DAX - Das Chance-Risiko-Verhältnis ist miserabel
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Dax 30
vom 22. November 2010, 13:00 Uhr
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worüber soll ich Ihnen heute berichten? Themen fallen mir immer genug ein. Das ist auch nicht schwer, denn es gibt ausreichend Ereignisse, über die es sich zu berichten lohnt. Doch ist der Wave Daily ein charttechnisch ausgerichteter Newsletter. Und da tut sich aktuell nicht viel.
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Der Euro liegt im Plan der letzten Analysen.
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Der Öl-Preis tendiert weiterhin im oberen Bereich zwischen 80 und 90 USD. Hier sind weiterhin Long- und Short-Trades im Rahmen der Seitwärtsbewegung drin. Alles also wie gehabt. Da lohnt keine Analyse.
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Gold und Silber konsolidieren zwar, sprich bewegen sich tendenziell eher seitwärts, eine richtige Korrektur, die ich erwarte, war das jedoch noch nicht. Hier heißt es halt noch abwarten. Möglicherweise befinden wir uns in einer Top-Bildung.
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Der Bund-Future setzt seine Abwärtsbewegung wie erwartet fort. Alles im Plan.
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Zucker und Kaffee korrigieren wie erwartet derzeit die starken Kursverluste. Auch hier hatte ich zum abwarten aufgerufen, bevor es erneut runter gehen kann.
Alles im Rahmen der Erwartungen
Im Prinzip liegt also alles im Rahmen der Erwartungen und der hier durchgeführten Analysen. Fehlt der DAX. Da tut sich auch nicht viel. Interessant ist lediglich zum einen, dass er neue Hochs generiert, während die US-Märkte noch konsolidieren und zum anderen das Bild, wenn man sich den letzten Chart von mir vom 15. November ansieht und sich anschließend die aktuelle Bewegung ansieht. Hier erst mal der "veraltete" Chart:

(Quelle: CFX-Broker) DAX-Chart aus dem Beitrag vom 15. November
Klassische Charttechnik vs. Elliott-Wellen
Hier waren zu diesem Zeitpunkt die Aufwärtstrends gebrochen. Eigentlich ein klares Signal für fallende Kurse nach der klassischen Charttechnik.
Doch wenn man nun nach der Elliott-Wellen-Theorie vorgeht und die Bewegung im blauen Rechteck als Welle 4 zählt, dann wäre der Ausbruch aus dem Bereich das Start-Signal für die finale Welle 5 gewesen.
Die Marke von 6.559 Punkten wäre dann die Make-or-Break-Linie, da das Ende der Unterwelle 2 der Welle 5 nicht unter den Anfang der Unterwelle 1 der Welle 5 geraten darf.
Im Ergebnis sähe die Wellenzählung dann im aktuellen Chart wie folgt aus:

(Quelle: CFX-Broker) DAX, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Zur Erklärung:
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Die Bezeichnungen 2, 3 und 4 sind die übergeordneten Wellen
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Die Bezeichnungen (1) und (2) die Unterwellen der Welle 5
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Die Bezeichnungen i bis v die jeweiligen Unterwellen der Wellen (1) und (2)
Was sagen die Trendkanäle?
Was die Trends angeht, lohnt es sich vielleicht noch darauf hinzuweisen, dass es der DAX nicht geschafft hat, in den grünen Trendkanal zurück zu finden. Er hangelt sich vielmehr an dessen unteren Trendkanallinie entlang nach oben.
In den orangen flacheren Trendkanal hat er hingegen zurückgefunden. Eine brisante Situation, insbesondere, wenn man nun auf eine langfristigere Zeitebene wechselt:

