Das Wunder von Omaha, Teil 2
Sala Kannan in Investors Daily
vom 11. Mai 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Hier die Fortsetzung des Berichts von der Hauptversammlung von Warren Buffetts "Berkshire Hathaway":
Und dann – nach der Imbisspause – war das "Orakel von Berkshire" (=Warren Buffett) endlich bereit, Fragen anzunehmen. Eine der ersten Fragen war, warum Buffett Anheuser, den Produzenten von Budweiser Bier, gekauft habe. Buffett hatte sofort einen Witz parat.
Er sagte: "Ich trinke hier immer noch Coca Cola. Das Treffen würde um einiges aufregender, wenn ich anfinge, hier Budweiser zu trinken."
Während die Zuschauer kicherten, nahm Buffett einen weiteren Schluck aus seiner Coladose. Dann wies er darauf hin, dass Anheuser eine Firma mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil sei und dass es außer dieser Firma kein Markenprodukt im Biersektor gäbe.
Dann zitierte er einige Statistiken von Getränkefirmen. "Von den knapp zwei Litern, die eine Person am Tag trinkt, sind 400ml Produkte von Coca-Cola." sagte er.
Buffett wendete sich an Munger: "Charlie, hast du irgendwelche Konsumgewohnheiten – über die du reden könntest?"
Eine Frage kam von einem kleinen Mädchen. Sie war vielleicht 10 Jahre alt. Sie stellte die Frage in der Form eines Gedichts. "Um hierher zu kommen mussten wir fliegen. Glauben sie Petro China wird immer ganz oben liegen? Kann ich, wenn ich groß bin, See's Candies testen? Meine Schwester und ich wären auch ohne Lohn die Besten."
Buffett sagte, dass sie Petro China für ein KGV von drei gekauft hätten und dass es ein sehr verlockender Preis gewesen sei. Er erwähnte, dass er an der Firma insbesondere die Absicht schätzte, dass sie 45 % ihrer Einnahmen auszahlen wollen. Buffett besitzt 1,3 % dieser chinesischen Firma und hätte noch mehr gekauft, wenn der Preis nicht so in die Höhe geschossen wäre.
Während des gesamten Treffens war Buffetts Disziplin beim Investieren offenkundig. Er kauft niemals Firmen, deren Preise in die Höhe geschossen sind – er tut das genaue Gegenteil. Um diese Tatsache zu untermauern, sagte er, dass es für Berkshire eine gute Sache wäre, wenn die Immobilienblase platzte, denn dann könnte er günstig Immobilienaktien kaufen.
Dann bot er dem kleinen Mädchen an, dass sie die See's Candies bekäme, wenn sie in der Pause zu ihm käme. Buffett hatte See's 1972 für 25 Millionen Dollar bar gekauft. Ein klassisches Beispiel dafür, dass Buffett Geld macht, indem er nicht in Technologie, sondern in einfach zu durchschauende Firmen investiert.
Als er zu den Ausschüssen der Firmen gefragt wurde, sagte Buffett, dass sie so ähnlich seien wie Chihuahuas ... was bedeutete, dass sie wie Schoßhündchen seien. Nachdem er noch einmal darüber nachgedacht hatte sagte er: "Ich will die Leute damit aber nicht beleidigen."
Sein Gegenstück bellte zurück: "Du beleidigst die Hunde!"
Später sprach Munger über die Zukunft Amerikas und er sagte, er sei von den fehlenden Tugenden der Finanzwelt abgestoßen.
"Wie glaubst du wird die Sache ausgehen?"
"Schlecht"
"Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann."