Dax: Bärenmarkt-Rally voraus
Andreas Wolf in Investors Daily Update zum Thema Dax 30
vom 22. Januar 2009, 10:30 Uhr
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber immerhin: Nach Erreichen des unteren Randes des kurzfristigen Abwärtstrendkanals (Tiefpunkt bei 4.144 Punkten) besannen sich die Bullen eines besseren und trieben den DAX wieder in Richtung 4.300 Punkte. Das es zum Handelsschluss nicht ganz zum Überschreiten dieser Marke reichte, lag an der zwischenzeitlichen Achterbahnfahrt beim Dow Jones. Scheinbar haben sich viele Investoren die Rede von Barrack Obama nochmal genau durchgelesen und sind zum dem Schluss gekommen, seine Dynamik könnte sich auch positiv auf den Aktienmarkt übertragen. Spaß beiseite: Die gestrige Rallye an den US-Aktienmärkten ist auf die zustimmenden Reaktionen der Börsianer auf die guten Quartalszahlen von IBM zurückzuführen.
Doch dieser Sonnenstrahl über der Wall Street muss nun auch von den anderen Unternehmen in Form akzeptabler Bilanzzahlen bestätigt werden. Möglich das dies dem Einen oder Anderen gelingt, die Mehrzahl wird aber kaum zu weiteren Freudensprüngen beitragen können. Deshalb ist diese Erholung zunächst mit äußerster Vorsicht zu genießen. Es werden eher Nachrichten von wirtschaftstimulierenden Maßnahmen aus dem Weißen Haus sein, die den Börsen wieder mehr Auftrieb verleihen werden, als die wenig erbauenden Sparmaßnahmen der Unternehmen. Nachbörslich konnte der DAX die Hürde bei 4.310 Punkten wegen der starken US-Zugewinne bereits überwinden und wurde bei 4.353 Punkten notiert. Ziehen die Apple-Zahlen nachbörslich die US-Futures nicht wieder tief ins Minus, könnte es zumindest heute eine Fortsetzung des Stabilisierungsansatzes geben. Erst mit einem Schlusskurs über 4.460 Punkten wird aber ein Test des Oktober-Tiefs unwahrscheinlicher.
Richtig spannend und vor allem richtungsweisend sind die Zahlen der Unternehmen, die heute veröffentlicht werden. Zur Mitttagszeit gegen 13.00 Uhr deutscher Zeit meldet Nokia seine Quartalszahlen und wird den europäischen Aktienmärkten als Konjunkturbarometer schon einmal seinen Stempel aufdrücken. Nachbörslich melden sich dann AMD, Microsoft und Google zu Wort. Da hier die schlechten Nachrichten schon vorkommuniziert worden sind, sollten es kaum zu negativen Überraschungen mehr kommen. Das heißt aber nicht, dass die Bahn dann damit frei wäre, ganz im Gegenteil: Die letzte Januarwoche wird es wohl noch mal in sich haben, zumal sie schon in normalen Zeiten nicht zu den besten Performern des Monats gehört. Ein Test der Tiefstände steht immer noch auf der Agenda der Bären, die Bullen müssen da schon mehr bieten als nur ein oder zwei gute Tage.
Konjunkturdaten: --------------------------------------------------------
Unternehmen: Q4-Zahlen: Nokia, AMD, Google, Microsoft
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 3.998; 4.014; 4.154
Widerstände: 4.310; 4.460; 4.510;
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf