Dax erwacht
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 07. September 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Nicht nur mit Alan Greenspan habe ich etwas gemeinsam, auch mit dem Dax. Wir beide litten in den letzten Tagen unter einem gewissen Bewegungsmangel. Der Dax ist aus dieser Müdigkeit, von der ich gestern im „Fazit" schrieb, nun hoch- bzw. hinabgeschreckt. Und hat in einem kleinen Aufwasch gleich die in kleinsten Schritten erzielten Kursgewinne der vergangenen sieben Handelstage vernichtet.
Unerfreulich ist das nur für all diejenigen, die die von mir hier unter Inkaufnahme der damit verbreiteten Langeweile skizzierte technische Lage des Index ignoriert und „mutig" auf der Callseite zugegriffen haben. Ich hatte gewarnt. Fakt war:
Die Umsätze stimmten einfach nicht in den vergangenen Wochen. Und die kurzfristigen markttechnischen Indikatoren auch nicht. Und das hatte ich wiederholt betont. Gestern lagen die Umsätze, und das spricht für sich, höher als an den vorangegangenen sieben Börsentagen.
Im Chart sehen Sie den gestrigen Rücksetzer. Von mehr zu sprechen, wäre bis jetzt deplatziert. Mit 5.799,67 im Tagestief hat der Dax die von mir skizzierte Unterstützung bei 5.800 ein wenig angeritzt, sie aber auf Schlusskursbasis verteidigen können. Aber:
Die auf Tagesbasis eingestellte Markttechnik, auf der ich in den letzten Tagen herumgeritten bin, beginnt nun, klarere Signale auszusenden: Der Stochastik-Indikator ist unter seine obere Entscheidungslinie bei 80 gefallen, während das (immer noch im positiven Bereich liegende) Momentum unter die seit dem Junitief bestehende Aufwärtstrendlinie unterkreuzt hat.
Unter technischen Analysten ist es durchaus umstritten, ob man auch einem Indikator wie dem Momentum mit Trendlinien zu Leibe rücken sollte. Aus dieser Patsche kann ich Ihnen leicht heraushelfen: Man sollte!
FAZIT UND EMPFEHLUNG: „Langfristig orientierte Investoren können jetzt an einen Wiedereinstieg bzw. Zukauf kleinerer Positionen denken, behalten aber angesichts des noch sehr unsicheren Umfeldes ultraenge Stoppkurse nahe 5.730/5.800 im Auge", hatte ich während der letzten Handelstage vermittelt.
Dieses Stoppnetz ist nun in Reichweite gelangt – also bitte Vorsicht!
Aggressivere Positionen sollten aufgrund der hier beharrlich empfohlenen, engen Stopps gestern aus dem Markt genommen worden sein. Für große Put-Engagements fehlen noch die technischen Signale, ein mit engem Stoppkurs abgesicherter Abwärtstrade mecht m. E. aber durchaus Sinn!
Kurzfristige Widerstände: 5.890/5.900
Kurzfristige Unterstützungen: 5.800 (heute „testreif"), 5.730
Viel Erfolg!
Axel Retz
