Dax (DAX.I): der Berg an Enttäuschungen
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Dax 30
vom 27. August 2010, 08:30 Uhr
Interessant, wie John Gossen, der Chef-Analyst des Swing-Trader, die aktuelle Lage beim Dax einschätzt - siehe Gastbeitrag. Das deckt sich auch mit meinen Überlegungen, auch wenn ich einen ganz anderen Anlagehorizont habe. Bedeutsame Unterstützungen und Widerstände werden schließlich von allen charttechnisch orientierten Tradern beachtet.
Lange musste ich gestern auf meinen Einsatz warten. Als sich untertägig die Widerstandszone bei 5.940/45 Punkten als unüberwindbar herausstellte, nutzte ich ein neuerliches Scheitern an dieser Barriere für einen späten Short-Einstieg. Schnell wurde die 5.900er-Marke erreicht, und da es dort zu einer Kurs-Stabilisierung kam, strich ich schnell meinen Gewinn ein. Das lange Warten hatte sich gelohnt!
Von Stabilisierung kann heute morgen nicht die Rede sein. Die US-Vorgaben sind sehr schlecht, da Dow Jones & Co. ihre Verluste zum Handelsende hin ausweiteten. Die kleine Überraschung durch den Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Zahlen auf die jeden Donnerstag geschielt wird, hatte also keine Auswirkungen. Zu sehr lastet der Berg großer Enttäuschungen auf den Schultern der Marktteilnehmer. Vorbörslich geht es aber erst einmal nicht ins tiefe Tal, dem gestrigen Tagestief. Der Dax muss sich aber dennoch mit Notierungen unterhalb der 5.900er-Marke anfreunden.
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Vorbörslich hält sich der Dax trotz der schwachen Vorgaben von der Wall Street recht gut.
Natürlich wird der massive Widerstand bei 5.940/45 Punkten mit in meine Überlegungen einbezogen. Hier wiederhole ich den Short-Trade, wenn der Dax wieder an dieser Hürde ins Straucheln gerät. Nur ein souveräner Sprung über den Widerstand lässt mich long gehen. Kurs-Ziel ist dann die 6.000er-Marke. Hier sollte dann aber die Gegenbewegung ihr Ende finden - auch die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) wird den Dax hier eher ausbremsen - und ich orientiere mich dann wieder short, sofern sich hier die Bullen eine blutige Nase holen. Auch ein Abrutschen unter die Kurs-Zone bei 5.945/40 Punkten, nach vorher bedeutend höheren Notierungen, zieht einen Short-Einstieg nach sich.
Kann sich der Dax nicht den schwachen US-Vorgaben entziehen und entschließt er sich die Abwärtsbewegung weiter fortzusetzen, gehe ich short, wenn die Unterstützungszone bei 5.870 Punkten nach unten verlassen wird - ein Rebound an dieser Marke führt hingegen zur Eröffnung einer Long-Position. Im Short-Szenario hängt dann vieles davon ab, wie sich der deutsche Leitindex an der grünen Aufwärtstrendlinie verhält. Diese Linie verkörpert den Aufwärtstrend seit Januar 2010. Im Mai konnten zwei Kontakte mit dieser Linie dazu genutzt werden, wieder stark nach oben abzuheben. Nutzen die Bullen auch diesmal die Aufwärtstrendlinie, welche gegenwärtig bei etwa 5.825 Punkten verläuft, als Trampolin, so gehe ich long. Wird die Linie aber deutlich nach unten durchbrochen, ist der lange Aufwärtstrend gebrochen, und ich verbünde mich mit den Bären. Dann ist die 5.800er-Marke vermutlich nur eine Durchgangsstation und tiefere Notierungen nur eine Frage der Zeit.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 30,5 Dax-Punkte
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.

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