(Quelle: CFX-Broker) DAX, Candlestick-Chart, Tageskerzen
Also bei dieser Ansicht muss ich mir die Frage stellen, ob die Welle 3 nicht jetzt erst ihr Ende finden wird und die kleine Konsolidierung in dem oberen blauen Rechteck nicht nur ein Phänomen einer Unterwelle der Welle 3 war. Zumal diese Konsolidierung im Verhältnis zur Welle 2 geradezu mickrig war.
Das Chance-Risiko-Verhältnis ist miserabel
Ich weiß nicht, wo diese Aufwärtsbewegung ihr Ende finden wird und ich hatte Ihnen auch geschrieben, dass wir bei einem Bruch des großen blauen Rechtecks eine lange Zeit steigender Kurse erleben werden. Aber bei DIESEM Chartbild würde ich nun nicht mehr massiv auf steigende Kurse setzen. Zum einen ist da die Trendbegrenzung im langfristigen Bild und zum anderen der Trendbruch im kurzfristigen.
Eine gerade Marke wie die 7.000 im DAX hat immer eine hohe Anziehungskraft und könnte sogar noch leicht überschritten werden, aber ob ich für 100 oder 200 weitere Punkte im DAX nun das Risiko in Kauf nehmen möchte, mir massiv die Finger zu verbrennen?!
Einen Long-Einstieg würde ich also nicht mehr (oder nur sehr kurzfristig zur Spekulation) wagen. Bestehende längerfristige Positionen gilt es nun immer enger mit einem StopLoss abzusichern. Sie werden das Hoch eh nicht punktgenau treffen. Seien Sie also nicht traurig, wenn Sie etwas zu früh ausgestoppt werden. Der DAX wird ganz sicher bald mal stärker korrigieren, als die kleinen Seitwärtsbewegungen im Rahmen der Welle 3 bislang. Erst dann würde ich wieder nachkaufen.
Na bitte, es geht doch. Gab es also doch ein wenig interessantes aus dem Bereich der Charttechnik. Nun hatte ich aber auch erwähnt, dass es zuletzt interessante Ereignisse gab. Diese möchte ich Ihnen nicht vorenthalten und berichte Ihnen im heutigen zweiten Teil von einem. Das andere gibts dann am Mittwoch.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Monika Hofner (22.11. 2010 21:59 Uhr):
Hallo Herr Weissenhaus, vor ein paar Wochen hatten Sie das Kursziel für die erste größere Aufwärtsbewegung beim Dax nach der Elliott-Wellen-Zählung mit 7000 Punkten angegeben. Das wäre ja nun nicht mehr allzu weit entfernt, obwohl ich mittlerweile das Gefühl habe dass dem Dax etwas die Puste ausgeht. Aber das hängt wohl weniger mit der wirtschaftlichen Situation in Deutschland zusammen als damit, dass die amerikanischen Indizes nicht mehr so recht vom Fleck kommen. Allerdings müssten derzeit wohl schon etwas handfestere Dinge passieren um eine stärkere Korrektur einzuleiten, als eine mögliche Zinsanhebung in China etc. Ich könnte mir folgendes Szenario vorstellen: Der Dax kämpft sich noch ungefähr an die 6970 Zähler heran, während der S&P 500 nochmal sein altes Jahreshoch testet. Anschließend gibt es irgend einen Anlass (häufig passiert das dann ja "rein zufällig"), sagen wir mal Spanien bekommt größere Probleme als erwartet, oder die EU wird in zwei Zonen aufgeteilt etc.. Dann gibt es mal einen richtigen Rutsch nach unten. Solange es sich bei dem Auslöserereignis für die Korrektur nicht gerade um den Bankrott der USA oder Deutschlands handelt (wobei zumindest die USA eigentlich schon bankrott sind) sollte es danach wieder ganz gute Einstiegskurse geben. Sie hatten in einem Ihrer letzten Newsletters auch den Euro bzw. den Euro/Dollar- Chart besprochen. Aus dieser Analyse ging hervor dass der Euro nach der zuletzt erfolgten Korrektur nun eigentlich die 1,42er-Marke anlaufen sollte, zumindest als übergeordnetes Ziel. Wenn dem tatsächlich so ist, sollte es eine wirklich stärkere Korrektur eigentlich erst nach Erreichen dieses Kurszieles geben, da Euro/Dollar und die Amerikanischen Indizes in starker Korrelation zueinander stehen. Was meinen Sie dazu? Freundliche Grüße M. Hofner
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