DAX: Erneute Chance für Schnäppchenjäger?
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 2. Oktober 2009, 08:00 Uhr
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was der September nicht schaffte brachte der Oktober schon an seinem ersten Kalendertag zustande: die Einleitung einer Korrektur. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex blieb leicht hinter den Erwartungen und ging leicht zurück. Die Prognose der Analysten setzte auf einen weiteren moderaten Anstieg. Die Unterbrechung der aufwärts gerichteten Tendenz machte die Investoren nervös, muss aber keinesfalls eine Trendwende bedeuten. Nach sechs Monaten mit steigenden Werten versteht es sich fast von selbst, dass die Protagonisten der Umfragen nun zunächst die Intensität der Stimmungsverbesserung in der Realwirtschaft abwarten wollen, bevor zu viel Euphorie versprüht wird.
Für die Schnäppchenjäger könnte der eingeleitete Rückschlag eine Kaufgelegenheit bedeuten, allerdings muss nun zunächst abgewartet was die Bären mit der gestrigen Vorlage heute anstellen gedenken. Der leichte Anstieg der Volatilität kann als normale Begleiterscheinung der Kursverluste verstanden werden. Allerdings müssen die US-Arbeitsmarktzahlen heute schon mit einer großen positiven Überraschung aufwarten, um die Bullen wieder in die Spur zu bringen. Die wahrscheinlichste Variante ist, dass es jetzt kurz schmerzhaft wird (möglicher Wendetermin, Monatstief 8. Oktober) und es anschließend ähnliche fulminant wie im Juli wird.
Microsoft und die Bilanzsaison
Die aktuelle Abwärtsbewegung dürfte in direktem Zusammenhang mit der bevorstehenden Bilanzsaison und negativen Kommentaren zur Ergebnisentwicklung bei Microsoft stehen. Eine namhafte Investmentbank bezweifelte, dass der US-Softwareriese seine Prognosen für das dritte Quartal erfüllen kann. Dieses vorherige Absenken der Erwartungshaltung für die kommenden Bilanzzahlen könnte er hilfreich sein. Eine nicht ganz unübliche Übung vor dem Beginn der Berichtssaison.
Die Menge an vorhandener Liquidität zieht der kurzfristigen Abwärtsbewegung aber natürliche Grenzen ein, denn alternativ kann der Rentenmarkt kaum ausreichende Rendite bieten. Die Versuchung noch ein paar Renditepunkte im letzten Quartal aus dem Aktienmarkt heraus zu holen ist demnach groß. Die spannende Frage lautet nur, wann die ersten Institutionellen wieder zugreifen. Vermutlich aber früher, als die Mehrheitsmeinung glaubt.
Kreuzunterstützung im Fokus
Die bisherige Handelsspanne zwischen 5.600 und 5.750 Punkten wurde gestern Vormittag in ihrer ganzen Breite nochmal abgetestet, am Nachmittag nutzten die Bären dann die Schwächesignale der Bullen und ließen den DAX dann um gut 125 Punkte in den Keller sausen. Zwar konnte die nächste Unterstützungszone um 5.557 Punkte fast noch verteidigt werden, aber unzweifelhaft wird zumindest der Vormittag heute noch ungemütlich bleiben. Ein Test der Kreuzunterstützung aus Aufwärtstrend und horizontaler Hochpunkte bei 5.483 Punkten sollte sich nun rasch anschließen.
Nächste Unterstützungsniveaus darunter liegen bei 5.450 und 5.400 Punkten. Der Ordnung halber sollte natürlich noch die unwahrscheinliche positive Alternative genannt werden. Schließt der DAX oberhalb von 5.675 Punkten, wäre ein sofortiger Rebreak erreicht und der Blick würde sich wieder nach oben richten.
Finaler negativer Schub am Arbeitsmarkt?
Die Lage am US-Arbeitsmarkt bleibt an gespannt. Das haben gestern schon die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gezeigt, die überraschend wieder stärker gestiegen sind als erwartet. Die entscheidende Frage im negativen Sinne lautet dann wohl auch eher, wann die psychologisch Marke in der Quote von 10 Prozent überschritten wird. Volkswirte erwarten nur einen leichten Anstieg von 9,7 auf 9,8 Prozent. Den „finalen Schub" wird es in den USA vermutlich im Januar und Februar 2010 geben, wenn die Quote ihren Höhepunkte bei 10,5 Prozent erreichen wird.
Einen ähnlichen Verlauf gab es letztmalig vor 26 Jahren, im Winter 1983/84. Danach begann ein rascher Beschäftigungsaufbau, angestoßen von den Konjunktur-und Steuersenkungsprogrammen der Reagan-Regierung. Analog zu heute explodierte damals auch das Haushaltdefizit, führte dann aber zu hohen Leitzinsen und einem starken US-Dollar.
Greifen die alten Mechanismen noch, könnte dies ab Mitte 2010 wieder so kommen. Dafür spricht, dass die Gläubiger der USA nur schwer eine längere und dauerhafte Entwertung der US-Währung akzeptieren werden. Die Macht der Gläubiger sollte in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden. Steigenden Zinsen muss aber erst einmal eine niedrigere Arbeitslosigkeit vorausgehen.
Konjunkturdaten: USA: 14.30 Uhr: US-Arbeitsmarktbericht Oktober 16.00 Uhr: ISM-Einkaufsmanagerindex (September), Schwebende Hausverkäufe (August)
Unternehmenszahlen: Zahlen: --------------
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 5.483; 5.504; 5.532
Widerstände: 5.581; 5.624; 5.669
Viel Glück, Erfolg und ein schönes Wochenende!
Andreas Wolf
