Das zweite Rettungspaket für Griechenland wird geschnürt
Franz-Josef Buskamp in Investors Daily
vom 13. Juli 2011, 18:00 Uhr
ENL5454
Das Land bleibt auf lange Sicht ohne jegliche Perspektive für eine durchgreifende konjunkturelle Erholung, und darin ist ein gesellschaftlicher Sprengsatz enthalten. Parallel haben die Vereinigten Staaten nach dem Ende von QE2 in eine Art Verschnaufpause gewechselt.
Nunmehr muss sich der Kongress mit seiner republikanischen Mehrheit auf eine Erhöhung des Verschuldungslimits des US-Bundeshaushalts einigen, das an ein Sparpaket gekoppelt sein wird. Das wird die Grundlage für eine temporäre Dollarerholung bilden, die voraussichtlich bis gegen Jahresende anhalten wird. Diese Entwicklung könnte innerhalb der nächsten Monate zudem Dynamik aus einer sich abzeichnenden konjunkturellen Abschwächung in Spanien enthalten - hiermit würde neue Unruhe in der Eurozone entstehen.
Öl und Gold haben auf die Einstellung von QE2 erwartungsgemäß negativ reagiert, die Wahrscheinlichkeit mittelfristiger Korrekturen hat deutlich zugenommen. Die Ölmärkte waren ohnehin nicht aufgrund fundamentaler Tatsachen gestiegen, sondern hauptsächlich auch über Hedgefondskäufe an den Terminmärkten. Gold profitierte nach der Ankündigung vom QE2-Ende Juli 2010 von der daraufhin einsetzenden Inflationshysterie.
Nun kehrt sich nach QE2 die Entwicklung um, zumal die Inflationsraten nicht explodiert sind. Wenn Gold und andere Rohstoffe bis zum Herbst satte Korrekturen durchlaufen haben, werden die Karten neu gemischt. Sollte dann frühestens im Herbst, möglicherweise auch erst im Frühjahr 2012 QE3 folgen, ginge das Spiel von vorne los: Der US-Dollar würde wieder unter Druck geraten, Gold wieder Auftrieb verspüren.
Herzlichst, Ihr
Franz-Josef Buskamp,
Chefredakteur Value Investor
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