DAX - Die bärische Variante 4
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Dax 30
vom 17. Mai 2010, 13:00 Uhr
ENL5462
Bisher waren alle Elliott-Wellen-Analysen, die ich Ihnen zum DAX mitgebracht habe, deutlich positiv und gingen davon aus, dass wir uns in einer Hausse befinden.
Heute habe ich Ihnen eine Variante mitgebracht, die mir ein Leser eingeschickt hat. Diese geht davon aus, dass wir uns derzeit in Welle 2 einer großen 5-gliedrigen Abwärtsbewegung befinden. Hier zunächst sein Chart, den ich freundlicher Weise verwenden darf und Ihnen somit unverändert präsentieren kann:
Der Leser erklärt den Chart mit folgenden Argumenten:
1. Die grosse Korrektur ist 5-teilig mit einer perfekten internen Wellenzählung
2. Die Aufwärtsbewegung seit März 2009 bleibt in einer logarithmischen Darstellung innnerhalb eines Trendkanal und verliert Dynamik - klassisch bei Korrekturen
Dieser Chart passt auch gut zu einer Analyse des Dow Jones aus dem Internet, auf die mich ein weiterer Leser aufmerksam gemacht hat. Ich habe Ihnen den Chart inklusive der Prognose für den weiteren Kursverlauf nachgebaut:

(Quelle: CFX-Broker) Dow Jones Tageschart
Der Autor dieser Analyse geht von einem hochkomplexen Dreifach-ZigZag (w-x-y-xx-z) aus. Als Kursziele hatte der Autor dieser Analyse 9428, 8293 und darunter unter 4000 Punkte ausgemacht. Also extrem pessimistisch.
Zudem gibt er an, dass es wellentechnisch dieses hochkomplexe Muster nur alle 100 Jahre gibt bzw. sich in der Historie dieses Kursmuster nur selten finden.
Und an der Stelle werde ich stutzig. Denn ich gehe nicht davon aus, dass Elliott bei der Entwicklung seiner Theorie einen solch langen Zeitraum betrachtet hat. Sollte er ein solches Kursmuster dennoch tatsächlich ausgemacht haben, dieses jedoch nur einmalig aufgetreten sein, dann würde es nicht um ein wiederkehrendes Muster handeln. Das entscheidende Merkmal der Elliott-Wellen-Formationen ist aber nun mal, dass es sich um wiederkehrende Muster handelt.
Dem Leser, der mir den ersten Chart gesendet hat, habe ich folgendes geantwortet:
"Ich denke, dass wir nicht mehr unter das März-Tief fallen. Ich gehe davon aus, dass wir einen Bullenmarkt haben seit dem März-Tief."
Insofern halte ich die bisher vorgestellten Varianten, die von einer Hausse ausgehen, für wahrscheinlicher. Was dieses Beispiel jedoch sehr deutlich zeigt ist, dass die Meinungen bei der Anwendung der Elliott-Wellen-Theorie unglaublich weit auseinander fallen können. Ich möchte daher noch einmal betonen, dass es bei allen charttechnischen Analyse-Methoden darum geht, die wahrscheinlichste aller Kursentwicklungen zu bestimmen. Niemand kann diese jedoch mit absoluter Sicherheit bestimmen.
Es gibt sogar statistische Untersuchungen aus den 70er und 80er Jahren, die aufzeigen, dass alle Kursbewegungen rein zufälliger Natur sind.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche
Sven Weisenhaus
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Paul Zimmer (17.05. 2010 16:33 Uhr):
Mein Hinweis zu der bärischen Variante am Anfang des Artikels: Hier werden bärische 5er Zyklen 'aneinander' gereiht: a) 1 - 5, dann b) (1) - (5), danach c) [1] - ... Meine Frage: Wo ist der 'übergeordnete' bärische Trendverlauf erkennbar, der seinerseits in 'untergeordnete' 5er Trends untergliedert ist? MfG Paul Zimmer -----------------
Antworten- Antwort von Uwe (17.05. 2010 20:26 Uhr):
Da es sich um meinen Chart handelt, ein paar Anmerkungen ... (1)-(2)-(3)-(4)-(5) kann meiner Meinung sehr überzeugend 5-teilig gezählt werden: Schöne innere 5er Wellen, Welle (4) als Dreieck ausgebildet, die internen Wellen 2 und 4 überlappen nicht, die internen Korrekturen gehen in die entsprechenden 4er-Regionen zurück, und ein paar andere Indikatoren. Passt alles. Wir könnten in einer grossen Korrektur sein: Entweder war die 5er-Welle hinunter nur der erste Teil der abschliessender 5er-Weller einer Flachkorrektur (siehe zB. http://tinyurl.com/2w9l69y) - dann ist die [1] gerechtfertigt. Es muss natürlich nicht so extrem weit heruntergehen wie im Bild im Link.Der Bereich 2000 Punkte wäre eher typisch für eine Flachkorrektur nach Elliott. Oder es ist Teil eines grossen Dreiecks (beginnend 2000). In diesem Fall müssen wir in meinem Chart [A] und [B] anstatt [1] und [2] schreiben, und es geht nocheinmal kräftig nach unten (Welle [C]), aber nicht unter 2188 Punkte. Ein durchaus nicht unwahrscheinliches langfristiges bullisches Szenario ist, dass die Aufwärtsbewegung 2003-2007 eine grosse Welle {1} war. Dann wären wir jetzt erst am Ende von [B] der Korrekturwelle {2} und die folgende [C]-Welle würde uns aber eventuell noch einmal Richtung 3000-4000 Punkte hinunterbringen, bevor es wieder hinaufgeht. Das sind meiner Meinung nach die drei besten Langzeit-DAX-Zählungen nach Elliott, basiert aber alles darauf, dass die grosse Welle nach unten 5-teilig ist.
- Antwort von Uwe (17.05. 2010 20:26 Uhr):

Artikel weiterempfehlen