Das weiße Gold
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 02. Oktober 2007 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
gestern haben wir uns ein wenig mit Düngemitteln beschäftigt. Die Nachfrage nach Mineraldüngern ist im Zuge der steigenden Nachfrage nach Agrarrohstoffen in den letzten beiden Jahren ebenso immer stärker gestiegen.
Ebenso natürlich wie die Nachfrage nach den einzelnen Grundstoffen eines Volldüngers. Sie mögen sich erinnern: Gestern berichtete ich ebenso von der Angebotsverknappung der Phosphate weltweit, wie von der steigenden Nachfrage nach Kalisalzen.
Doch die Kalisalzproduzenten produzieren nicht nur Salze zur Verwendung in der Agrarwirtschaft. Der Rohstoff Salz ist eines der wichtigsten Grundstoffe zur Verwendung in den verschiedensten Industriezweigen und ungelogen wohl der Rohstoff für über 10 000 Endprodukte.
Früher war Salz ein wichtiges und teures Handelsgut
Schon von den alten Babyloniern und Sumerern weiß man, dass sie Salz zur Konservierung ihrer Lebensmittel nutzten. Dies ist ein äußerst wichtiger Faktor, auch im Hinblick auf die Schifffahrt. Ohne die Möglichkeit Lebensmittel mit Hilfe von Salz haltbar zu machen (Pökelfleisch), hätte ein Kolumbus – in Ermangelung eines Kühlschranks- wohl nie die amerikanischen Gestade erreicht.
Salz war von jeher ein wichtiges Handelsgut, welches auf den so genannten Salzstraßen transportiert wurde. Diese wurden später zu bedeutenden Handelsstraßen.
Der Handel mit Salz war ein wichtiges Monopol und Städte die dieses Monopol inne hatten wurden aufgrund des Salzhandels zu reichen Metropolen.
Salz kam in früherer Zeit eine derart hohe Bedeutung bei, dass sogar Löhne in Salz ausbezahlt wurden. Daher stammt der Ausdruck „Salär“.
Dem Rohstoff Salz wurde damals ein Wert beigemessen, welcher dem des Goldes nicht unähnlich war. Dies bezeugt auch der Beiname dem man dem Salz zugestand : Weißes Gold.
Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein war Salz in vielen Teilen Europas ein seltenes und teures Handelsgut. Deutschland belegte den Salzhandel immerhin noch bis zum Jahre 1993 mit der Salzsteuer.
Salz heute – ein unersetzbarer Rohstoff für die Industrie
Sehen Sie sich um! Ja, gerade jetzt! Sie werden überall Salz finden! Denn Salz ist ein Rohstoff für die vielfältigsten Produkte, ob in Kunststoff, Glas, Aluminium, im Backpulver in Ihrer Küche, oder in der Seife und den Putzmitteln in Ihrem Badezimmer.
Die wichtigste Verwendung ist heute nicht mehr die als Speisesalz, sondern die als Industriesalz. Etwa 80 % der weltweiten Salzproduktion wird als Industriesalz verwendet.
Mit Industriesalz bezeichnet man das Salz, welches für industrielle Stoffumwandlungen verwendet wird.
Hier stehen vor allem die Chloralkali-Elektrolyse, durch welche man zum Beispiel Kunststoffe, Desinfektionsmittel, Wasseraufbereitungsmittel, Seife und Zellulose für Papier gewinnen kann, sowie die Sodaerzeugung im Vordergrund. Soda dient als Grundstoff für die verschiedensten Produkte wie Glas, Farbstoffe, Wasch-und Reinigungsmittel, Tierfutter, Backpulver, Medikamente und vieles mehr.
Eine weitere Verwendung von Salz ist die als Gewerbesalz, zum Beispiel zur Wasserenthärtung, zur Konservierung, in der Fischwirtschaft, in Färbereien, in der keramischen Industrie und zur Herstellung von Kältemischungen bei Bohrungen.
Das weiße Gold dem zu früherer Zeit bereits viele Länder und Städte wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand zu verdanken hatten, hat auch in unserer Neuzeit einen höchst bedeutsamen Stellenwert inne. Das sollten wir nicht vergessen!