Datenflut
Kay Patrick Kaymer in Wave Daily
vom 30. November 2006 13:00 Uhr
ENL5454
Diese Woche ist es echt verrückt. Man kann keine fünf Minuten sich von den Bildschirmen entfernen, ohne dass neue und zumeist auch mehr oder weniger wichtige volkswirtschaftliche Daten gemeldet wurden. Nach dem Zahlenreigen bei den Unternehmen sind nun also wieder eher die Makroanalysten gefragt.
Dass sind diejenigen, die die Entwicklung eher von oben (neudeutsch „top Down“) betrachten. Und in den vergangenen Monaten hat sich die Schere zwischen Entwicklung der Ergebnisse bei den Unternehmen und den volkswirtschaftlichen Rahmendaten immer weiter geöffnet. Während die volkswirtschaftlichen Daten sich schon ein wenig eingetrübt haben, sind die mikroökonomischen Zahlen noch in Ordnung.
Allerdings ist und bleibt eines unklar: Wann ist ein Unternehmen an der Börse günstig oder fair bewertet? Was für Vergleichsmaßstäbe werden hier genommen? Durchschnittszahlen der Gewinnen der letzten Jahre, Diskontierung möglicher Gewinne in der Zukunft, aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnisse im Vergleich zum historischen Durchschnitt, usw. usf….
Wie Sie sehen, es existiert eine Unmenge an Möglichkeiten den fairen Wert eines Unternehmens zu berechnen. Davon habe ich hier nur einen geringen Teil aufgeführt. Und je nach Berechnungsmethode und Vergleichsbasis sind die Aktienmärkte derzeit keineswegs so billig wie oft dargestellt. Vor allem sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass nichts schneller wegbricht als Gewinne…
Die gestern vermeldeten makroökonomischen Daten waren wieder einmal gemischt. Somit kann von einer positiven Unterstützung für die Unternehmen seitens der volkswirtschaftlichen Seite keine Rede sein.
Das US-Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal in 2006 wurde gestern in der zweiten Schätzung veröffentlicht. Wie üblich liegen die Schätzungen oft weit auseinander. So rechnete das zuständige US-Ministerium in der ersten Schätzung mit einem Zuwachs von 1,6%. In der zweiten waren es 2,2%. Obwohl die Daten nach oben revidiert wurden, ist die wirklich heftige Hausse der Vorjahre erst einmal beendet.
Und auch die Verkäufe von Neubauten bestätigen die Ernüchterung. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verkäufe um über 3% und auf Jahressicht sogar um über 25%! Aber nur gut, dass der Verursacher dieser Blase Alan Greenspan sich nun zu Wort meldet und einen Boden sieht. Er wird es ja wissen….