DAX: Aufwärtstrendlinie hat gehalten
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 15. Mai 2009, 08:00 Uhr
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Wie zu erwarten war, setzten die Bären ihren Sturmlauf gleich fort. Ergebnis: Der Test der seit März gültigen Aufwärtstrendlinie. Bei 4.653 Punkten war die Geduld der Bullen aber aufgebraucht. Ganz kampflos will man diese Rally nicht aus den Händen geben. Hauptprotagonisten der starken Schwankungen waren Allianz, Siemens und Salzgitter. Die Verteidigung des aktuellen Aufwärtstrendkanals ist von zentraler Bedeutung, denn in den nächsten Tagen ist nicht davon auszugehen, dass es zu einem nachhaltigen Erfolg der Bären kommen wird. Ein kleiner Test der 4.700er Marke könnte vielleicht noch einmal auf dem Programm stehen, anschließend werden die Bullen den nächsten Anlauf auf die 200-Tage-Linie mit der Widerstandszone um 5.000 Punkte unternehmen. Da der Markt zudem kurzfristig stark überverkauft ist, bleibt den Bären nicht mehr viel Spielraum für weitere Attacken. Mit großer Aufmerksamkeit muss aber in den nächsten Tagen der Verlauf der Indikatoren beobachtet werden. Ziehen sie in der erneuten Aufwärtsbewegung nicht mehr deutlich mit, ist dies ein deutliches Warnsignal für die Bullen.
Nervosität nimmt leicht zu
Ein Abbild der leicht zunehmenden Nervosität der Marktteilnehmer waren während des gesamten Handelstages die heftig springenden US-Futures. Im Normalfall liegt die Veränderungsrate vom Plus-in den Minusbereich und umgekehrt an umkämpften Tagen vielleicht bei zwei oder drei. Gestern betrug dieser Wert sechs, dass bedeutet, der Wechsel von einer negativen zu einer positiven Tendenz der US-Futures vollzog sich sechs Mal. Während der DAX diese Unentschlossenheit am Vormittag noch nahezu eins zu eins nachvollzog, beruhigte sich das Geschehen am Nachmittag. Da auch ein kein nennenswerter Anstieg im VDAX zu verzeichnen war, muss die Unruhe allein vom Terminmarkt gekommen sein. Ein weiteres hat dieser Handelstag damit aber offenbart, dieser Rally findet noch immer ohne Beteiligung der Fundamentalanleger statt. Sie sehen sich nach wie vor am Rentenmarkt oder in Cash-Positionen gut aufgehoben. Die Kalkulation dieser Investoren liegt in der Spekulation auf einem nochmaligen Abtauchen des DAX begründet. Gegen diese These spricht solange nichts, wie der DAX deutlich unterhalb von 5.000 Punkten notiert. Schafft er es aber doch über diesen Widerstand, beginnt das Kalkulieren bei den konservativen Anlegern von neuem.
Korrektur abgeschlossen- Blick richtet sich wieder nach oben
Die Kerzenkonstellation der letzten beiden Tage und die sich heute aufbauende Nachrichtenlage legen die Vermutung nahe, dass das Verkaufssignal im MACD eine Bärenfalle sein könnte. Hierzu muss der DAX aber nicht nur über 4.800 Punkte sondern auch über das bisherige Schlusskurshoch bei 4.913 Punkten steigen. Freitage gehören statistisch gesehen zu den Hausse trächtigsten Wochentagen, so dass die Bullen mit der entsprechenden Dynamik den DAX an die 5.000er Marke treiben könnten. Für die Bären besteht nur eine realistische Chance auf einen Trendwechsel wenn das gestrige Tagestief bei 4.653 Punkten schnell nach unten durchbrochen wird. Die gestrige Reaktion der Bullen hat aber deutlich gemacht, dass die Variante kaum eine Chance auf Verwirklichung hat.
Wichtige Konjunkturzahlen aus den USA
Ein ganzer Reigen an Konjunkturzahlen aus den USA wird von den Anlegern mit Spannung erwartet. Setzt sich der zarte Aufwärtstrend fort? Verstetigt sich die Hoffnung auf eine stabile Konjunkturerholung? Erste Hinweise wird der Empire State Manufactury Index aus New York für den Monat April um 14.30 Uhr geben. Der Konsens der Analysten erwartet eine Verbesserung des Index von -14,7 auf -12 Punkte. Betrachtet man sich aber den Chart und die Nachrichtenlage im Raum New York näher, so könnte der Anstieg allerdings viel kräftiger ausfallen. Ein Heranlaufen an die 0-Linie ist durchaus wahrscheinlich und würde den Aktienmärkten einen positiven Impuls verleihen.
Zweiter wichtiger Termin am Nachmittag ist der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan für den Monat Mai. Hier rechnen die Ökonomen mit einem Anstieg von 65 auf 67,1 Punkte. Auch das erscheint vor dem Hintergrund der starken Stimmungsverbesserung in den USA zu konservativ. Ein Wert um 70 Punkte oder leicht darüber liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Eine Bestätigung der positiven Tendenz der Vormonate in diesen beiden wichtigen Indikatoren würde auch die Stimmung an den Aktienmärkten stark verbessern. Auch bei der Industrieproduktion für den April sind die Analysten optimistisch und erwarten nur noch ein Minus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das Minus im März betrug noch 1,5 Prozent.
Konjunkturdaten: USA: 14.30 Uhr: Verbraucherpreise(April), Empire State Index; 15.15 Uhr: Industrieproduktion, Kapazitätsauslastung (April), 15.55 Uhr: Verbrauchervertrauen Universität Michigan (Mai)
Unternehmenszahlen: Q1: Solarworld, Medigene; HV: Linde
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.597; 4.664; 4.709
Widerstände: 4.744, 4.813; 4.870
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf