbreite vorhanden sein. Alleine mit der Kurserholung der Banken lässt sich keine Trendwende erzeugen.
Mit dem ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe steht der nächste wichtige Trendindikator für die US-Wirtschaft heute auf dem Programm. Die Mehrheit der Analysten geht von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau aus. Da die Anfälligkeit der Märkte für schlechte Konjunkturindikatoren scheinbar wieder zugenommen hat, wäre es im Vorfeld der Arbeitsmarktdaten am kommenden Freitag schon von großer Bedeutung, dass der Gleichklang des Negativen zumindest erste Risse erhält. Gibt es allerdings eine negative Überraschung, wird das an den Märkten mit Sicherheit zu einer neuen Verkaufswelle führen. Für erhöhte Aufmerksamkeit dürfte auch der Beginn der Beratungen zum Konjunkturpaket im US-Senat sorgen. Zwar haben die Demokraten dort eine klare Mehrheit, die konsequente Opposition der Republikaner gegen den hohen staatlichen Einfluss auf die Privatwirtschaft als Gegenleistung für finanzielle Hilfsleistungen könnte auch noch manchen konservativen Demokraten auf die Barrikaden bringen. Das erste Scheitern des Bankenhilfsplans bei der Abstimmung darüber im Oktober sollte da noch in lebhafter Erinnerung sein, denn danach folgte bekanntlich die zweite große Verkaufswelle an den Börsen im Jahr 2008. Vor Dienstag ist im Hinblick auf die Abstimmung nicht mit einer Entscheidung zu rechnen. Die Bedenken der Marktteilnehmer zeigen aber auch, wie schnell die Obama-Regierung in der Wirklichkeit angekommen ist. Für gute Absichten gibt es noch keinen Bonus.
Konjunkturdaten: USA: ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (Januar)
Unternehmen: -------------------------------------
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.144; 4.310; 4.361
Widerstände: 4.361; 4.460; 4.510
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
