Das wirtschaftliche Comeback der Agrar-Rohstoffe
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 17. Oktober 2007 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
immer stärker drängen die Agrarrohstoffe in das Bewusstsein der Anleger vor. Angebotsverknappung, steigende Nachfrage, klimatisch bedingte sinkende Ernteerträge und steigende Verbraucherpreise sind Zeichen und Indikatoren zugleich für steigende Agrarrohstoffpreise.
Und dennoch erleben wir gerade erst den Beginn einer Hausse.
Weltweit steigende Nachfrage nach Agrar-Rohstoffen – beflügelt durch das Wachstum der Emerging Markets
Die weltweite Bevölkerung wächst. Während die Geburtenraten in den Industrienationen zwar nicht zunehmen, zeichnet sich dort immerhin eine demographische Entwicklung zugunsten einer wesentlich längeren Lebensdauer des Menschen ab. Doch die Lebenserwartung steigt auch in den Schwellenländern mit ihrer jungen Bevölkerung und den traditionell höheren Geburtenraten.
Dieser besondere Umstand ist auf das rasante Wirtschaftswachstum der Emerging Markets zurückzuführen. Einstige Entwicklungsländer haben inzwischen ein hohes Wohlstandsniveau erreicht. Mit diesem steigt aber auch die Nachfrage nach Luxusagrargütern, wie Gemüse, aber auch Orangensaft, Kakao oder Kaffee und der Fleischkonsum innerhalb einer Gesellschaft.
Prägnantestes Beispiel an dieser Stelle ist wie so oft China. Innerhalb der vergangenen 10 Jahre stieg der Fleischkonsum des Durchschnittschinesen um 25% auf 50 Kilogramm pro Verbraucher und Jahr.
Und nun bedenken Sie zudem, dass für die Produktion von 1 Kilogramm Fleisch über 8 Kilogramm Futtermittel, wie Heu und Getreide notwendig sind.
Hier sind also eine ganze Reihe von Faktoren am Werk die einander bedingen. Ein wachsendes Wohlstandsniveau forciert eine längere Lebenserwartung des Menschen und ein anhaltendes Weltbevölkerungswachstum, bedingt durch eine bessere Versorgungslage mit Agrarrohstoffen, woraus ein anhaltendes Nachfragewachstum nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen resultiert.
Doch die Emerging Markets sind noch lange nicht am Ende ihres Wachstums angelangt. Und immer mehr einstige Entwicklungsländer avancieren zu Schwellenländern. Doch auch die Nachfrage aus den Industrienationen zeigt ein kontinuierliches Wachstum auf.
Biokraftstoffindustrie forciert das Wachstum des Agrar-Rohstoffsektors
Brasilien fährt schon seit langem mit aus Zuckerrohr gewonnenem Ethanol. US-Präsident George W. Bush kündigte an Ziel sei es, die USA innerhalb der nächsten 10 Jahre unabhängig von Rohölimporten aus dem Mittleren Osten zu stellen. Zu diesem Zweck schießen in den USA Ethanolbrennereien wie Pilze aus dem Boden. Diese gewinnen den Benzinersatz aus Zuckerrohr oder Mais.
Agrarrohstoffe als nachwachsende Energieträger sind auch in der EU der Renner. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der Biokraftstoffe an Benzin und Diesel auf 17% erhöht werden. Hier setzt man zu dem Zweck auf Raps oder Palmöl.
Dieser Wachstumsmarkt hat seit 2006 maßgeblich dazu beigetragen den Fokus der Anleger verstärkt auf den Agrarrohstoffsektor zu lenken.
Ganz abgesehen davon, dass die auf die langfristigen Ziele bezüglich der Nutzung von Biokraftstoffen ausgerichtete Subventionspolitik der EU und der USA, neben klimatisch ungünstigen Faktoren maßgeblich zu der Weizenverknappung des Jahres 2007 beigetragen hat. Sinkende Anbauflächen für Getreide zugunsten jener Agrarrohstoffe, welche in der Biokraftstoffindustrie genutzt werden, haben damit einen wesentlichen Anteil an steigenden Preisen.
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