Datenflut II: Hausverkäufe, Rohöl und Quartalsbilanzen

Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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von Ronald Gehrt

Die gestrige Datenflut bedingt, dass ich die Informationen in drei Abschnitte aufteilen muss. Hier wollen wir uns die gestrigen Konjunkturdaten außer dem ifo-Index, der im 3. Abschnitt folgt, und die wichtigsten Quartalszahlen des Mittwochs ansehen.


Rohöl mit kurzfristigen Kaufsignalen

Der Rohölpreis setzt rein charttechnisch seine Bodenbildung fort, die Chancen (oder für uns Verbraucher besser gesagt Risiken) für einen Ausbruch nach oben sind jedoch mit den aktuellen Daten zu den US-Ölvorräten gestiegen, denn:

Die US-Rohölvorräte sind in der abgelaufenen Kalenderwoche völlig entgegen den Erwartungen um 3,21 Millionen Barrel gefallen (Prognose +3 Millionen). Beim Benzin verringerten sich die Lagerbestände um 2,76 Millionen Barrel (Erwartung –0,55 Millionen), beim Heizöl fielen die Bestände um 1,42 Millionen (damit im Rahmen der Prognose von –1,5 Millionen Barrel).

Der in den vergangenen Tagen bereits im Bereich zwischen 57,50 und 60 Dollar stabilisierte Ölpreis zog daraufhin schnell über die 60 Dollar-Marke an und notierte gestern gegen 18 Uhr bei knapp 61 Dollar. Damit hat das Rohöl genau oberhalb der Unterstützungszone 55-58 Dollar ein kleines Doppeltief vollendet und erstmals seit Anfang August den 20 Tage-Durchschnitt überboten. Zeitgleich hat der MACD, aber auch andere markttechnische Indikatoren, kurzfristige Kaufsignale generiert.

Chart

Dementsprechend war mein Rat, im Bereich zwischen 58 und 60 Dollar (trotz der ungünstigen Euro/Dollar-Relation und den eigentlich nicht nachvollziehbar hoch gehaltenen Heizölpreisen) einen Teil des Heizölvorrats für diesen Winter zu ordern, durchaus angebracht. Denn es würde mich sehr wundern, wenn die seltsam hohen Heizölpreise nicht mit dem jetzt anziehenden Rohölpreis 1:1 mitsteigen würden.

Aus charttechnischer Sicht ist die Wahrscheinlichkeit mit dem aktuellen Kursanstieg in jedem Fall deutlich gestiegen, dass das Öl nun eine größere Gegenbewegung nach oben vollzieht, die den Kurs binnen der kommenden drei bis vier Wochen in Richtung der nächsten, markanten Widerstände um 66 bis 68 Dollar pro Barrel führen wird.

US-Hausverkäufe im September unter den Erwartungen

Die Verkäufe gebrauchter Eigenheime blieben im September klar unter den Prognosen. Während diese von einem gehaltenen Level von 6,25 bis 6,35 Millionen Einheiten ausgingen, fiel der Wert tatsächlich um 1,9% auf 6,18 Millionen.

Wichtiger ist hier jedoch die Entwicklung des durchschnittlichen Verkaufspreises. Hier war ebenfalls ein Minus zu verzeichnen, das mit knapp 2% auf 220.000 Dollar aber noch moderat ausfiel und letztlich noch dem Jahresdurchschnitt 2006 entspricht. Was bedeutet:

Von einer Erholung ist zwar nichts zu sehen, aber ein massiver Einbruch der Verkaufspreise liegt zumindest im Bereich der gebrauchten Eigenheime noch nicht vor ... zumindest, was die USA insgesamt angeht, denn im Nordosten der USA sind bereits deutliche Preisrückgänge zu beobachten.

Die wichtigsten Quartalsberichte vom Mittwoch:

Amazon.com (Internet-Buchhandel): Gewinn pro Aktie 0,05 Dollar, Prognose war 0,03 Dollar. Umsatz 2,31 Milliarden, Prognose 2,25 Milliarden. Aktienkurs gestern: +11,9% (Stand 20:30 Uhr).

Altria (Zigaretten, Lebensmittel): Gewinn pro Aktie 1,39 Dollar, Prognose war 1,41 Dollar. Umsatz 25,88 Milliarden. Gesamtjahresprognose wurde angehoben. Aktienkurs gestern: +1,5% (Stand 20:30 Uhr).

General Motors (Automobile): Reinverlust pro Aktie 0,20 Dollar. Ohne Sonderfaktoren ein Gewinn von 0,93 Dollar, Prognose war 0,49 Dollar. Umsatz 48,82 Milliarden. Kursabschläge vor allem wegen der vorherigen Kursrallye. Aktienkurs gestern: -4,2% (Stand 20:30 Uhr).

DaimlerChrysler (Automobile): Gewinn im 3. Quartal 890 Millionen Euro, Prognose war 549 Millionen. Umsatz 35,18 Milliarden Euro, Prognose war hier 36,39 Milliarden. Aktienkurs gestern: +4,1% (Schlusskurs Frankfurt).


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