DAX: Ein Markt will nach oben
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 12. November 2009, 08:00 Uhr
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Wunderbar, letzte Woche ging noch die Angst wegen des US-Hypothekenmarktes um, gestern nun sind wir wieder über das starke Wachstum der chinesischen Industrieproduktion begeistert. Mal kommt der Wind aus Osten, dann dreht er wieder und kommt aus dem Osten. Damit beweist sich, dass nach wie vor die technisch getriebenen Investoren das Heft in der Hand halten. Denn die Probleme in den USA haben sich ja nicht verflüchtigt, nur das Spielfeld auf dem die Aktienmärkte jetzt spielen ist ein anderes.
Hierin liegen Chance und Risiko zugleich, denn mit der Hinwendung zu den positiven Wachstumsnachrichten zeigt der Markt wie er eigentlich im Moment taktet. Negative Nachrichten belasten wieder weniger, nachdem die Bewertungskorrektur in der vergangenen Woche beendet wurde. Der Optimismus der Börse für den Rest des Jahres dürfte deshalb nicht mehr so leicht zu erschüttern. Die Gefahr liegt in zu großer Selbstsicherheit über diese Erkenntnis, eine Überhitzung sollte deshalb vermieden werden.
Unzweifelhaft legten sich die Schwergewichte aber wieder ins Zeug, um den Index weiter in Richtung der Jahreshochs zu treiben. Mit Daimler BASF, Deutsche Bank und VW fanden sich gleich vier von ihnen unter den stärksten Gewinnern. Vor allem zyklische Titel waren wegen der Hoffnung auf eine starke Erholung der Weltwirtschaft gefragt. Am Ende scheiterte der DAX aber doch erst einmal an der Marke von 5.700 Punkten. Es steht zu erwarten, dass dies nur eine kleine Episode der Bären war, denn bis Anfang Dezember müssen noch einige Fonds ihre Positionen für die Bilanzen nachladen.
Widerstand der Bären so gut wie gebrochen
Ein kleiner Abverkauf zum Handelsende verhinderte das glanzvolle Ende eines fast perfekten Bullen-Handelstages. Am Widerstand um 5.700 Punkte nahmen einige Kurzfrist-Trader ihr Geld vom Tisch, verhinderten aber gleichzeitig neue Überhitzungszustände beim DAX. Lange dürfte die Atempause indes nicht anhalten, denn die nicht nur der kurzfristige Abwärtstrend ist angekratzt, auch die kurzfristigen Durchschnitte wurden wieder überquert. Zudem bedeutet die weiße Abschlusskerze mit einem kleinen Docht zumeist einen weiteren freundlichen Handelstag. Auch das Kaufsignal im MACD wurde ausgelöst.
Die Gesamtfaktenlage spricht also kurzfristig gegen die Bären. Einzig das Tempo des Anstiegs können sie momentan mitbestimmen. Zwischenkonsolidierungen auf dem Weg nach oben sind immer wieder möglich, doch sollte nun rasch ein Test des Jahreshoch bei 5.888 Punkten im Fokus der Bullen stehen. Nur ein Rückfall unter 5.600 Punkte würde den Bären neue Chancen eröffnen.
Wal Mart und das Weihnachtsgeschäft
Fünf Prozent hat die Aktie der US-Supermarktkette Wal Mart in den vergangenen Tagen gewonnen, heute Abend erwartet die Wall Street nun die Quartalsbilanz des Unternehmens. Welcher konkrete Hintergrund den Kursanstieg auslöste lässt sich nicht ganz erkennen, die Situation in den USA kann zumindest nicht sein. Die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft angeführt von den Schwellenländern hat schon die Metro-Aktie deutlich in den Himmel gehoben. Der Anstieg der US-Aktie dürfte aber heute sein Ende finden, wenn klar wird, dass das Management beim Wachstum nicht ganz so optimistisch sein wird wie die Anleger.
Ursächlich ist vor allem die noch steigende Arbeitslosigkeit in den USA, sie dürfte die Entwicklung bei den Weihnachtsumsätzen aber auch im ersten Halbjahr 2010 noch belasten. Noch immer sind die USA Hauptkampfgebiet für Wal Mart, bei aller Freude über die steigenden Umsatzzahlen in den Schwellenländern. Ein moderater Rückschlag beim Aktienkurs birgt dann aber umso mehr Erholungspotenzial im ersten Halbjahr 2010, wenn die tatsächliche Erholung in den USA einsetzt.
Konjunkturdaten: EU: 11.00 Uhr: Industrieproduktion September.
Unternehmenszahlen: Zahlen (Q3): RWE, Salzgitter, Celesio, Evotec, Hamburger Hafen, K+S, Lanxess, Phoenix Solar, Q-Cells, Stada,Aegon, Telefonica, Wal Mart, Walt Disney
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 5.557; 5.610; 5.624
Widerstände: 5.695; 5.751; 5.784
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf