DAX: Bären schalten einen Gang zurück
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 3. November 2009, 08:00 Uhr
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Was war denn das? Hatten die Bären keine Lust mehr oder wie darf man diesen fast schon positiven Wochenauftakt verstehen? Sowohl als auch, denn die Insolvenz der US-Mittelstandfinanzierungsbank CIT belastete den Markt nur kurzfristig. Zu Wochenbeginn wurde so manchem Investor bewusst, dass die Pleite sich in einem geordneten Rahmen vollzog. Vergleiche mit dem Fall Lehman von vor einem Jahr waren also in jeder Form unangebracht. Darüberhinaus hält diese Woche mit den Sitzungen der drei Notenbanken aus den USA, Europas und Englands noch sehr spannende Termine bereit, die angesichts der jüngsten Entwicklung wohl kaum weiteres Öl ins Feuer gießen werden.
Auch die Fortsetzung der deutschen Bilanzberichterstattung aus dem DAX und die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag halten noch genügend Stoff für einen volatilen Handel bereit. Für ein Ausrufen eines nachhaltigen Endes der Korrekturbewegung ist es aber noch zu früh, denn der steile Abwärtstrend ist noch intakt. Bisher sind sich die Marktteilnehmer auch nicht einig, ob wir gerade wirklich nur eine kurze und heftige Korrektur oder eine größere Trendwende sehen. Für ersteres spricht die begrenzte Dynamik, denn die Bären nutzten ihre Chance heute nicht und bisher vergleicht sich der aktuelle Einbruch mit jenem im Juni. Überstehen die Bullen den Angriff in dieser Woche auf aktuellem Niveau, könnten Vorbereitungen für ein Weihnachtsrally getroffen werden.
Rentenmarkt ohne sonderliche Reaktion
Im Hinblick auf den Kursverfall am Aktienmarkt kann die Reaktion am Rentenmarkt bisher eher als mäßig bezeichnet werden. Zwar zog der Bund-Future etwas an, liegt aber noch immer deutlich unter seinem Zwischenhoch von Anfang Oktober und weit unter seinem jahreshoch von Anfang März. Verhalten bleiben die Rentenmarktteilnehmer auch wegen der zu erwartenden Kommentare der Notenbanker. Inflation wird zwar kein Thema sein, wohl aber die hohe Staatsverschuldung.
Das sich daraus früher oder später Inflation entwickelt, ist für die meisten Ökonomen klar (und seitens der Regierungen zum Abbau der Schulden auch gewünscht). Lassen die Notenbanken aber weiter jegliche Hinweise auf einen Ausstieg aus der übermäßigen Liquiditätsversorgungspolitik vermissen, werden die Käufer an den Rentenmärkte wieder genauer auf die Ausstattung der Staatspapiere sehen. Kaufrausch sieht anders aus.
Ausgangslage unverändert- Bären weiter am Ruder
Trotz der leichten Stabilisierung zu Wochenbeginn hat sich an der charttechnischen Ausgangslage kaum etwas geändert. Der DAX befindet sich aus kurzfristiger Sicht in einem steilen Abwärtstrendkanal, dessen untere Begrenzung schon bei unter 5.300 Punkten liegt. Auf der Oberseite begrenzt sich das Potenzial derzeit bei 5.500 Punkten.
Sofern die ehemalige Unterstützung bei 5.442 Punkten nicht rasch wieder überschritten wird, muss noch immer mit Indexständen von bis zu 5.150 Punkten gerechnet werden. Eine Trendwende kann allerdings auch schon zwischen 5.250 und 5.300 Punkten einsetzen. Für die Bullen ist die Faktenlage demgegenüber glasklar: Nur ein Anstieg über 5.557 Punkte bringt sie wieder rasch ins Spiel.
USA: Industrieaufträge ziehen leicht an
Nicht alle Konjunkturindikatoren stagnieren oder gehen leicht zurück. Der Auftragseingang in der Industrie soll nach Schätzung der Analysten für den abgelaufenen Monat um ein Prozent gestiegen sein. Im Vormonat verzeichnete diese Kennziffer noch einen Rückgang um 0,8 Prozent. Hier macht sich das Wiederanfahren der Produktion nach den Sommerferien bemerkbar. Zudem lässt darin auch die Wirkung des US- Konjunkturprogramms erkennen.
Es wird kaum zusätzlicher Konjunkturstützungen bedürfen um das Niveau der Auftragseingänge in den nächsten Monaten mit einem durchschnittlichen leichten Plus auszustatten. Die größere Gefahr liegt im Erlahmen der psychologischen Antriebsfeder, denn die Regierung Obama kämpft momentan mit vielen Widerständen, sei es in der Gesundheitsreform oder bei Militäreinsätzen. Die Hauptbaustelle Wirtschaftsförderung könnte da etwas aus den Augen geraten.
Bleibt BMW optimistisch?
Der Münchner Automobilhersteller gehörte zu den wenigen seines Sektors, der in den vergangenen Wochen nicht mehr in die allgemeine Trübsal einstimmen wollte. Wegen einem spürbaren Anziehen der internationalen Nachfrage beschloss das Unternehmen kurzerhand das Ende der Kurzarbeit zum Jahresabschluss. Heute kann BMW seinen Optimismus nicht nur mit konkreten Quartalszahlen unterlegen, sondern auch durch eine positive Prognose verfestigen.
Gefragt ist allerdings nicht ein weiterer Kostensenkungsplan, sondern auch eine handfeste Wachstumsstrategie. Die scheinen die Bayern aber im Gegensatz zu großen Teilen der Branche tatsächlich zu besitzen. Aus diesem Grund könnte es der Aktie heute auch besser ergehen als so manchem Wettbewerber.
Konjunkturdaten: USA: 16.00Uhr: Auftragseingänge Industrie Oktober.
Unternehmenszahlen: Zahlen (Q3): BMW, FMC, Metro, Beiersdorf, Kuka. Pfeiffer Vaccum, Swiss Re, UBS, Kraft Foods.
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 5.351; 5.386; 5.414
Widerstände: 5.442; 5.557; 5.610
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Michael Friebe (03.11. 2009 13:58 Uhr):
Hallo Herr Wolf, es ist erstaunlich wie Sie mit BMW voll daneben gegriffen haben - wenn ich heute morgen die Berichte ünd Kurse betrachte Na trotzdem viel Glück beim nächstem Mal. Gruß Michael Friebe
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