DAX: Das Pendel schwingt zurück
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 5. November 2008, 08:00 Uhr
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In Sachen politische Verhältnisse wünscht die Börse Klarheit. Mit der Wahl von Barrack Obama zum neuen US-Präsidenten wurde den Märkten dieser Wunsch erfüllt, ein kurzer Augenblick positiv unterlegter Emotionen, verbunden mit dem Begriff Hoffnung, drückte die Börsenkurse nach oben. Das Pendel schwingt nicht nur politisch sondern nach dem großen Ausverkauf auch charttechnisch zurück. Soweit, so gut. Aber die Warnung erfahrener Marktbeobachter vor allzu großem Optimismus, verpackt in der Bemerkung „Politische Börsen haben kurze Beine", hat sich in vielen Fällen bestätigt. Bevor sich die wirtschaftspolitischen und nun auch psychologischen Infusionen für die angeschlagene Wirtschaftsmacht USA positiv auszuwirken beginnen, wird mindestens noch ein halbes Jahr vergehen, so mancher Stimmungsindikator wird sich aber bald in Richtung Norden aufmachen.
Im Bezug auf den DAX heißt das, die aktuelle Erholungsrallye wird entweder schon im Bereich um 5.350/5.400, spätestens aber am Abwärtstrend bei 5.600 Punkten enden. Am Horizont, und damit ist der kommende Freitag gemeint, taucht nämlich bereits der Wassertropfen für diese erfreuliche Woche in Form der US-Arbeitsmarktzahlen für den Oktober aus. Aus ihnen wird deutlich, wie lang und steinig der Weg für eine realökonomische Gesundung der USA noch sein könnte. 20 Prozent Kursgewinn im Dow und 30 Prozent im DAX werden zudem den einen oder anderen kurzfristig orientierten Anleger dazu animieren, erzielte Gewinne mitzunehmen. Erst in der dann folgenden Konsolidierung wird sich zeigen, welche Qualität die Erholung der vergangenen Tage im gesamten Kontext hat.
Weniger Quartalsberichte aus der zweiten Reihe, als die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes aus den USA und Europa stehen heute im Fokus der Märkte. Im Wesentlichen wird es darum gehen, in welchem Umfang der weitere zu erwartende Rückgang der gemessenen Werte statt gefunden hat. Unter dem Eindruck der Entwicklung der vergangenen vier Wochen sollten die Erwartungen nicht zu hoch gelegt werden. Da der VDAX, der Volatilitätsindex der die zu erwartende Schwankung des DAX in den kommenden 30 Tagen wiederspiegelt, mit knapp 50 Prozent immer noch aus langfristigem Blickwinkel sehr hohe Werte ausweist, ist mit weiteren plötzlichen und heftigen Richtungswechseln in den kommenden Tagen zu rechnen.
Konjunkturdaten: EU: Einkaufsmanagerindex Oktober, USA: ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistung Oktober
Unternehmensbereich: Q3-Zahlen: Rheinmetall, Leoni, BNP Paribas
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.698; 5.083; 5.150
Widerstände: 5.292; 5.351; 5.411
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
