Das wird der Tag sein, an dem man kaufen sollte!
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 26. Februar 2004 18:00 Uhr
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Welcher Gott würde eine Welt erschaffen, die so einfach wäre, dass wir Menschen sie verstehen könnten? Ich stelle diese Frage nur, um mein eigenes Denken zu testen. Meine Vorgehensweise ist vergleichbar mit dem Anzünden eines Feuerzeugs in der Nähe einer Gasleitung: Ich suche nach Löchern und springe zurück, wenn ich sie finde.
Ich denke, dass ein großer, 50 Jahre alter, auf den Dollar zentrierter Kreditboom in den USA beginnt, sich aufzulösen. Die amerikanischen Vermögenswerte beginnen gerade einen größeren Bärenmarkt. Bevor der vorüber ist, wird sich das Schuldenniveau halbiert haben (vom derzeitigen Niveau aus gesehen). Die Aktien werden dann weniger als die Hälfte der heutigen Kurse kosten. Risiko-Anleihen werden wertlos sein. Und die amerikanischen Arbeiter – zumindest die, die einen Job finden können – werden relativ zum Rest der Welt deutlich weniger verdienen, als sie es jetzt tun. Gold, das Metall der Anti-Illusionen, sollte hingegen einen neuen Bullenmarkt erleben. Aber was weiß ich schon?
Stellen Sie sich eine Welt vor, die so eindeutig, offensichtlich und transparent wäre ... und so vorhersehbar ... dass jeder Idiot sagen könnte, was passieren wird.
Sie sehen das Problem, oder, liebe(r) Leser(in)? Jeder würde die ertragreichsten Vermögensanlagen früher kaufen wollen; statt beispielsweise abzuwarten, bis seine Aktien eingebrochen sind, würde ein Investor vor dem Einbruch verkaufen ... und wenn sich alle so verhalten, dann wird der Crash früher stattfinden, als er sonst stattgefunden hätte, da alle früher verkauft haben. Gottes Plan wäre ruiniert ... korrumpiert von sterblichen Einfaltspinseln ... zerstört durch seine eigenen trotteligen Kreaturen. Gott wäre dann kein Gott nur. Sondern nur eine weitere inkompetente Gottheit.
Aber was wäre, wenn dieser große Zusammenbruch ein Teil des Plans wäre?
Oh, dieses große Puzzle ... es scheint kein Ende für Unfug und subtile Komplexität zu geben.
Ein Beispiel: Am Dienstag sagte Alan Greenspan den Amerikanern, dass sie sich keine Sorgen zu machen bräuchten. Zugegeben, sie hätten keine Ersparnisse ... und die Aussichten am Arbeitsmarkt seien nicht so heiß. Aber kein Grund zur Sorge – denn sie würden dank den steigenden Immobilienpreisen reicher.
Aber was wäre, wenn sich der Preis von jedem Haus in Amerika über Nacht plötzlich verdoppeln würde? Wären dann alle auch nur um einen Cent reicher? Natürlich nicht. Die Hausbesitzer könnten DENKEN, dass sie reicher geworden sind ... und viele neue Häuslebauer würden dann für ihre Hypotheken doppelt so viel zahlen müssen. Die Leute torkeln von einer Illusion in die nächste. Wenn immer mehr Leute sich an die derzeit am meisten verbreitete Illusion halten, dann setzen sie dadurch ihre eigene Zerstörung in Gang ... wie Passagiere, die alle auf die gleiche Seite eines leckgeschlagenen Bootes wechseln, dieses Boot bald zum kentern bringen.
Die Amerikaner scheinen zu denken, dass sie keine Ersparnisse brauchen. Fast jedes Investment ist im Wert gestiegen, und zwar stärker als die Kosten des Geldes (die Zinsen). Fast jeden Tag, und auf fast jede Weise ... werden die Dinge immer besser.
Aber die Dividendenrenditen liegen unter 2 %. Die Renditen, die man mit Immobilien erzielen kann, liegen nicht viel höher. Die Anleihenrenditen sind so niedrig wie seit den 1950ern nicht mehr – und sie fallen weiter, da die Kurse der Anleihen steigen. Was bleibt da noch übrig zum Investieren? Selbst die Emerging Markets sind in den Himmel gestiegen. In ihrer Illusion, dass alle Kurse für immer weiter steigen, haben die Investoren bereits alles nach oben getrieben. Da ist die Luft dünn geworden.
Und unter der Illusion, dass sie ihre Schulden niemals wirklich zurückzahlen müssen, haben die Amerikaner sich soviel Geld geliehen, dass sie damit praktisch das Ende des Kreditbooms garantieren. Die Individuen, Banken und Unternehmen – und selbst die Zentralbanken – haben sich soviel geliehen, dass sie es selbst zu den derzeitigen niedrigen Zinssätzen schwer haben werden, die Zins- und Tilgungszahlungen erbringen zu können. Und dennoch leihen sie sich weiter munter Geld. Bald werden sie zum Ende des Spiels gelangen ... wo sich nicht mehr fähig sein werden, sich einen einzigen zusätzlichen Cent zu leihen.
Und dann – was wird dann mit dem Kreditboom passieren, wenn es keine neuen Kredite mehr gibt? Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die Amerikaner ihre Schulden zurückzahlen müssen – anstatt neue Schulden aufzunehmen. Stelen Sie sich einen Präsidenten vor, der dem Kongress vorschlägt, eine halbe Billion Dollar Schulden zurückzuzahlen ... anstatt die Schulden um diesen Betrag zu erhöhen. Stellen Sie sich vor, dass der Anteil der gesamten Schulden am Bruttoinlandsprodukt von derzeit über 300 % auf 150 % zurückfällt, wie es in den 1950ern der Fall war. Stellen Sie sich vor, dass die Amerikaner zu der Einsicht gelangen werden, dass sie ihre Schulden immer zurückzahlen werden ...
Dieser Tag, liebe(r) Leser(in), wird der Tag sein, an dem man kaufen sollte!
Bis dahin sagt uns jetzt Addison Wiggin, was die Kleinanleger in New York denken: