Datenflut III: ifo-Index zeigt stabil positive Stimmung

Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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von Ronald Gehrt

Und wieder widerspricht die Praxis den Theoretikern. Im Gegensatz zum ZEW-Index, bei dem die befragten Finanzexperten die deutsche Wirtschaftszukunft im Oktober erneut einen Tick düsterer beurteilt hatten, ist der ifo Konjunkturklima-Index in diesem Monat sogar gestiegen.


Der Wert kletterte erstmals seit vier Monaten, konkret auf 105,3 nach 104,9 im September. Im Vorfeld wurde ein kleiner Rückgang auf 104,5 erwartet. Die Beurteilung der aktuellen Lage stieg von 111,3 auf 111,8; die Erwartung für die kommenden sechs Monate stieg von 98,9 auf 99,2 (erwartet wurde hier ein Minus auf 98,0). Erstaunlich ... aber gut für die Stimmung am deutschen Aktienmarkt.

Die Kernaussage dieser Daten ist: Die Mehrwertsteuererhöhung zur Jahreswende scheint bislang keine greifbar negativen Schatten auf die Auftragslage der deutschen Unternehmen zu werfen. Immerhin kommt diese Einschätzung von ca. 7.0000 befragten deutschen Unternehmen und damit aus berufenem Munde ... während die unverändert rabenschwarzen Erwartungen des ZEW von Finanzmanagern stammen, sprich Personen, die außerhalb des zu beurteilenden, faktischen Wirtschaftskreislaufs stehen.

Es ist daher keineswegs verwegen zu behaupten, dass die Unternehmen selbst es besser wissen. Dabei ist diese unveränderte Zuversicht letztlich auch erklärbar: Nur, weil die Mehrwertsteuer angehoben wird, wird weder das Ausland aufhören, deutsche Waren nachzufragen, noch werden die deutschen Haushalte und Unternehmen ihre Käufe und Investitionen einstellen. Es mag durchaus sein, dass manch ein Kauf vorgezogen wird. Aber unter dem Strich kann es den Firmen relativ egal sein, wann eine Bestellung eingeht. Wichtig ist, dass sie eingeht. Und so lange von den USA nicht der eisige Hauch wirtschaftlicher Kontraktion über den Atlantik weht, dürfte sich das langsame, aber stetige Wachstum fortsetzen.

Wenngleich ich genau diese Probleme für die kommenden Monate erwarte: Noch ist davon offenbar wenig bis gar nichts zu spüren, so dass zumindest das Thema Rezessionsangst hierzulande zunächst keine Bedeutung haben wird.


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