DAX: Abwärtsdynamik unterbrochen
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 13. Juli 2009, 08:00 Uhr
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Der Versuch der Bullen, eine Gegenreaktion mit größerer Nachhaltigkeit im DAX vom Stapel zu lassen, wurde am Freitag von den Bären nochmals mit Nachdruck zurückgeschlagen. Interessant am jüngsten Handelsverlauf ist jedoch die Tatsache, dass in diesem Rahmen die Unterstützung bei 4.551 Punkten erneut verteidigt werden konnte. Auch wenn die Bären ins Feld führen können, ein Überschreiten der Widerstandszone um 4.630/4.650 Punkte verhindert zu haben, so lässt sich dich eindeutig feststellen, dass die bisher vorherrschende Abwärtsdynamik abgenommen hat. Das entsprechende Maßband, der VDAX, verlor deshalb noch etwas an Wert und schloss ein Prozent niedriger bei 31,98 Prozent. Die Gefahr einer weiteren, stärkeren Abwärtsbewegung ist damit aber noch nicht gebannt, denn immerhin lag der Tagesschlusskurs stark in der Nähe des Tagestiefs und insbesondere zum Handelsende gewannen die Bären wieder an Auftrieb. Die Bären werden deshalb zu Wochenbeginn versuchen, relativ schnell neue Geländegewinne zu verzeichnen. Gelingt in das nicht, besteht für die Bullen die Chance, eine größere Gegenreaktion zu organisieren. Auslöser für eine Erholung könnte die Veröffentlichung der Quartalszahlen von Unternehmen wie IBM, Intel oder Nokia sein. Gerade Intel, das Morgen seinen Bericht vorlegen wird, machte den Anlegern mit einigen positiven Prognosen für den künftigen Geschäftsverlauf der Branche Mut. Da die Halbleiterbranche als konjunktureller Frühindikator gilt, dürfte eine Bestätigung dieses Trends den Märkten einen Aufwärtsimpuls verleihen.
Rally bei Infineon könnte Folgen haben
Die starke Erholung in der Aktie des Halbleiterherstellers Infineon heizt nach kurzer Zeit schon wieder die Diskussion um eine erneute Revision der DAX-Zusammensetzung an. Der jüngste Kursanstieg hat nicht nur die Marktkapitalisierung, eine der wesentlichen Zugehörigkeitskriterien für den Index, bei dem Titel stark erhöht, auch die Umsätze legten deutlich zu. Hingegen verzeichnet der letzte DAX-Aufsteiger, Hannover Rück, nicht nur Kursverluste, sondern muss auch noch erhebliche Umsatzeinbußen in den Anteilsscheinen hinnehmen. Sollte es in unmittelbarer Zukunft zu einer erneuten Tauschaktion beim DAX kommen, wird damit auch die Diskussion um die bisher geltenden Aufnahmekriterien neu belebt. Für die Attraktivität des DAX auf ausländische, institutionelle Investoren wär eine solche Transaktion nicht eben förderlich. Ein wenig mehr Kontinuität bei der Zusammensetzung täte in nächster Zeit schon Not.
Nächste Entscheidung steht an
„Gelingt es allerdings den Bären ihre Dominanz aufrecht zu erhalten und den DAX unter 4.570 Punkten auf Stundenschlusskursbasis zu drücken, ist die bereits mehrfach genannte nächste Unterstützungszone um 4.460 Punkte das Maß aller Dinge." Diesen hier stehenden Satz vom vergangenen Freitagfrüh haben sich sowohl Bullen als auch Bären gut gemerkt. Fast wäre es den Bullen zum Wochenende schon gelungen, eine Entscheidung zu ihren Gunsten herbei zu führen. Mit großer Mühe konnten die Bullen das aber gerade noch abwenden. Der heutige Handelsauftakt könnte aber diesbezüglich die letzten Dämme brechen lassen und eine Fortsetzung der Korrektur bis 4.460 Punkte einleiten. Nur ein rascher Anstieg über die Widerstandszone bei 4.630/4.650 Punkte würde den Bären die Tour vermasseln. Dem steht allerdings die schlechte technische Verfassung des DAX entgegen.

Solarwerte werden von Versicherer gepusht
Eine neue, noch gewöhnungsbedürftige Allianz findet sich heute zwecks Gründung eines gemeinsamen Projekts in München zusammen. Unter dem Namen „Desertec" sollen große Solarkraftwerke in der Sahara entstehen, die nicht nur die dort vorhandene intensive Sonneneinstrahlung effizient in Energie umwandeln, sondern auch zu einer raschen Fortentwicklung der umweltschonenden Technik beitragen sollen. Die Führung dieses Projekts untersteht dem Rückversicherer Münchner Rück, dem die Störanfälligkeit der Atomkraftwerke aus versicherungstechnischen Gründen ein Dorn im Auge ist. Die langsame Umsteuerung von der atomaren oder konventionellen Stromversorgung zu alternativen Energien könnte zudem die Bedeutung bisher unterentwickelter Regionen in der Welt erhöhen und so für mehr zweckgebundenen Einsatz von Entwicklungshilfegeldern sorgen. Ein Erfolg des Projekts wäre in jedem Falle ein weiterer Schritt aus der Ölabhängigkeit der Industrieländer.
Philips setzt europäische Duftmarke
Nach Alcoa in der letzten Woche setzt heute mit dem Elektronikkonzern Philips das erste europäische Unternehmen in der aktuellen Berichtssaison eine Duftmarke. Wie so oft wird es mehr auf den Ausblick des Vorstandes für die nächsten sechs Monate als um die Zahlen der unmittelbaren Vergangenheit gehen. Da die Umstrukturierung des Unternehmens noch immer in vollem Gange ist, dürften die Erwartungen an konkrete Zukunftsprognosen allerdings eher gering sein. Einen gewissen Fortschritt würden die Anleger bereits bei einem niedrigeren Ertragsverlust der Holländer sehen. Technisch gesehen ist das Aufwärtspotential noch limitiert, während auf der Unterseite zunächst bei 12,50 Euro eine stärkere Unterstützung eingezogen sein dürfte.
Konjunkturdaten: -------------------------------------->
Unternehmenszahlen: Q2-Zahlen: Royal Philips Electronics
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.459; 4.503; 4.551
Widerstände: 4.655; 4.753; 4.770
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
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