DAX: Bullen behalten die Oberhand
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 6. April 2009, 08:00 Uhr
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Wie erwartet stellten die Arbeitsmarktdaten für die Aktienmärkte kaum noch ein zählbares Ereignis dar. Zwar kam es nach der Veröffentlichung um 14.30 Uhr zu einem kleinen Abverkauf, doch hatten die Bullen den Index schon vorher bis über die Hürde von 4.430 Punkten (Tageshoch: 4.456 Punkte) getragen, die folgende Konsolidierung sollte deshalb unter dem Tagesordnungspunkt Gewinnmitnahmen eingeordnet werden. Die zeitliche Verlängerung der Abwrackprämie trieb vor allem die Automobil-und Industriewerte an, zudem fielen die Absatzzahlen in den USA für den vergangenen Monat leicht besser aus als erwartet. Da das Wochenende zum ersten Mal seit langer Zeit nicht von den Schlagzeilen der Wirtschafts- und Finanzkrise bestimmt waren, könnte sich der nun etablierte, untergeordnete Aufwärtstrend vor Ostern noch fortsetzen. Politisches Störfeuer wie der Raketenstaat seitens Nordkoreas wird kurzfristig kaum Auswirkungen auf die Börsen haben, denn mit Barrack Obama verfügen die USA mittlerweile über einen Präsidenten der wie einst Kennedy der Diplomatie den Vorrang gegenüber dem Säbelrasseln gibt. Positiv dürften hingegen die Beschlüsse vom G-20-Gipfel nachwirken, die Regulierung aller Finanzinstitutionen nicht in ein unbewegliches Korsett zu drücken.
Bilanzsaison startet erst nach Ostern durch
In der verkürzten Handelswoche halten sich die meisten Unternehmen mit Veröffentlichungen zu den Zahlen des ersten Quartals noch zurück. Dafür gibt es gute Gründe, denn wer will sich schon die Osterfeiertage mit einem schlechten Ergebnis selbst vermiesen. Sofern es nicht noch zu überraschenden Ergebniswarnungen kommt, stehen die Chancen für eine Fortsetzung der Erholungsrallye ganz gut. Spätestens in der Nachosterwoche werden dann aber die ersten Ergebnismitteilungen zu stärken Ausschlägen an den Märkten führen. Vor dem Hintergrund der noch bevorstehenden Dividendensaison dürfte es den Bären aber kaum gelingen, einen stärkeren Kursrutsch auszulösen. Vielmehr werden unterinvestierte Anleger die Gunst der Stunde nutzen, um den einen oder anderen attraktiven Dividendentitel nachzukaufen. Ob der alte Börsenspruch „Sell in May and go away" auch für dieses Jahr gilt, wird von der Performance des Aprils abhängen. Ein schwacher April würde wohl kaum zu einer Verkaufswelle im Mai führen.
4.240 Punkte sollten kurzfristig nicht unterschritten werden
Die am Freitag erwähnte Bedingung , der DAX soll zur kurzfristigen Nutzung weiteren Aufwärtspotentials nicht mehr unter 4.331 Punkte fallen, erfüllten die Bullen gleich zum Handelsstart. Die genannte Widerstandsmarke von 4.430 Punkten konnte hingegen nur kurzzeitig überwunden werden und gilt zusammen mit dem Tageshoch vom Freitag bei 4.456 Punkten weiterhin als Schlüsselmarke für weitere Kursgewinne bis 4.527 Punkten. Auf der Unterseite muss neben der Unterstützung bei 4.331 Punkten auf die Zone um 4.240 Punkte geachtet werden. Darunter sollte es kurzfristig nicht mehr gehen, ansonsten würde das wieder die Bären auf den Plan rufen.
Japanische Notenbank entscheidet über Leitzins
Die wesentlichen Neuigkeiten auf dem Programm der Konjunkturdaten werden erst ab Dienstag wieder (Bruttoinlandsprodukt in Europa/ viertes Quartal) und Mittwoch veröffentlicht. Heute meldet die europäische Statistikbehörde Eurostat die Entwicklung der Erzeugerpreise und der Einzelhandelsumsätze im März. Beides dürfte kaum für unerwartete Ergebnisse sorgen, denn der vorherrschende Abwärtstrend bei beiden Indikatoren lehnt sich an die vorlaufenden Indikatoren wie den Einkaufsmanagerindizes an. Die Vielzahl von Konjunkturprogrammen sowie die hohe Sparquote der Mehrheit der EU-Verbraucher haben einen so starken Einbruch bei den Einzelhandelsumsätzen wie in den USA bisher vermieden. Mit der kontinuierlich steigenden Arbeitslosigkeit wird sich dieses Bild aber demnächst verändern.
Etwas mehr Aufmerksamkeit erhält aber heute früh die Leitzins-Entscheidung der japanischen Notenbank. Da Japan in den vergangenen Wochen mit den bisher dramatisch schlechtesten Wirtschaftsdaten seit dem Zweiten Weltkrieg zu kämpfen hatte, werden die ökonomischen Prognosen der Notenbanker mit Interesse verfolgt. Das weite Öffnen der Geldschleusen hat zumindest die Absicht der Notenbank befördert, die Aufwertung des Yen zu stoppen und somit die Exportwirtschaft etwas zu entlasten. Zwar kann die Notenbank die bei praktisch 0 Prozent liegenden Leitzinsen nicht mehr senken, aber der aggressive Ankauf von japanischen Staatsanleihen dürfte noch weiter ausgebaut werden. Da damit die Renditen praktisch auch gegen null gehen, wird potentielles Anlagegeld aus dem Rentenmarkt wieder in andere, brach liegende Anlageformen und Investitionen geschwemmt.
Konjunkturdaten: 11.00Uhr: EU: Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze (März)
Unternehmen: ------------------------------
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.203; 4.240; 4.331
Widerstände: 4.430; 4.531; 4.627
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
