DAX: Bullen melden sich zurück
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 5. Februar 2009, 08:00 Uhr
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Bis zum Nachmittag bewegte sich der DAX in einer engen Spanne zwischen 4.400 und 4.430 Punkten hin und her, erst mit Eröffnung der Wall Street gab es den erhofften Kick Richtung 4.500 Punkte. Das Tageshoch bei 4.545 Punkte konnte der deutsche Standardwerteindex aber nicht halten, dass wäre des guten kurzfristig auch zu viel gewesen. Mit dem Schlusskurs knapp unterhalb von 4.500 Punkten kann man als Bulle schon sehr zufrieden sein, als Bär hingegen muss man sich langsam Gedanken machen. Eine weitere, vielleicht länger gestrickte Bärenmarktrallye ist noch kein Thema, kündigt sich aber in der Ferne schon an. Für die Bären war das Übertreffen des Tageshochs der ersten Aufwärtswelle am 28.1. um 12 Punkte schon so etwas wie der zweite Warnschuss. Gelingt es ihnen jetzt nicht in den nächsten beiden Handelstagen ihre Hausmacht mit Kursen möglichst unter 4.310 Punkten wiederherzustellen, könnte es für sie in nächster Zeit sehr unangenehm werden. Eine nicht mehr fallende 38-Tage-Linie (blau), ein frisches Kaufsignal beim MACD und ein stark steigender Coppock (Bodenbildungsindikator) sprechen nicht gerade für einen noch starken Verteidigungswall. Zudem sprechen die recht anständigen Umsätze nicht gerade für eine Luftnummer der Bullen. Dennoch: Es muss nun weiteren Antrieb von Bullenseite geben, sonst könnte der gesamte konstruktive Ansatz für eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung doch in Gefahr geraten. Ein Rückfall unter 4.400 Punkte sollte sich der DAX deshalb heute nicht mehr leisten, Schlusskurse über 4.500 Punkte sollten die Rallye weiter beschleunigen.
Wie schon angekündigt: Zahlen der Deutschen Bank und die Notenbanksitzungen der Bank of England der EZB zur Zinsentscheidungen stehen heute im Fokus der Märkte. Die Bewährungsprobe für die Rallye der vergangenen zwei Tage wird noch ergänzt durch die Marktreaktionen auf die gestern veröffentlichten Zahlen von Cisco Systems. Die Indikationen der US-Futures sind heute morgen nicht sehr ermutigend, aber wie immer ist Vorsicht angesagt, denn zum Nachmittag hin, wenn die Eröffnung der Wall Street näher rückt, kann sich das wieder sehr schnell ändern. Die Veröffentlichung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe dürfte dann schon als erster Indikator für die morgen zur Veröffentlichung anstehenden Arbeitsmarktzahlen gelten. Der Kursverfall der US-Aktienindizes am gestrigen Tag könnte schon wieder ein vorzeitiger Kniefall vor kaum überraschend schlechten Zahlen sein. Nur alleine die im Januar noch weiter durch US-Firmen angekündigten Arbeitsplatzverluste für dieses Jahr zeigen, das der traurige Aufwärtstrend noch eine Weile intakt sein wird. Die bizarre Seite dieser Medaille besteht darin, dass der Aktienmarkt diesem Ereignis in nächster Zeit nicht mehr soviel Beachtung schenken wird. Erst wenn sich eine klare Wende abzeichnet, wird wieder eine Hab-Acht-Stellung eingenommen. Bis es soweit ist, wird aber wohl schon der nächste Weihnachtsbaum in New York aufgebaut.
Konjunkturdaten: EU/England: Leitzinsentscheidung der EZB und der Bank of England
Unternehmen: Q4-Zahlen: Deutsche Bank, IDS Scheer, Rofin-Sinar, LVMH, Unilever
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.361; 4.425; 4.460
Widerstände: 4.550; 4.622; 4.698
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
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