Das Zeitalter des Mammon
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 09. Februar 2007 07:30 Uhr
ENL5454
Worum geht es beim Zeitalter des Mammon?
Meine Frau Elizabeth hat es kürzlich erklärt. Die Leute waren von den Vorstellungen und
„–ismen“ so sehr enttäuscht, sie wollten Dinge ... materiellen Erfolg, Geld, Status. Es interessiert sie nicht, ob ihre Regierung kommunistisch ist (wie in China) oder den freien Markt unterstützt (wie in Hongkong) oder eine Mischung aus Wohlfahrts/Kriegsführungs-Imperium (wie die USA) ist, solange die Güter geliefert werden.
Die New York Times berichtet über ein Buch mit dem Titel „Money Changes Everything“ (Geld verändert alles), eine Anthologie die von Elissa Schappell und Jenny Offill herausgegeben wurde:
„Geldangelegenheiten – und der Neid, den sie hervorrufen – rufen mehr finanziellen und psycholgischen Unmut hervor, als wir uns vorstellen können, sagen Psychologen und Sozialwissenschaftler. Wir geben zu viel Geld aus, nur um mit unseren Nachbarn und Freunden mithalten zu können, wir nehmen Stellen an, die uns nicht glücklich machen, um einen Lebensstil aufrecht halten zu können, von dem wir glauben, dass wir ihn haben sollten. Wir sehen uns zwanghaft Fernsehsendungen an, die Wohnhäuser für mehrere Millionen Dollar und exotische Reisen zu Schau stellen.“
„Eines der Ergebnisse der Kreditexplosion ist, dass es schwer zu sagen ist, wer reich ist und wer nicht. Die Leute leben als hätten sie Geld, selbst wenn sie kein Geld haben. Und das versetzt dem gesamten System des Neides einen Schlag. Man versucht mit den Nachbarn mitzuhalten ... die selbst vermutlich nur versuchen, mit einem selbst mitzuhalten. Und keiner merkt, dass der andere kein Geld hat. Beide verschulden sich, während sie einem Trugbild nachjagen.“
„,Der gesamte leicht verfügbare Kredit führt zu der Illusion, man lebte den amerikanischen Traum’ schreibt Frau Schappell, ‚Wirtschaftswissenschaftler berichten, dass Familien der Mittelklasse mittlerweile gewaltige Kreditkartenschulden mit sich herumschleppen, ohne Gesundheitsversorgung dastehen und um ein Vielfaches häufiger Konkurs anmelden, als in den frühen Achtzigern.’“
„Es stellt sich heraus, dass diese Discount Immobilienanbieter und die schillernden neuen Straßenkreuzer uns bis über die Ohren in die Hypotheken getrieben haben, aber solange der Wolf nicht direkt vor der Tür steht, wird man nicht viele finden, die das auch zugeben würden.“
Und dann das:
„Schappell sagt, dass sie heute davon ausgeht ... dass das altmodische Ideal, hart zu arbeiten, zu sparen und es nach zu nach zu etwas zu bringen, längst nicht mehr zu verkaufen ist. Stattdessen hoffen die Leute, dass sie durch einen Glücksfall reich werden: ‚Der Missbrauch einer Klage, ein Sieg beim Lotto oder in einer Reality Show – das ist der neue amerikanische Traum.“
Was kann man denn anderes erwarten, wenn schon seit einem Jahrzehnt jeder, der spart mit winzigen Zinssätzen gestraft wird?